In der neuen Handelswoche dürfte die Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks wieder verstärkt auf Interesse stoßen. Nach dem jüngsten US-Jobbericht stehen frische Inflationsdaten für die Vereinigten Staaten auf der Agenda. In der Eurozone kommt die EZB das letzte Mal in diesem zusammen, um über die geldpolitische Zukunft zu entscheiden.
US-Arbeitsmarktdaten vom vergangenen Freitag dürften Anleger weiter beschäftigen
Mit insgesamt 200.227 neuen Jobs konnten im vergangenen Monat deutlich mehr Jobs geschaffen werden als von Ökonomen im Vorfeld erwartet (200.000). Allerdings zog die separat ermittelte Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent an.
Auch die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im Vergleich zum Vormonat wieder, was der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) tendenziell Bauchschmerzen bereiten könnte. Allerdings scheint die Dynamik des Jobaufbaus etwas an Schwung zu verlieren. In diesem Kontext setzen Anleger weiterhin auf eine Zinssenkung am 18.12. um einen Viertelprozentpunkt.
China-Daten in erster Wochenhälfte im Blick – US-Kernteuerung könnte auf der Stelle treten
Auch wenn der Wirtschaftsdatenkalender zu Wochenbeginn weniger relevante Impulsgeber vorsieht, sollten sich Anleger in den kommenden Tagen auf einige Hochkaräter einstellen.
Am Dienstag rücken zunächst wichtige China-Daten in den Fokus. In der Nacht von Montag auf Dienstag (04:00 Uhr) werden Import- und Exportdaten publik.
Wie rund der Wirtschaftsmotor in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt läuft, könnten Anleger auf die Goldwaage legen.
Zur Wochenmitte dürften mit Hochspannung die US-Inflationsdaten nach geldpolitischen Hinweisen abgeklopft werden (14:30 Uhr), welche mit über Wohl und Wehe der Börsenwoche entscheiden könnten.
Für die Kernrate der Inflation wird eine Teuerungsrate von 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat erwartet und damit keine Veränderung.
Die Inflationsrate inklusive der Treiber Energie und Lebensmittel dürften Prognosen zufolge um 2,7 Prozent angezogen haben und damit etwas stärker als im Oktober (2,7 Prozent).
Ebenfalls von Bedeutung sollten am Donnerstag die US-Erzeugerpreise sein, welche um 14:30 Uhr erwartet werden. Besagte Daten können nicht zuletzt wichtige Hinweise auf die Teuerungsentwicklung abgeben.
EZB dürfte Zinsen um 25 Basispunkte senken – Hoffen auf weiter global sinkende Kapitalmarktzinsen
Am Donnerstag dürften sich die Blicke der US-Anleger auf die Entwicklungen in der Eurozone richten, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) über die zukünftige Geldpolitik entscheidet. Der für den Finanzmarkt als richtungsweisend angesehene Einlagenzinssatz könnte um einen Viertelprozentpunkt auf 3,0 Prozent gesenkt werden (14:15 Uhr). Ab 14:45 Uhr folgt die EZB-Pressekonferenz mit Christine Lagarde. Größere Überraschungen erwarten Investoren allerdings nicht.
Am Freitag stehen wie am Montag keine bedeutenden Termine auf der Agenda. Rund einem Monat nach der US-Präsidentschaftswahl könnten sich Anleger für einen möglichen Jahresendspurt positionieren. Mit Veröffentlichung neuer US-Inflationsdaten hoffen Marktteilnehmer auf die Weichenstellung für eine weitere Zinssenkung in diesem Jahr durch die US-Notenbank.



