Anleger sehen sich mit einem klassischen Katz- und Mausspiel konfrontiert - erst Eskalation, dann Entspannung. Auf harte Rhetorik folgt versöhnliches Schulterklopfen. Das strategische Kräftemessen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften könnte schon bald in die nächste Runde gehen. In einem Spannungsfeld aus Drohkulisse und Versöhnung dürfte die Unsicherheit bestehen bleiben.
Aus Sicht des Wirtschaftskalenders könnte es in dieser Woche mit einer geplanten Powell-Rede und wichtigen US-Preisdaten spannend werden. Zudem dürfte es mit dem Start der US-Berichtssaison wichtige Impulse geben.
Die Verbraucherpreisdaten für September sollen laut Angaben des Bureau of Labor Statistics (BLS) allerdings erst am 24. Oktober veröffentlich werden.
Hin- und Her im Zollstreit zwischen den USA und China
Trump hatte am Freitagabend zunächst mit zusätzlichen 100-Prozent-Zöllen auf China-Importe spätestens ab November gedroht. Peking hatte zuvor angekündigt, den Export von Seltenen Erden strenger überwachen zu wollen. Aktuell liegen die US-Zölle auf chinesische Einfuhren bei 30 Prozent. China erhebt im Gegenzug zehn Prozent.
Am Sonntag hieß es dann allerdings: „Machen Sie sich keine Sorgen um China, alles wird gut. Der hoch respektierte Präsident Xi hat nur einen schlechten Moment gehabt“, so Trump auf seinem Onlinedienst Truth Social. Xi wolle „keine Depression“ für sein Land – und er selbst auch nicht, hieß es weiter.
Das chinesisches Handelsministerium hatte ebenfalls am Sonntag erklärt, dass Trumps Zolldrohung ein „typisches Beispiel für Doppelmoral“ sei. „Bei jeder Gelegenheit mit Zöllen zu drohen, ist nicht der richtige Ansatz im Umgang mit China.
Geldpolitische Impulse am Dienstag durch Powell möglich – US-Geldpolitik dürfte weiter Thema bleiben
Eine erwartete Rede durch Fed-Chef Jerome Powell könnte am Dienstag wichtige Impulse hervorbringen (18:20 Uhr).
Die US-Erzeugerpreise sowie die US-Einzelhandelsdaten stehen laut Datenkalender am Donnerstag auf der Agenda (14:30 Uhr).
Am Mittwochabend kommt es wie bereits in der vergangenen Handelswoche zu zahlreichen Reden durch verschiedene Fed-Vertreter, wie etwa durch Raphael Bostic (18:10 Uhr), Stephen Miran (18:30 Uhr) und Christopher Waller (19:00 Uhr).
Auch das „Beige Book“ aus den Reihen der US-Notenbank dürfte veröffentlicht werden (20:00 Uhr).
US-Berichtssaison startet: Großbanken legen traditionell zu Beginn ihre Zahlen vor
Traditionell läuten die US-Großbanken die Berichtssaison ein. Am Dienstag werden etwa die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsquartals von Goldman Sachs (ISIN: US38141G1040), JP Morgan Chase (ISIN: US46625H1005), Wells Fargo (ISIN: US9497461015) und Citi Group (ISIN: US1729674242) erwartet. Auch BlackRock (ISIN: US0920D1019) will seine Zahlen vorlegen.
Am Mittwoch stehen die Ergebnisse von Bank of America Corp (ISIN: US0605051046) und Morgan Stanley (ISIIN: US6174464486) auf der Agenda.
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