Zur Wochenmitte zeigt sich der DAX zunächst überwiegend im neutralen Bereich. Nach kräftezehrenden und turbulenten Wochen scheinen allerdings wieder die Optimisten das Ruder übernommen zu haben. Es herrscht die berüchtigte Ruhe vor dem Sturm. Anleger dies- und jenseits des Atlantiks hoffen weiterhin auf einen unterschriftsreifen Friedensvertrag und damit auf den großen Wurf zwischen den Kriegsparteien im Nahostkonflikt.
Impulse könnte es aus den USA durch die jüngst gestartete US-Berichtssaison geben.
DAX

Anleger hoffen auf erneute Gespräche zwischen Washington und Teheran
Trump sagte einem ABC-Interview zufolge, dass es bereits noch in dieser Woche erneut Gespräche zwischen Washington und Teheran geben könne. US-Präsident Donald Trump hatte zudem jüngst mitgeteilt, dass der Krieg „fast vorüber“ sei.
Ein belastbarer diplomatischer Durchbruch bleibt Anlegern allerdings auch am Mittwoch weiter verwehrt. Erst am Wochenende waren die Gespräche in Pakistan zwischen Delegationen aus dem Iran als auch aus den USA ergebnislos geblieben.
Somit bleibt weiterhin eine spürbare Skepsis bestehen. Zu oft wurden Anleger in den vergangenen Wochen enttäuscht, als dass nun uneingeschränkter Optimismus dominieren könnte. Viele Marktteilnehmer dürften daher weiterhin mit angezogener Handbremse agieren.
Ebenfalls im Fokus steht dabei die Straße von Hormus, welche als strategisches Nadelöhr für den globalen Öl- und Erdgashandel fungiert. Die USA blockieren zum Teil seit Montag die Meerenge.
Wirtschaftsdatenkalender: Wenige potenzielle Impulsgeber – Fed-Vertreter voraus
Auch wenn der Wirtschaftsdatenkalender in dieser Handelswoche äußerst überschaubar ausfällt, gilt es immer wieder potenzielle Impulsgeber zu beachten.
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag sollten Anleger chinesische Konjunkturdaten im Auge behalten (04:00 Uhr). Erwartet wird ein Zahlenwerk zur BIP-Wachstumsrate, zur Industrieproduktion als auch zu den Einzelhandelsumsätzen.
Am Donnerstag stehen für gewöhnlich die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe (14:30 Uhr) sowie eine Rede durch John Williams von dem Fed-Notenbankableger aus New York auf der Agenda (14:35 Uhr).
Daten zur US-Industrieproduktion gilt es um 15:15 Uhr im Auge zu behalten.
Eine Rede durch Thomas Barkin von der Richmond-Fed (18:15 Uhr) rundet die Handelswoche ab. Größere Hoffnungen auf US-Zinssenkungen machen sich Anleger allerdings derzeit keine, zumal die wirtschaftlichen Aussichten wegen des andauernden Iran-Kriegs ohnehin ungewiss bleiben.
Laut Angaben des „Fed-Watch-Tools“ der CME Group liegt die Chance für eine Zinspause auf der nächsten planmäßigen Sitzung derzeit bei 99,5 Prozent. Das Zinsband selbst liegt aktuell bei 3,50 bis 3,75 Prozent.
US-Berichtssaison könnte Impulse senden
Im Blick behalten sollten Anleger heute auch jenseits des Atlantiks die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsquartals von Bank of America Corp (ISIN: US0605051046) und Morgan Stanley (ISIN: US6174464486) sowie am Donnerstag von Netflix (ISIN: US64110L1061).



