Nach Ausbleiben der offiziellen US-Arbeitsmarktdaten im Zuge des andauernden Haushaltsstreits könnte die Unsicherheit über die zukünftige Ausgestaltung der Geldpolitik in den Vereinigten Staaten bestehen bleiben. Umso genauer dürften Investoren jenseits des Atlantiks entsprechende Wirtschaftsdaten unter die Lupe nehmen.
Im Fokus der neuen Handelswoche dürften dabei insbesondere die „FOMC-Minutes“ stehen, welche Anleger nach geldpolitischen Hinweisen abklopfen sollten.
Sorgen Haushaltsstreit in den USA – Verzögerung weiterer Wirtschaftsdaten denkbar
Die Sorge um die Auswirkungen des partiellen Regierungsstillstands in den Vereinigten Staaten dürfte Marktteilnehmer nach wie vor umtreiben, auch wenn diese in den vergangenen Handelstagen versucht haben Gelassenheit an den Tag zu legen. Da eine Einigung zwischen Demokraten und Republikanern am vergangenen Dienstag ausgeblieben war, könnte es weiterhin zur Verzögerung von eigentlich angedachten Konjunkturdaten kommen.
Am Freitag war etwa die Publikation der „Non-Farm Payrolls“ ausgeblieben. Laut einer Schätzung des Fed-Ablegers aus Chicago dürfte sich die Arbeitslosenquote im September auf dem Vormonatswert von 4,3 Prozent eingependelt haben. Austan Goolsbee, Chef der Chicagoer Fed signalisierte, dass sich die Fed nach alternativen Daten umsehen müsse, sollten staatlichen Werte zum Arbeitsmarktmarkt, Inflation etc. nicht veröffentlicht werden.
Wie lange der „Government Shutdown“ in den Vereinigten Staaten anhält, ist fraglich. Der bis dato längste Shutdown erfolgte zwischen den Jahren 2018 und 2019. Damals war der Betrieb in der Regierung über fünf Wochen lang zum Erliegen gekommen.
Zahlreiche Reden durch verschiedene Fed-Vertreter im Fokus
Auch wenn der Wirtschaftsdatenkalender in dieser Woche vergleichsweise überschaubar ausfällt, könnte es dennoch immer wieder wichtige Impulse geben.
Am Dienstag sollten geplante Reden durch Fed-Mitglied Raphael Bostic (16:00 Uhr), Michelle Bowman (16:05 Uhr), Stephen Miran (16:30 Uhr) sowie Neel Kashkari (17:30 Uhr) beachtet werden.
Fed-Protokolle werden für Mittwochabend erwartet – Geldpolitische Hinweise denkbar
Am späten Mittwochabend (20:00 Uhr) warten auf Anleger die Mitschriften der jüngsten Fed-Notenbanksitzung. Im September hatte der US-amerikanische Währungshüter erstmals an den Zinsschrauben nach unten gedreht und das Leitzinsniveau um 25 Basispunkten auf eine Spanne von 4,00 bis 4,25 Prozent korrigiert. Marktteilnehmer dürften sich durch die Protokolle wichtige Hinweise in Sachen Geldpolitik versprechen.
Jerome Powell wird am Donnerstag vor Öffentlichkeit erwartet
Am Donnerstag dürfte eine Rede durch Fed-Chef Jerome Powell (14:30 Uhr) die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Auch Michelle Bowman (14:45 Uhr) sowie Michael Barr (18:45 Uhr) werden erwartet.
Das Verbrauchervertrauen (vorläufig) aus dem Hause Uni Michigan rundet aus Sicht des Wirtschaftskalenders die Handelswoche ab (16:00 Uhr).
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