Schwelende Nahostrisiken, eine ungeklärte geldpolitische Marschroute und kritisch hinterfragte KI-Bewertungen könnten die Wall Street in einer Schaukelbörse gefangen halten. Anleger dürften insgesamt weiter mit angezogener Handbremse agieren, getrieben von Zinssorgen und den hohen Erwartungen im KI-Sektor.
Ohne festen Orientierungspunkt fehlt Anlegern im Spannungsfeld aus geopolitischen Risiken und Zinserwartungen sowie hohen KI-Fantasien der klare Kurs. Zu beachten gilt, dass die Wall Street feiertagsbedingt (Unabhängigkeitstag (04.06.2026) vorgezogen) am Freitag geschlossen bleibt.
Trotz Rahmenabkommen: Iran-Konflikt spitzt sich abermals zu – KI-Euphorie auf dem Prüfstand
Die Entwicklungen im Iran-Konflikt dürften Anleger in den kommenden Tagen weiterhin aufmerksam verfolgen. Trotz eines unterzeichneten Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran ist der Konflikt mit gegenseitigen Angriffen erneut eskaliert. Allerdings sollen die Friedensgespräche weiter fortgesetzt werden, hieß es.
Ebenfalls im Blick dürfte weiterhin die zuletzt nachlassende KI-Euphorie an der Wall Street stehen. Ob es sich lediglich um Gewinnmitnahmen oder um eine Neubewertung handelt, bleibt abzuwarten. Die jüngste Korrektur im Technologiesektor dürfte vor diesem Hintergrund zur Vorsicht mahnen.
„JOLTs“ und ADP-Daten könnten ersten Vorgeschmack auf NFPs liefern
Potenzielle Impulsgeber warten in der verkürzten Handelswoche am Dienstag etwa mit den sogenannten „JOLTs (Job Openings and Labor Turnover Survey) auf Anleger (16:00 Uhr). Besagte Werte könnten neben den ADP-Beschäftigungsdaten am Mittwoch (14:15 Uhr) wichtige Hinweise auf die vorgezogenen US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls) am Donnerstag liefern.
Ebenfalls zur Wochenmitte gilt es eine Rede durch den neuen Fed-Chef Kevin Warsh ab 15:00 Uhr nach geldpolitischen Hinweisen abzuklopfen.
Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sollte um 16:00 Uhr beachtet werden.
US-Jobdaten bereits am Donnerstag im Blick – Ökonomen Erwartungen Stelleneintrübung gegenüber dem Vormonat
Folgerichtig stehen am Donnerstag ab 14:30 Uhr die offiziellen US-Jobdaten auf der Agenda, welche aus Sicht des Wirtschaftskalenders als Höhepunkt fungieren dürften. Ökonomen erwarten ein Stellenplus in Höhe von 110.000 Einheiten außerhalb der Landwirtschaft für den Monat Juni, nachdem im Vormonat noch 172.000 neue Jobs geschaffen werden konnten. Die Arbeitslosenquote dürfte schätzungsweise bei 4,3 Prozent und damit unverändert im Vergleich zum Mai notieren.
Die neuen US-Arbeitsmarktdaten könnten insbesondere aus geldpolitischer Perspektive interessant werden. Ein stärker als erwarteter Jobbericht könnte die ohnehin bestehenden Zinserhöhungssorgen nähren. Laut Angaben des „Fed-Watch-Tools“ der CME Group rechnen aktuell 70,6 Prozent der Marktteilnehmer mit einer Zinspause auf der nächsten planmäßigen Fed-Notenbanksitzung am 29. Juli und 29,4 Prozent mit einer Zinserhöhung.
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