Der Begriff Hedging stammt aus dem Risikomanagement. Möglicherweise interessieren Sie sich für den Handel mit Aktien, Rohstoffen oder Fonds und haben sich mit Möglichkeiten zur Absicherung beschäftigt. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, was Hedging bedeutet und welche Möglichkeiten es gibt, das eigene Portfolio abzusichern.
Hedging Definition
Es handelt sich um eine Strategie aus dem Risikomanagement. Der Begriff leitet sich aus dem Englischen “to hedge” ab, was so viel wie “absichern” bedeutet. Hedging ist eine Art Schutz für das eigene Portfolio und ist in der Funktionsweise mit einer Versicherung vergleichbar.
Mit einer Versicherung können Sie sich vor bestimmten negativen Situationen schützen. Zwar können diese Situationen dennoch eintreten, allerdings sind Sie vor den Folgen abgesichert.
Auch Hedging funktioniert auf diese Art und wird beispielsweise im Bereich Investmentfonds eingesetzt. Hier kann es Risiken durch Preisänderungen und daraus resultierenden Schwankungen geben. Hedging kann dabei helfen, Verluste zu begrenzen und die Sicherheit zu erhöhen.
Ein Fonds sammelt Geld von einer großen Anzahl von Investoren. Dieses Vermögen wird anschließend dazu verwendet, in eine bestimmte Anlageklasse zu investieren, beispielsweise Aktien oder Rohstoffe. Damit das Risiko durch Kursschwankungen reduziert wird, kann eine Gegenposition zur Investition eingenommen werden. Demnach ist Hedging die Senkung von Risiken durch mögliche Chancen einer anderen Position.
Hedging Strategien
Wenn in einen Fonds auf den S&P 500 investiert wird, können Put-Optionen auf den Index gekauft werden. Put-Optionen ermöglichen dem Käufer ein spezielles Recht. Dieser kann eine Aktie zu einem bestimmten Preis verkaufen, wenn er eine Put-Option erworben hat. Sinkt der Kurs einer bestimmten Unternehmensaktie, steigt damit der Wert der gekauften Option.
Eine weitere Möglichkeit ist der Kauf von Futures-Kontrakten, der ganz ähnlich funktioniert. Hier ist vertraglich eine Kaufs- oder Verkaufspflicht enthalten. Anders als bei den Put-Optionen hat der Käufer demnach keine Wahl, sondern eine Pflicht. Es kann zu steigenden Preisen bei den Futures-Kontrakten kommen, wodurch der Verkäufer zusätzlich zur Absicherung Gewinne erzielen kann.
Auch im Bereich Rohstoffe kann Hedging angewendet werden. Rohstoffe unterliegen teilweise starken Schwankungen, weshalb sich Personen absichern wollen. Ein Käufer eines Rohstoffes kann eine bestimmte Menge der Rohstoffe kaufen und zusätzlich dieselbe Menge des Rohstoffes als Terminware auf den Verkaufstag des fertigen Produktes setzen.
Wenn die Kurse für den Rohstoff während der Verarbeitung zum Endprodukt sinken, wird die Ware günstig verkauft. Dennoch kann er die benötigten Rohstoffe günstiger kaufen und mögliche Verluste auf diese Weise ausgleichen.
Etwas breiter gefasst kann der Begriff Hedging für alle möglichen Maßnahmen verwendet werden, die sich auf den Schutz des Portfolios beziehen. Auch die Diversifikation wird oftmals im Zusammenhang mit Hedging genannt. Anlagepositionen sollen möglichst wenig miteinander korrelieren, damit das Risiko eines großen Verlustes minimiert werden kann und die Risiken sich auf verschiedene Anlagen verteilen können.
Hedge Trading - Kosten beachten
Beim Hedging sollte der Aspekt der Kosten nicht vernachlässigt werden. Bei jeder neu eröffneten Position entstehen Kosten. Daher sollten Investoren genau überlegen, welche Investments eine Absicherung benötigen und welche nicht.
Absicherungen sind beispielsweise durch geringe Risiken oder Kosten sinnvoll. Auch wenn der ursprüngliche Handel mit hohen Risiken verbunden ist und demnach zu starken Verlusten führen kann, kann Hedging sinnvoll sein.
Das zusätzliche Kapital für die Kosten sollte stets beachtet werden. Hier kann ein eigenes Budget dabei helfen, keine zu hohen Ausgaben zu generieren. Auch die finanziellen Möglichkeiten und die eigene Risikobereitschaft hängen damit zusammen, wann sich ein Investor fürs Hedging entscheiden sollte und wann dagegen.
Fazit: Was bedeutet Hedge?
“Hedge” bedeutet so viel wie “absichern” und ist ein wichtiger Begriff aus dem Risikomanagement in Bezug auf Geldanlagen. Investoren können das eigene Portfolio durch bestimmte Maßnahmen schützen. Dazu können sie Gegenpositionen erstellen, um mögliche Verluste auszugleichen.
Ein Beispiel sind Put-Optionen, die dem Käufer das Recht geben, eine Aktie zu einem bestimmten Preis zu verkaufen. Futures-Kontrakte funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip, beinhalten allerdings eine Kauf- oder Verkaufspflicht. Auch im Handel mit Rohstoffen wird das Hedging angewendet.