Mit der Eskalation im Nahen Osten flammt ein alter Brandherd wieder auf. Ein Risikofaktor, den viele Anleger bereits abgeschrieben hatten, rückt damit schlagartig zurück ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Vor allem die Sorge vor steigenden Energiepreisen und möglichen Störungen wichtiger Handelsrouten dürfte die Risikobereitschaft zunächst begrenzen. Die Märkte balancieren derzeit zwischen Friedensfantasie und geopolitischem Glatteis.
Neben der geopolitischen Drohkulisse dürfte nun wieder die Gewinnentwicklung der US-Unternehmen in den Mittelpunkt rücken. Sollten die Quartalszahlen und Ausblicke die hohen Erwartungen verfehlen, könnte sich die ohnehin gestiegene Unsicherheit zusätzlich verstärken. Umgekehrt hätten überzeugende Unternehmensberichte das Potenzial, einen Teil der geopolitischen Sorgen zumindest kurzfristig zu überlagern.
Mit Spannung dürften Marktteilnehmer zudem neuen US-Inflationsdaten entgegenfiebern, welche für Dienstag erwartet werden.
Dow Jones Industrial Average Index

US-Inflationsdynamik könnte etwas an Schwung verlieren – Anleger hoffen auf geldpolitische Impulse
Aus Sicht des Wirtschaftskalenders dürfte es insbesondere am Dienstag mit neuen US-Teuerungsdaten spannend werden (14:30 Uhr). Ökonomen erwarten, dass der Preisdruck im Juni (gegenüber dem Vorjahresmonat) bei 3,8 Prozent lag und damit niedriger als im Mai (4,2 Prozent). Für die Kernrate der Inflation, welche die Treiber Energie und Lebensmittel ausblendet, wird ein Status quo von 2,9 Prozent erwartet.
Kevin Warsh wird vor dem US-Repräsentantenhaus am Dienstag und Mittwoch erwartet
Am späten Nachmittag dürfte insbesondere die erwartete Stellungnahme des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh vor dem Repräsentantenhaus wichtige Impulse geben (16:00 Uhr). Am Mittwoch zur gleichen Uhrzeit wird ebenfalls eine weitere Stellungnahme erwartet.
China-Daten im Blick und US-Erzeugerpreise im Blick
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch könnten chinesische Konjunkturdaten entsprechende Vorgaben für den Handel zur Wochenmitte liefern. Erwartet werden um 04:00 Uhr die BIP-Wachstumsrate, neue Daten zur Industrieproduktion und zum Einzelhandelssektor.
Um 14:30 Uhr folgen zudem die US-Erzeugerpreise, welche wichtige Inflationssignale und damit nicht zuletzt auch geldpolitische Hinweise liefern könnten.
Die Woche runden vorläufige Daten zum Verbrauchervertrauen (Uni Michigan) um 16:00 Uhr ab.
Zahlreiche US-Börsenschwergewichte liegen ab Dienstag ihre Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsquartals vor
Für wichtige Impulse könnte die an Fahrt aufnehmende Berichtssaison sorgen, wenn US-Unternehmen ihre Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsquartals präsentieren.
Am Dienstag berichten die Bank of America (ISIN: US0605051046), Citigroup (ISIN: US1729674242), Goldman Sachs (ISIN: US38141G1040), JPMorgan (ISIN: US46625H1005) und Wells Fargo (ISIN: US9497461015).
Am Mittwoch rücken die Zahlen von BlackRock (ISIN: US09290D1019), Johnson & Johnson (ISIN: US4781601046) und Morgan Stanley (ISIN: US6174464486) in den Fokus.
Am Donnerstag dürften die Ergebnisse von Netflix (ISIN: US64110L1061) wichtige Impulse liefern.



