Möglicherweise bietet Ihr Unternehmen sogenannte Belegschaftsaktien an. Diese können mit einigen Vorteilen für die Belegschaft und das Unternehmen einhergehen. In diesem Beitrag erfahren Sie, was genau Mitarbeiteraktien sind, in welchen Formen sie ausgegeben werden, welche Vorteile entstehen und wie sie steuerlich behandelt werden.
Was sind Mitarbeiteraktien?
Bei Mitarbeiter- oder Belegschaftsaktien handelt es sich um Unternehmensanteile, die als Wertpapier an die Beschäftigten des jeweiligen Unternehmens herausgegeben werden. Solche Möglichkeiten geschehen innerhalb bestimmter Programme, die Mitarbeiter fester an das Unternehmen binden können und ihnen die Möglichkeit geben, stärker am Erfolg des Unternehmens teilhaben zu können.
Diese Aktienart wird demnach ausschließlich an die eigene Belegschaft vergeben. Dabei können diese Unternehmensaktien zu gewöhnlichen Aktien an der Börse werden, wenn die Besitzer diese an der Börse verkaufen. Das dürfen sie meist erst unter der Voraussetzung, dass die Aktien vor dem Verkauf einige Jahre gehalten wurden.
- Viele große Unternehmen wie Google oder Microsoft geben Belegschaftsaktien an ihre Belegschaft heraus.
- Aber auch für kleinere Unternehmen können Mitarbeiteraktien eine sinnvolle Methode sein, um gute Mitarbeiter zu halten und an das Unternehmen zu binden.
Wie werden Mitarbeiteraktien vergeben?
Oftmals werden Aktienoptionen an die Belegschaft herausgegeben. Damit erhalten sie das Recht zum Kauf einer festen Anzahl von Unternehmensaktien zu einem vorab festgelegten Preis. Dieser wird Ausübungspreis genannt.
Damit verbunden ist die Gewährung der Optionen über einen bestimmten Zeitraum. Wenn dieser abgelaufen ist, kann sich die Belegschaft entscheiden, ob sie die Option ausüben und damit die Aktie kaufen wollen.
Darüber hinaus gibt es für Unternehmen die Möglichkeit, restriktive Aktien herauszugeben. Solche Aktien haben bestimmte Beschränkungen, die sich auf die Übertragung oder den Verkauf der Unternehmensaktien beziehen. Oftmals gibt es bestimmte Regelungen, die es ermöglichen, dass die Beschränkungen im Laufe der Zeit verfallen oder sich verringern.
Wie genau die Übertragung von Belegschaftsaktien aussieht, ist bei jedem Unternehmen anders geregelt. Manche Firmen verkaufen ihre Aktien zum normalen Preis, andere bieten Rabatte an, indem Mitarbeiter Vergünstigungen nutzen oder einen Zuschuss erhalten. Es gibt Unternehmen, die Mitarbeiteraktien verschenken.
Vorteile und Nachteile von Mitarbeiteraktien
Mitarbeiteraktien bringen einige Vorteile für die Belegschaft und die Firma mit sich. Folgende Vorteile entstehen aus Sicht der Belegschaft:
- Vergünstigungen: Mitarbeiter bekommen für den Kauf von Belegschaftsaktien oft Vergünstigungen im Vergleich zum Kauf an der Börse. Oft gibt es Programme mit Bonusaktien, die beim Kauf einer bestimmten Anzahl der Aktien eine weitere kostenlos dazugeben.
- Beteiligung: Durch eigene Aktien ist die Belegschaft aktiv am Erfolg ihres Unternehmens beteiligt, was die Motivation für den eigenen Beruf erhöhen kann.
- Eigenes Depot: Das Anlegen eines eigenen Depots für die Belegschaftsaktien bringt zudem den Vorteil, dass die Option besteht, andere Wertpapiere zu kaufen. Somit kann das Interesse für das Thema Geldanlagen steigen.
Zu den Nachteilen von Belegschaftsaktien zählt die Mindesthaltedauer, die es oftmals einzuhalten gilt. Gewöhnlich ist hier eine Haltedauer von einem bis zu vier Jahren. Dabei dürfen Arbeiter ihre Aktien erst verkaufen, wenn sie für einige Jahre gehalten wurden. Wie auch bei anderen Aktien ist der Erfolg des Kurses nicht garantiert. Nach Ablauf der Frist ist auch ein Depotübertrag zu einem Online-Broker wie CapTrader ohne viel Aufwand dann in der Regel möglich.
Darüber hinaus ist ein Portfolio, welches nur aus Aktien eines Unternehmens besteht, nicht diversifiziert. Sämtliche Risiken hängen daher an einem einzigen Unternehmen, genauso wie die Gewinnchancen.
Auch für Unternehmen kann die Vergabe von Belegschaftsaktien mit Vorteilen einhergehen:
- Mitarbeiter binden: Die Loyalität der Belegschaft kann gefördert werden, wenn Mitarbeiteraktien herausgegeben werden und den Mitarbeitern die Chance gegeben wird, am Erfolg des Unternehmens teilzuhaben. Auf diese Weise kann ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen, indem sich die Aktienbesitzer nicht nur als Angestellte, sondern als Teil des Unternehmens wahrnehmen.
- Motivation fördern: Ein direkter finanzieller Anreiz kann dazu führen, dass sich die Motivation der Mitarbeiter erhöht. Diese können am Verlauf des Aktienkurses maßgeblich sehen, dass gute Arbeit zum Erfolg des Unternehmens beiträgt.
Besteuerung von Mitarbeiteraktien
Wenn Mitarbeiteraktien herausgegeben werden, entsteht daraus ein sogenannter geldwerter Vorteil. Dieser gehört zum Arbeitslohn und ist damit Teil der Einkommensteuer. Daher sind Belegschaftsaktien steuerpflichtig. In Deutschland gibt es einen jährlichen Steuerfreibetrag für den Kauf von Mitarbeiteraktien. Dieser liegt seit 2024 bei 2.000 Euro pro Jahr.
Die Besteuerung erfolgt zu dem Zeitpunkt, zu dem die Unternehmensaktien übertragen werden oder die Mitarbeiter die herausgegebenen Optionen ausführen.
Für Mitarbeiter ist es nützlich zu wissen, dass Verluste steuerlich geltend gemacht werden können. Sollte ein Besitzer beim späteren Verkauf der Belegschaftsaktien Verluste erzielen, kann durch die Angabe bei der Steuer die Steuerlast des Mitarbeiters verringert werden.
Fazit: Funktionsweise von Mitarbeiteraktien
Firmen können Belegschaftsaktien an ihre Mitarbeiter herausgeben. Für die Unternehmen selbst bietet das Vorteile, wie die Bindung der Arbeiter an das Unternehmen. Darüber hinaus können Unternehmen auf diese Weise die Motivation der Belegschaft fördern, die durch die Teilhabe einen finanziellen Anreiz bekommen.
Auch für die Belegschaft haben solche Unternehmensaktien Vorteile. Sie werden am Erfolg des Unternehmens beteiligt und erstellen sich ein eigenes Depot, was das Interesse fürs Thema Geldanlage fördern kann. Zudem erhalten sie die Aktien oftmals vergünstigt oder profitieren von Bonusprogrammen wie kostenlosen Aktien beim Kauf einer festgelegten Anzahl.
Solche Mitarbeiteraktien werden oftmals in Form von Aktienoptionen oder restriktiven Aktien vergeben. Letztere unterliegen einer Mindesthaltedauer über einen bestimmten Zeitraum, bevor sie weiterverkauft werden können.