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Leerverkäufe

Funktionsweise

Leerverkäufer möchte Aktien verkaufen, welche er selber nicht besitzt

  • Der Leerverkäufer geht von fallenden Kursen aus und möchte davon profitieren

Leerverkäufer leiht sich die Aktien bei einem anderen Marktteilnehmer

  • Die Vermittlung findet durch den Broker statt – entweder verleiht der Broker eigene Aktien, oder Aktien seiner Kunden
  • Der Verleiher wird nicht unbedingt benachrichtigt, dass seine Aktien verliehen und verkauft wurden
  • Der Verleiher kann seine Aktien jederzeit selber nutzen und verkaufen – der Leerverkäufer kann in dem Fall glattgestellt werden
  • Für das Leihen der Aktien fällt eine Leihgebühr an
  • Sollten in der Zeit des Leerverkaufs Dividenden gezahlt werden, muss der Leerverkäufer den Verleiher dafür kompensieren

Leerverkäufer kauft die Aktien zu einem späteren Zeitpunkt zurück

  • Ist der Preis der Aktie gestiegen, realisiert der Leerverkäufer einen Verlust
  • Ist der Preis der Aktie gesunken, realisiert der Leerverkäufer einen Gewinn

Risiken

Margin Interest

  • Da Leerverkäufe hauptsächlich auf Marginkonten getätigt werden, müssen auf den aufgenommenen Kredit Zinsen gezahlt werden. Vor allem langgehaltene Positionen können kostspielige Zinsen mit sich bringen

Leihgebühren

  • Die Kosten für das Leihen von Aktien können stark variieren. Der annualisierte Zinssatz kann daher zwischen wenigen Prozentpunkten und, bei „hard-to-borrow“ Titeln bei über 100% des Handelsvolumens liegen. Die Leihgebühr wird vom Broker festgelegt und ist unter anderem von der Liquidität der Aktie, dem gehandelten Volumen und der aktuellen Marktgegebenheit abhängig. Die Leihgebühren sind variabel und schwanken täglich. Je nach Broker werden diese täglich, monatlich, oder sogar erst nach Schließung der Position abgebucht

Dividenden

  • Der Leerverkäufer ist verantwortlich dafür, dem Verleiher der Aktie Dividenden zu zahlen, sollten diese in der Zeit des Leerverkaufs anfallen. Diese sind im Grunde genommen keine richtigen Dividenden, sondern Kompensierungszahlungen des Leerverkäufers an den Verleiher

Short Squeezes & Buy-Ins

  • Bei Aktien mit einem hohen Short Interest kann es gelegentlich zu einem großen Anstieg im Preis kommen – typischerweise wenn eine positive Entwicklung der Aktie erwartet wird und viele Leerverkäufer ihre Positionen glattstellen Zu einem Buy-In kann es kommen, sollten keine Aktien zum Leihen mehr zur Verfügung stehen. Wenn die Inhaber der Aktien Ihre Aktien selber verkaufen möchten oder nicht mehr bereit sind die Aktien zu verleihen und der Broker keine verleihbaren Aktien mehr auftreiben kann, wird die Short Position glattgestellt. Die kann jederzeit eintreten und zu unerwarteten Verlusten führen

Regulatorische Risiken

  • Aufsichtsbehörden können den Leerverkauf von Aktien verbieten um Panikverkäufe, sowie ungerechtfertigte Abverkäufe zu vermeiden. Dies kann zu plötzlichen Spikes in den Aktienpreisen führen und somit zu Glattstellungen mit hohen Verlusten

Handeln entgegen dem langfristigen Trend

  • Da der langfristige Trend der Märkte aufwärtsgerichtet ist, sollten Leerverkäufe opportunistisch und zeitlich gut geplant sein, anders als typische „Buy-and-Hold“ Strategien

Limitierter Gewinn

  • Anders als beim Kauf von Aktien, ist der Gewinn limitiert – mit dem Verfall einer Aktie auf null. Das Risiko hingegen kann unendlich ausfallen

Voting Rights

  • Dieses Risiko besteht nur auf Seiten des Verleihers. Verleiht ein Marktteilnehmer seine Aktien an einen Leerverkäufer, welcher diese an einen dritten weiterverkauft, werden dem Verleiher die Rechte (bspw. Wahlrechte auf Hauptversammlungen) entzogen und an den aktuellen Inhaber der Aktien weitergereicht

