An den Börsen ist das Tauziehen zwischen Zuversicht und Vorsicht noch nicht entschieden. Der DAX balanciert auf einem schmalen Grat zwischen Zinshoffnung, geopolitischen Risiken und hohen Erwartungen an die KI-Branche.
Am deutschen Aktienmarkt dürfte zur Wochenmitte zunächst Zurückhaltung dominieren. Nach dem jüngsten Hin und Her an den Börsen richten sich die Blicke der Investoren auf das Notenbankforum der Europäischen Zentralbank in Sintra. Anleger dürften jede Formulierung auf mögliche geldpolitische Hinweise abklopfen, insbesondere mit Blick auf den weiteren Zinskurs und den Umgang der Notenbanken mit anhaltenden Inflationsrisiken.
Neben den geldpolitischen Fragezeichen bleiben die Spannungen im Nahen Osten und die ambitionierten Bewertungen vieler KI-Aktien potenzielle Störfeuer, was eher für Vorsicht als für neue Rekordmarken sprechen dürfte.
DAX

Trotz Rahmenabkommen zwischen Iran und USA: Nahostrisiken dürften Anleger weiterhin begleiten
Der Iran-Krieg dürfte Anleger trotz eines unterzeichneten Rahmenabkommens zwischen Teheran und Washington nach wie vor beschäftigen. Beide Parteien hatten sich vor rund zwei Wochen für ein sofortiges und dauerhaftes Ende des Konflikts ausgesprochen. Allerdings war der Krieg in der vergangenen Woche mit wechselseitigen Angriffen wieder hochgekocht. In diesem Zusammenhang gilt es weiterhin die Entwicklungen mit Argusaugen zu beobachten.
ADP-Beschäftigungsdaten könnten Vorgeschmack auf NFPs abgeben – Reden durch Kevin Warsh und Christine Lagarde voraus
Einen Vorgeschmack auf die US-Jobdaten könnten heute um 14:15 Uhr die ADP-Beschäftigungsdaten liefern.
Eine Rede durch Fed-Notenbankchef Kevin Warsh und EZB-Präsidentin Christine Lagarde rückt um 15:00 Uhr in den Fokus, welche auf dem EZB-Forum im portugiesischen Sintra sprechen. Marktteilnehmer versprechen sich in diesem Zusammenhang wichtige Hinweise über die zukünftige Geldpolitik.
Um 16:00 Uhr gilt es den ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Blick zu behalten.
US-Arbeitsmarktdaten: Ökonomen erwarten deutliche Stelleneintrübung gegenüber dem Vormonat
Der Donnerstag dürfte folgerichtig ganz im Zeichen der US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls) stehen (14:30 Uhr), welche einen Tag aufgrund des Feiertags vorgezogen werden und damit nicht wie gewöhnlich am ersten Freitag des neuen Monats veröffentlicht werden.
Ökonomen erwarten, dass außerhalb der Landwirtschaft im Juni insgesamt 110.000 neue Jobs geschaffen wurden und damit deutlich weniger als im Mai (172.000 Stellen). Die Arbeitslosenquote könnte schätzungsweise bei 4,3 Prozent und damit unverändert im Vergleich zum Vormonat notieren.
Die Geldpolitik in den USA dürfte weiterhin eines der zentralen Gesprächsthemen am Markt bleiben. Laut „Fed-Watch-Tool“ der CME Group erwarten derzeit 33,7 Prozent der Marktteilnehmer eine Zinserhöhung in Höhe eines Viertelprozentpunkts auf der kommenden Sitzung am 29. Juli 2026.



