Im Fokus der Anleger dürfte neben der mit Spannung erwarteten Veröffentlichung neuer US-Inflationsdaten der Leitzinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) stehen. Nach den jüngsten US-Jobdaten vom Dienstag dürfte die Kauflaune am deutschen Aktienmarkt aber überschaubar bleiben. Ob sich Anleger vor den Weihnachtsfeiertagen noch mal aus der Reserve locken lassen, bleibt fraglich.
DAX
Erhoffter Rückenwind durch US-Arbeitsmarktberichte bleibt aus
Im Oktober ging der Stellenaufbau in den Vereinigten Staaten außerhalb der Landwirtschaft um 105.000 Stellen zurück. Im November konnte der Jobmarkt ein Plus von 64.000 Stellen aufweisen. Die Arbeitslosenquote kletterte im November auf 4,6 Prozent, was gleichzeitig dem höchsten Stand seit vier Jahren entspricht. Die Quote für den Monat Oktober wurde am Dienstagnachmittag nicht publiziert.
Aktuell rechnen laut Angaben des „Fed-Watch-Tools“ der CME Group 19,9 Prozent der Marktteilnehmer mit einem weiteren Zinsschritt in Höhe eines Viertelprozentpunkts auf der ersten Sitzung im neuen Jahr (28. Januar 2026), nach 24,4 Prozent Wahrscheinlichkeit von vor einem Tag. Nach dem Zinsschritt von vor einer Woche könnte die Fed tendenziell zunächst ihre Füße stillhalten, was die allgemeine Risikolaune bremsen dürfte.
Anleger müssen ifo-Geschäftsklimaindex verarbeiten
Bereits am heutigen Vormittag mussten Anleger neue Daten zum vielerorts beachteten ifo-Geschäftsklimaindex verarbeiten. So verschlechterte sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft abermals. Im Dezember sackte besagter Index um 0,4 Zähler auf 87,6 Punkte ab. Monatlich befragt das in München ansässige Institut rund 9.000 Führungskräfte. Erwartet wurde im Vorfeld ein leichtes Plus.
EZB könnte Leitzins unverändert lassen – Geldpolitische Impulse durch Christine Lagarde möglich
Die Verkündung des EZB-Leitzinsniveaus wird am Donnerstag für 14:15 Uhr erwartet. Die anschließende Pressekonferenz mit Christine Lagarde rückt ab 14:45 Uhr in den Fokus.
Dass die EZB an den Zinsschrauben dreht, wird weniger erwartet. Der sogenannte Einlagenzins liegt aktuell bei 2,0 Prozent.
US-Inflationsdaten für November werden am Donnerstagnachmittag erwartet
Frische US-Verbraucherpreisdaten werden dazwischen, also um 14:30 Uhr erwartet. Allerdings handelt es sich bei besagten Werten um die November-Werte. Wegen des US-Haushaltsstreits konnten die Daten für den Monat Oktober nicht nachträglich erfasst werden.
Erwartet wird auch die Kernrate der US-Inflation, welche für die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) nicht zuletzt als Richtschnur im Hinblick auf die Inflationsbeurteilung angesehen wird.
Im September lagen die Verbraucherpreise bei 3,0 Prozent und damit deutlich über dem mittelfristig angepeilten Zielwert von 2,0 Prozent. Trotz der hartnäckigen Inflation entschied sich die Fed am vergangenen Mittwoch für einen Zinssenkungsschritt in Höhe eines Viertelprozentpunkts. Dabei verwiesen die Währungshüter auf die zunehmenden Risse am Arbeitsmarkt.
Verbraucherstimmungsdaten dies- und jenseits des Atlantiks am Freitag im Blick
Am Freitag stehen hierzulande neue Daten zur GfK-Verbraucherstimmung auf dem Plan (08:00 Uhr).
Die finalen Verbraucherstimmungsdaten für die USA (Uni Michigan) runden die Handelswoche um 16:00 Uhr ab.



