Nach der jüngsten Rekordserie im DAX könnte Anleger hierzulande erneut einen Angriff auf weitere Bestmarken wagen. Getragen wird die Rallye vor allem von der Aussicht auf eine weiterhin umsichtige Geldpolitik der US-Notenbank. Anleger setzen darauf, dass geldpolitische Entscheidungen auch im weiteren Jahresverlauf wachstumsfreundlich und berechenbar ausfallen dürften. Auffallend ist, dass geopolitische Unwägbarkeiten derzeit kaum Beachtung finden. Risiken, die weiterhin wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Marktteilnehmer schweben, werden vom Markt weitgehend ausgeblendet. Der Markt befindet sich klar im Modus der Risikoverdrängung. Solange die Hoffnung auf eine besonnene Geldpolitik dominiert, rücken geopolitische Belastungsfaktoren in den Hintergrund. Die laufende Neujahrsrallye scheint damit vorerst intakt. Die ausgeprägte Sorglosigkeit treibt die Kurse, erhöht aber zugleich die Verwundbarkeit des Marktes, sollte eines der verdrängten Risiken plötzlich wieder in den Fokus rücken. Im weiteren Wochenverlauf blicken Anleger auf weitere US-Preisdaten sowie deutsche Konjunkturwerte sowie auf weitere Quartalszahlen aus den USA
DAX
Kernrate der US-Inflation fällt niedriger aus als erwartet – Zinssenkungsfantasien bleiben am Leben
Nach Veröffentlichung der US-Inflationsdaten am Dienstag dürften sich Anleger nach wie vor ihren Kopf über die zukünftige Ausgestaltung der US-Geldpolitik zerbrechen. In der größten Volkswirtschaft der Welt lag der Preisdruck im Dezember (gegenüber dem Vorjahresmonat) bei 2,7 Prozent und damit so hoch wie im November. Die Kernrate der Inflation lag allerdings im gleichen Zeitraum bei 2,6 Prozent und damit unter den Erwartungen (2,7 Prozent), nach ebenfalls 2,6 Prozent im Vormonat.
Laut Angaben des „Fed-Watch-Tools“ der CME Group rechnen allerdings lediglich 2,8 Prozent der Marktteilnehmer mit einem Zinssenkungsschritt in Höhe eines Viertelprozentpunkts auf der kommenden Sitzung am 28. Januar und 97,2 Prozent mit einer Zinspause. Am 18. März und am 29. April will die Fed zudem planmäßig zusammenkommen, um über das zukünftige Leitzinsniveau zu entscheiden.
US-Erzeugerpreise könnten wichtige geldpolitische Impulse senden – BIP-Wachstumsrate hierzulande am Freitag im Blick
Am heutigen Mittwoch stehen etwa noch die US-Erzeugerpreise auf der Agenda (14:30 Uhr), welche ebenfalls wichtige geldpolitische Impulse hervorbringen könnten. Auch die Einzelhandelsumsätze gilt es zur gleichen Uhrzeit zu beachten.
Während am Donnerstag weniger potenzielle Impulsgeber auf dem Plan stehen, dürfte sich die Aufmerksamkeit am Freitag auf die BIP-Wachstumsrate für das Gesamtjahr richten.
Auch wenn die Berichtssaison hierzulande noch nicht gestartet ist, könnte sich der Blick auf die Quartalszahlen in den USA möglicherweise lohnen. Traditionell haben jenseits des Atlantiks dort bereits die US-Großbanken die Berichtssaison eingeläutet.
Impulse aus den USA denkbar: US-Großbanken legen Zahlen vor
Am heutigen Tag berichten die Bank of America (ISIN: US0605051046) und Wells Fargo (ISIN: US9497461015) sowie die Citigroup (ISIN: US0605051046) über ihr Geschäft aus dem abgelaufenen Quartal. Am Donnerstag stehen die Zahlen von Goldman Sachs (ISIN: US38141G1040) und Morgan Stanley (ISIN: US6174464486) nebst BlackRock (ISIN: US09290D1019) im Blickpunkt.