Leerverkäufe bei CapTrader

Bei CapTrader gibt es zwei verschiedene Kontoarten - ein Cashkonto und ein Marginkonto. Bei einem Cashkonto (ab 50,000$) hat der Kunde die Möglichkeit seine Aktien zu verleihen und dafür die Leihgebühr zu kassieren. Hält ein Kunde voll hinterlegte Aktien auf einem Marginkonto ist dies ebenso möglich. Sind die Aktien jedoch nicht voll hinterlegt, hat CapTrader das Recht, die Aktien jederzeit zu verleihen - ohne, dass der Kunde darüber benachrichtigt wird und Einnahmen der Leihgebühr erhält.

Die Leihgebühren werden von CapTrader festgelegt. Die genaue Berechnung ist nicht bekannt, hängt jedoch bspw. von den aktuellen Marktgegebenheiten, dem gehandelten Volumen, der Volatilität, sowie der Aktien im Umlauf ab. Die Abrechnung der Leihgebühr erfolgt täglich.

Um Aktien leerverkaufen zu können, wird ein Marginkonto benötigt. Da ein Konto, automatisch zu einem Cashkonto wird, sobald es unter einen Wert von 2000 USD fällt, wird für den ersten Leerverkauf immer eine Margin in Höhe von mindestens 2000 USD hinterlegt.

Sobald vom Kunden ein Leerverkauf vorgenommen wurde, wird CapTrader versuchen die Aktien für den Verkauf aufzutreiben. Dafür sind dem Broker gesetzliche Fristen vorgegeben. Während die Frist in den USA drei Werktage nach dem Handelstag (T+3) beträgt, ist es in Europa vorgesehen die Aktien bereits nach zwei Werktagen (T+2) zu beschaffen. Sollte es dem Broker nicht möglich sein innerhalb der vorgegebenen Frist Aktien zum Verkaufen zu beschaffen, wird die Position des Kunden
zwangsglattgestellt (auch Short Sale Settlement genannt). Im Laufe des dritten Handelstages nach dem Leerverkauf wird der Kunde darüber benachrichtigt, dass es gegebenenfalls zu einem Close-Out kommen kann. CapTrader wird versuchen bis um 9:00 ET des vierten Tages Aktien zum Verkauf bereitzustellen. Gelingt dies nicht, initiiert CapTrader einen Close-Out durch eine "Volume Weighted Average Price" (VWAP) Order. Der indikative Preis, welcher dem Trader im Handelsfenster angezeigt wird, aktualisiert sich, sobald der Close-Out vollendet ist.

Nach Abwicklung des Leerverkaufs besteht jederzeit die Möglichkeit eines Buy-Ins, welcher aus zwei Gründen hervorgehen kann - einem "Loan Recall" und "Failure to Deliver".
Bei einem Recall hat der Verleiher das Recht, seine Aktien jederzeit zurückzuerhalten. So kann es binnen drei Tagen zu einem Buy-In kommen, sollte es CapTrader nicht gelingen verleihbare Aktien anderer Marktteilnehmer zu finden. Da dies in einem Großteil der Fälle gelingt, werden die Kunden nicht im Voraus darüber informiert. Sobald es zu einem Buy-In gekommen ist, kann der Kunde diesen in seinem Handelsfenster in der TWS einsehen. Auf Bemühungsbasis wird CapTrader versuchen dem Kunden bis um 17:30 ET zusätzlich eine Benachrichtigung zukommen zu lassen. Noch nicht abgewickelte Leerverkäufe werden bei einem Recall nicht beachtet.

Zu einem "Failure to Delivery" kommt es, wenn CapTrader selber in der Pflicht ist eine Net Short Position auszugleichen. Auch in diesem Fall wird CapTrader versuchen zu allererst Aktien anderer Marktteilnehmer zu leihen. Gelingt dies nicht, ist CapTrader verpflichtet einen Close-Out vorzunehmen. Auch dieser basiert auf einer VWAP Order.

Weiter ist bei Leerverkäufen zu beachten, dass es Kunden untersagt ist eine Short Position in einer Aktie vorzunehmen, in welcher der Kunde am gleichen Tag Closed-Out wurde. Ebenso ist es nicht erlaubt in-the-money Call-Optionen auf diesen Titel zu schreiben, oder eine Put-Option darauf auszuüben.