Marktteilnehmer zeigen sich erleichtert über die jüngsten Äußerungen des Fed-Chefs. Die durch Jerome Powell ausgelöste vorweihnachtliche Stimmung wird jedoch durch die Spannungen im Handelsstreit zwischen den USA und China gedeckelt. Solange der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt ungelöst bleibt, kann selbst eine zunehmende Zinssenkungsfantasie die anhaltende Verunsicherung an den Märkten nicht vollständig ausgleichen.
In einem insgesamt dünnen Wirtschaftsdatenkalender könnte es allerdings immer wieder zu potenziellen Impulsen kommen.
DAX
Fed-Chef Jerome Powell nährt Zinssenkungsfantasien in den USA
Laut Angaben des Fed-Chefs scheine die US-Wirtschaft trotz der Schwächesignale vom Arbeitsmarkt robust. Dabei verwies er auf Daten, die vor dem „Government Shutdown“ veröffentlicht wurden, welche auf einen stabileren Wachstumskurs schließen würden. Seiner Meinung nach gebe es allerdings „keinen risikolosen Weg“ für die Geldpolitik. Zugleich sagte er, dass sich die Lohnzuwächse „stark verlangsamt“ hätten, was wahrscheinlich partiell mit einem geringeren Plus der Beschäftigung zu erklären sei, so Powell am Dienstagabend in Philadelphia.
„Wir werden unsere Geldpolitik auf der Grundlage der Entwicklung der Konjunkturaussichten und der Risikoabwertung festlegen, statt einem vorgegebenen Weg zu folgen“, hieß es weiter.
Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China nicht vom Tisch - Unsicherheit dürfte bleiben
Auch der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China dürfte Anleger weiter beschäftigen. Die USA und China hatten am Dienstag neue Hafengebühren für Frachtschiffe angeordnet, womit sich der Konflikt ausgeweitet haben dürfte. Erst am Freitag hatte US-Präsident Donald Trump mit Zöllen auf China-Einfuhren in Höhe von 100 Prozent gedroht. Am Sonntag schlug er allerdings wieder einen versöhnlicheren Ton an. Demnach wollten die USA „China helfen, nicht schaden“. „Machen Sie sich keine Sorgen um China, alles wird gut. Der hoch respektierte Präsident Xi hat nur einen schlechten Moment gehabt“, so Trump. Das chinesische Handelsministerium erklärte wiederum, dass Trumps Zollankündigung ein „typisches Beispiel für Doppelmoral“ sei. „Bei jeder Gelegenheit mit hohen Zöllen zu drohen, ist nicht der richtige Ansatz im Umgang mit China“, hieß es.
Veröffentlichung der US-Inflationsdaten verschieben sich – Publikation weiterer Wirtschaftsdaten unklar
Eigentlich wäre für diesen Mittwoch die Veröffentlichung frischer US-Inflationsdaten vorgesehen, welche auf Freitag, den 24. Oktober verschoben wurde. Unklar bleibe Medienberichten zufolge die Publikation der US-Einzelhandelsumsätze und Erzeugerpreise am Donnerstag sowie Daten zur Industrieproduktion am Freitag.
Rede durch Fed-Vertreter wie Stephen Miran (15:00 Uhr und 22:15 Uhr), Michael Barr (15:00 Uhr) und Christopher Waller (15:00 Uhr) sowie Michelle Bowman (16:00 Uhr) könnten am Donnerstag immer wieder wichtige Impulse senden.
US-Berichtssaison könnte auch hierzulande für Impulse sorgen
Am heutigen Mittwoch richtet sich zudem die Aufmerksamkeit weiterhin auf die Veröffentlichung von Quartalszahlen in den USA. Neben den Ergebnissen des abgelaufenen Geschäftsquartals von Bank of America (ISIN: US0605051046) werden die Zahlen von Morgan Stanley (ISIN: US6174464486) erwartet.



