Wegen des anstehenden Leitzinsentscheids der US-Notenbank am kommenden Mittwoch haben sich Anleger dies- und jenseits des Atlantiks in den vergangenen Handelstagen mit größeren Engagements zurückgehalten. Allerdings lieferten Konjunkturdaten für die USA als auch die Eurozone immer wieder wichtige Impulse.
DAX
ISM-Einkaufsmanager für verarbeitendes Gewerbe enttäuschen – Dienstleistungssektor besser als gedacht
Der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, welcher am Dienstag publik wurde, lag mit 48,2 Punkten etwas unter den Erwartungen (48,6 Punkte), nach 48,7 Zählern im Vormonat.
Das Pendant zum Einkaufsmanager (ISM) für den Dienstleistungssektor wurde am Mittwoch veröffentlicht und konnte mit 52,6 Punkten die im Vorfeld getätigten Erwartungen (52,1 Punkte) übertreffen, nach 52,4 Einheiten im Vormonat.
ADP-Daten beflügeln Zinssenkungsfantasien - Offizieller US-Arbeitsmarktbericht wird erst am 16. Dezember publik
Da die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls) heute wegen des mittlerweile beigelegten US-Haushaltsstreits nicht veröffentlicht werden, dürften die sogenannten ADP-Beschäftigungsdaten zur Wochenmitte verstärkt Gehör gefunden haben. Die Beschäftigung in der Privatwirtschaft gestaltete sich im vergangenen Monat um 32.000 Einheiten rückläufig, nach einem Plus (korrigiert) im Oktober von insgesamt 47.000 Stellen. Von Reuters befragte Fachleute hatten im Vorfeld mit einem Plus von 10.000 Einheiten gerechnet. Der sogenannte ADP-Bericht wird zusammen mit dem Stanford Digital Economy Lab erstellt und kann in einen ersten Vorgeschmack auf die „NFPs“ abgeben, welche allerdings erst am 16. Dezember und damit nach der Fed-Sitzung publik werden. Erwartet werden die Berichte für Oktober als auch November.
Im September wurden außerhalb der Landwirtschaft 119.000 neue Jobs geschaffen. Jedoch lag die Arbeitslosenquote mit 4,4 Prozent auf dem höchsten Stand seit vier Jahren.
Rund eine Woche vor dem Fed-Leitzinsentscheid am 10. Dezember haben sich Anleger somit tendenziell bedeckt gehalten. 87,2 Prozent der Marktteilnehmer rechnen derzeit laut Angaben des „Fed-Watch-Tools“ der CME Group mit einem Zinssenkungsschritt in Höhe eines Viertelprozentpunkts. Von hoher Bedeutung dürften allerdings Aussagen durch Fed-Chef Jerome Powell auf der anschließenden FOMC-Pressekonferenz über die zukünftige Ausgestaltung der US-Geldpolitik sein.
EU-BIP legt gegenüber dem Vorquartal stärker zu als erwartet
Beachtung fanden heute Vormittag zudem noch neue Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt aus der Eurozone. Im dritten Quartal konnte das sogenannte BIP um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zulegen. Zuvor hatte die Wirtschaft lediglich um 0,1 Prozent anziehen können. Als Hintergrund für den Anstieg wurden höhere Investitionen genannt.
US-Preisdaten und Verbrauchervertrauen (Uni Michigan) zum Wochenabschluss im Blick
Zum Wochenabschluss warten auf Anleger heute noch wichtige US-Preisdaten (Kernrate der persönlichen Konsumausgaben), welche möglicherweise wichtige geldpolitische Impulse liefern könnten (16:00 Uhr). Besagte Daten werden für die US-Notenbank als wichtiges Inflationsmaß angesehen. Allerdings handelt es sich bei den Werten um die September-Daten. Fachleute erwarten ein Plus um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, nach 2,7 Prozent im August.
Vorläufige Daten zur Verbraucherstimmung (Uni Michigan) gilt es abschließend zur beachten (16:00 Uhr).
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