Die geopolitischen Entwicklungen in puncto Nahostkonflikt dürften Anleger auch rund zwei Wochen nach Ausbruch der geopolitischen Eskalation weiter beschäftigen. Insbesondere der Anstieg des Ölpreises und die damit einhergehende Furcht vor einer Abkühlung der Weltkonjunktur könnte Marktteilnehmern weiterhin Kopfzerbrechen bereiten.
Im Fokus der neuen Handelswoche dürften insbesondere die Notenbanksitzungen der großen Währungshüter Federal Reserve (Fed) und Europäische Zentralbank (EZB) stehen.
Geopolitische Risiken weiterhin im Blick – Nahostkonflikt schürt Rezessionssorgen
Die nach wie vor andauernden Kampfhandlungen im Nahostkonflikt könnten nach wie vor zulasten der Risikofreude der Anleger gehen. US-Präsident Donald Trump hatte jüngst Unterstützung durch die NATO bei der Sicherung von Öltransporten in der Straße von Hormus gefordert. Die strategisch wichtige Meerenge gilt als Nadelöhr für den internationalen Ölhandel. Im Jahr 2024 passierten im Mittel am Tag rund 20 Millionen Barrel Rohöl die Meerenge, was etwa 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs entspricht.
US-Erzeugerpreise am Mittwoch voraus – US-Notenbank dürfte in Sachen Zinsen ihre Füße stillhalten
Daten zur US-Industrieproduktion warten bereits heute auf Anleger (14:15 Uhr). Während der Dienstag weniger relevante potenzielle Impulsgeber vorsieht, sollten Anleger insbesondere ihren Fokus auf den Mittwoch richten.
Am Mittwochnachmittag werden zunächst die US-Erzeugerpreisdaten erwartet (13:30 Uhr), welche Inflationssignale abgeben und damit geldpolitische Impulse liefern könnten.
Auch die Auftragseingänge der Industrie sollten beachtet werden (15:00 Uhr).
Ihre Aufmerksamkeit dürften Anleger folgerichtig am Abend auf den Fed-Leitzinsentscheid (19:00 Uhr) sowie die anschließende FOMC-Pressekonferenz mit Jerome Powell richten (19:30 Uhr).
Allerdings rechnen laut Angaben des sogenannten „Fed-Watch-Tool“ der CME Group lediglich 0,9 Prozent der Marktteilnehmer mit einem Zinsschritt in Summe von 25 Basispunkten und 99,1 Prozent mit einer Zinspause. Das Zinsband in den USA liegt derzeit bei 3,50 bis 3,75 Prozent.
Europäische Zentralbank entscheidet am Donnerstag über Leitzins – Nahostkonflikt dürfte vorerst dominierendes Thema bleiben
Am Donnerstag rückt folgerichtig der Leitzinsentscheid der europäischen Kollegen (EZB) in den Mittelpunkt (14:15 Uhr). EZB-Präsidentin Christine Lagarde wird um 14:45 Uhr vor der Öffentlichkeit erwartet.
Ob es zu einer Zinssenkung in den Reihen der EZB kommt, bleibt ebenfalls fraglich.
Unter dem Strich dürften Anleger möglicherweise durch die geldpolitischen Entwicklungen temporär von den Entwicklungen im Nahostkonflikt abgelenkt werden. Auch wenn sich die Märkte derzeit keine größeren Hoffnungen insbesondere auf US-Leitzinssenkungen machen, sollte die erwartete Rede durch Jerome Powell mit Argusaugen beobachtet werden. Möglicherweise könnte es Aussagen zur aktuellen Inflationsentwicklung wegen des andauernden Iran-Kriegs geben.
Dow Jones Industrial Average Index

Ölpreis (WTI)




