Drawdown bedeutet im Deutschen “Kurskorrektur” oder “relativer Wertverlust”. Es handelt sich hierbei um einen Rückgang eines Kurses von einem Höchststand zu einem Tiefststand innerhalb eines bestimmten Zeitraumes.
Angegeben wird hierfür der prozentuale Unterschied zwischen dem Höchstkurs und dem Tiefstkurs. Dieser kann sich auf unterschiedliche Vermögenswerte beziehen, wie Fonds, Geldanlagen generell oder auch ein ganzes Handelskonto.
Drawdown Bedeutung
Mit einem Beispiel kann die Bedeutung verständlicher werden. Angenommen, eine Aktie steht bei einer Bewertung von genau 100 Euro, bevor sie auf 50 Euro fällt und anschließend wieder auf über 100 Euro steigt.
Der Höchststand in diesem Zeitraum liegt demnach bei 100 Euro, bevor es zu einem Rückgang auf 50 Euro kam. Der Drawdown beträgt 50 Euro, was einem Wertverlust von 50 Prozent im Vergleich zum vorherigen Höchststand entspricht.
Die Kennzahl wird von einigen Anlegern benutzt, um mehr Informationen über das Risiko eines Handels zu bekommen und damit eine Entscheidung treffen zu können, ob sich ein Kauf lohnt oder eher riskant ist.
Dabei erfolgt die Entscheidung nicht nach generellen Maßstäben, sondern ist abhängig vom Risikoprofil und der Anlagestrategie des Anlegers. Grundsätzlich wollen einige Investoren den größten Drawdown finden, um solche Aktien zu vermeiden.
- Wenn zwei Aktien verglichen werden und beispielsweise dieselbe oder eine sehr ähnliche Volatilität, Performance und denselben Tracking Error aufweisen, aber einen unterschiedlichen maximalen Drawdown, wird diejenige Aktie mit dem niedrigeren Drawdown bevorzugt
- Dies deutet darauf hin, dass bei gleichen Kennzahlen die Verluste dieser Aktie niedriger waren
- Der schlimmste Fall wäre eine Aktie mit einem maximalen Drawdown von - 100 Prozent, was heißen würde, dass sie inzwischen wertlos geworden ist
Drawdown Maximum
Der maximale Drawdown ist der maximale Verlust zwischen einem vorherigen Höchststand und einem Tiefststand einer Geldanlage oder eines Portfolios. Es handelt sich um einen Indikator, der Aufschluss über das Risiko einer Anlage geben kann.
Dabei wird die Kennzahl einzeln verwendet oder für andere Rechnungen, wie die Berechnung des “Return over Maximum Drawdown”. Die Häufigkeit von großen Verlusten wird dabei übrigens nicht betrachtet, weshalb die Kennzahl nicht alleine für sich stehend genutzt werden sollte, um Anlageentscheidungen zu treffen.
Drawdown berechnen
Die Berechnung ist vergleichsweise einfach. Sie können den Drawdown berechnen, indem Sie die Differenz bilden zwischen dem Höchststand und dem Tiefststand in dem Zeitraum, den Sie betrachten wollen. Anschließend setzen Sie den berechneten Wert ins Verhältnis zum Höchstkurs.
Drawdown = (Höchststand - Tiefststand) / Höchststand * 100
Mit dieser Rechnung erhalten Sie einen relativen Wertverlust, angegeben als Prozentzahl. Das Ergebnis ist negativ, da es sich um einen Rückgang des entsprechenden Portfolios oder Kurses handelt.
Drawdown in der Praxis
Drawdowns sind für Anleger ein großes Risiko in der Praxis, da es nicht leicht ist, Verluste wieder auszugleichen. Ein Drawdown von einigen wenigen Prozent ist machbar, wie beispielsweise ein Drawdown von 2 Prozent. Das heißt, dass eine Aktie nur um 2,01 Prozent steigen müsste, um den vorherigen Höchststand zu erreichen.
Ist der Kursrückgang allerdings stärker als ein Verlust von 20 Prozent, so müsste die Aktie eine Rendite von 25 Prozent machen, um den vorherigen Höchststand wieder erreichen zu können. Somit versuchen Investoren, Kurskorrekturen von über 20 Prozent zu vermeiden.
Fazit: Das bedeutet Drawdown
Ein Drawdown tritt ein, wenn ein Kurs von seinem Höchststand zu einem Tiefststand fällt, demnach handelt es sich um einen relativen Wertverlust. Dies kann die Kurse verschiedener Geldanlagen betreffen, wie beispielsweise Aktien, aber auch Portfolios.
Der Indikator hilft dabei, Risiken bestimmter Geldanlagen einzuschätzen und eine Anlageentscheidung zu treffen, sollte dabei allerdings nicht als alleinige Kennzahl betrachtet werden. Er berücksichtigt nicht die Häufigkeit von großen Verlusten.
Für die Berechnung benötigen Sie die Differenz zwischen Höchststand und Tiefststand. Der Wert wird anschließend durch den Höchststand geteilt und mit 100 multipliziert. Sie erhalten eine Prozentzahl.
In der Praxis sind Drawdowns ein großes Risiko für Investoren, da ein Ausgleich von starken Rückgängen schwer zu erreichen ist. Viele Investoren versuchen einen Drawdown von über 20 Prozent zu vermeiden und wandeln ihre Anlage vorher lieber in Bargeld um.