Die Aussicht auf sinkende Leitzinsen dies- und jenseits des Atlantiks könnte die Attraktivität von Anteilsscheinen gegenüber festverzinslichen Anlagen weiter erhöhen. Auch die durch die chinesische Regierung in Aussicht gestellten Konjunkturhilfen dürften weiterhin für Gesprächsstoff sorgen.
Gespannt blicken Anleger nun auf die EZB-Sitzung am Donnerstag. Impulse dürfte es aus den USA zudem durch die laufende Berichtssaison geben.
DAX Chart
Quelle: Tradingview
Rede durch Christine Lagarde im Blick – Anleger hoffen auf Zinssenkung durch EZB am Donnerstag
Auch wenn der Wirtschaftsdatenkalender in dieser Woche insgesamt überschaubar ausfällt, sollten Anleger dennoch ein paar potenzielle Impulsgeber im Auge behalten.
Im Fokus der Anleger steht am heutigen Abend eine Rede durch EZB-Präsidentin Christine Lagarde (21:40 Uhr).
Über Wohl und Wehe der Börsenwoche könnte am Donnerstag der Leitzinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) entscheiden. Für 14:15 Uhr wird mit Verkündung des neuen Leitzinses gerechnet. Eine halbe Stunde später steht die Pressekonferenz auf der Agenda. Ausnahmsweise findet die Sitzung diesmal in Slowenien statt.
Erwartet wird eine Senkung des EZB-Einlagenzinssatzes in Höhe von 25 Basispunkten auf ein Niveau von 3,5 Prozent. Auch auf der kommenden Dezember-Sitzung (12.12.2024) wird ein Zinsschritt um einen Viertelprozentpunkt erwartet.
EZB-Chefvolkswirt Philip Lane hatte zuletzt betont, dass die EZB das Zinssenkungstempo verschärfen müsse, falls sich die Wirtschaftsaussichten weiter eintrüben würden.
US-Daten könnten geldpolitische Hinweise liefern – China-Stimuli als Kurstreiber
Wichtig dürften auch die US-amerikanischen Einzelhandelsumsätze sowie die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe werden (14:30 Uhr).
Bedeutende China-Daten stehen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auf der Agenda (04:00 Uhr). Neben dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) werden neue Daten zur Industrieproduktion und zum Einzelhandel publik. Besagte Wirtschaftsdaten könnten wichtige Hinweise in Bezug auf die zukünftige Ausgestaltung der US-Geldpolitik liefern. Geplant ist die nächste Fed-Sitzung für den 07. November.
Bereits zu Wochenbeginn wurde publik, dass China die Ausgabe spezieller Staatsanleihen erwäge, um die angekündigten Konjunkturhilfen finanzieren zu können. Innerhalb von drei Jahren wolle man einen Betrag von sechs Billionen Yuan (774 Milliarden Euro) aufnehmen. Bereits am vergangenen Wochenende hatte der chinesische Finanzminister Lan Foan angekündigt, die Verschuldung „deutlich erhöhen“ zu wollen. Ende September hatte China das größte Konjunkturprogramm für die heimische Wirtschaft seit der Corona-Pandemie in Aussicht gestellt.
US-Großbanken und Konsumgüterhersteller im Blick
Für zusätzlich wichtige Impulse dürfte zudem auch die Berichtssaison in den USA sorgen. Am Donnerstag stehen die Zahlen von Morgan Stanley und Netflix im Fokus. Am Freitag berichten American Express und Procter & Gamble. Besagte Zahlen könnten auch Einfluss auf das Börsengeschehen hierzulande ausüben.



