Am deutschen Aktienmarkt überwiegt derzeit wieder die Hoffnung auf Diplomatie und eine mögliche Entspannung im Nahen Osten. Die Börsen schwanken derzeit zwischen geopolitischer Nervosität im Iran-Krieg, Zinssorgen, Hoffnung auf diplomatische Entspannung und wachsender KI-Begeisterung.
Zwar hatten die USA inmitten von Verhandlungen zuletzt erneut Ziele im Süden des Iran angegriffen, doch für Investoren scheint das Thema zunehmend in den Hintergrund zu rücken. Die Märkte reagieren aktuell nach dem Prinzip ‚aus den Augen, aus dem Sinn‘. Anleger setzen stattdessen auf weitere Verhandlungen und eine Stabilisierung der geopolitischen Lage.
In der zweiten Wochenhälfte dürfte es mit der Veröffentlichung zahlreicher US-Wirtschaftsdaten spannend werden.
DAX

Trotz Waffenruhe: US-Militär greift iranische Raketenstellungen an
Nach den neuen Angriffen des US-Militärs auf iranische Raketenstellungen vom Dienstag dürfte der geopolitische Konflikt zwischen Washington und Teheran weiterhin eines der zentralen Gesprächsthemen darstellen. Laut US-Angaben habe es sich um „Selbstverteidigungsmaßnahmen“ gehandelt. Zudem seien in der Straße von Hormus iranische Boote angegriffen worden, die dafür verwendet werden sollten, Seeminen zu verlegen, hieß es.
Die iranische Seite sprach in diesem Zusammenhang von einem Bruch der Waffenruhe. Nach wochenlangen Gesprächen waren laut Angaben beider Seiten jüngst Fortschritte bei einer Absichtserklärung, bestehend aus insgesamt 14 Punkten erzielt worden, welche den Krieg zunächst stoppen und den Unterhändlern 60 Tage für ein finales Abkommen geben sollen.
Zahlreiche US-Konjunkturdaten am Donnerstag voraus
Am Donnerstagnachmittag warten einige Konjunkturdaten aus den USA auf Anleger. Publik werden neben der Kernrate für die persönlichen Konsumausgaben die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter nebst BIP-Wachstumsrate (zweite Schätzung) um 14:30 Uhr.
Deutsche Inflationsentwicklung am Freitag im Fokus
Am Freitag dürfte sich der Fokus auf die vorläufigen Inflationsraten aus der Bundesrepublik Deutschland richten (14:00 Uhr).
Nach zuletzt 2,9 Prozent im April (gegenüber dem Vorjahresmonat) könnte die Teuerung im Mai erneut auf besagtem Level gelegen haben. Spannend dürfte zu beobachten sein, inwiefern die Auswirkungen des Iran-Konflikts sichtbar sind.
EZB will am 11. Juni über Leitzins entscheiden
Am 11. Juni will der EZB-Rat planmäßig über den zukünftigen Leitzins entscheiden. Möglicherweise könnte der europäische Währungshüter den maßgeblichen Einlagenzinssatz von aktuell 2,00 auf 2,25 Prozent erhöhen, was nicht zuletzt die erste Leitzinsänderung seit Sommer 2025 darstellen würde.
„Selbst wenn der Krieg heute enden würde, ist der Energieinfrastruktur und den globalen Lieferketten bereits erheblicher Schaden zugefügt worden“, sagte EZB-Direktorin Isabel Schnabel in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. „Aus heutiger Sicht halte ich eine Zinserhöhung im Juni für nötig“, so Schnabel.
Im April hatte die Teuerung im Eurozonen-Raum bei 3,0 Prozent gelegen und damit deutlich über dem mittelfristig anvisierten EZB-Inflationsziel von 2,0 Prozent.



