Schwache US-Konjunkturdaten haben Anleger am deutschen Aktienmarkt in der ersten Wochenhälfte umgetrieben. Die Furcht vor einer Konjunkturabkühlung in den USA geht insbesondere zulasten von Techwerten.
Ihren Fokus dürften Anleger nun auf weitere Wirtschaftsdaten sowie insbesondere die Veröffentlichung neuer US-Arbeitsmarktdaten richten.
DAX Chart
Quelle: Tradingview
Einkaufsmanagerindex für US-Industrie enttäuscht – NVIDIA verliert 279 Milliarden Dollar an nur einem Tag
Auslöser für die schlechte Stimmung am Markt war am Dienstag der sogenannte Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie, welcher im August mit 47,2 Zählern schwächer ausfiel als erwartet und damit immer noch unter der Wachstumsschwelle von 50 Einheiten notiert.
Die Titel von NVIDIA verloren am Dienstag auf Tagessicht rund 9,5 Prozent, was dem höchsten Tagesverlust eines US-Unternehmens entspricht. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge habe das US-Justizministerium dem Konzern eine Vorladung geschickt. Untersucht werden solle, ob NVIDIA den Wechsel zu anderen Lieferanten erschwere.
Am heutigen Mittwochabend (20:00 Uhr) richtet sich der Blick auf das sogenannte „Beige Book“ in den USA, welches einen Überblick über die aktuelle Wirtschaftslage verspricht.
ADP-Daten liefern am Donnerstag erste Indikation auf Non-Farm Payrolls ab – Weitere US-Daten im Fokus
Am Donnerstag dürften die ADP-Daten für gewöhnlich einen ersten Appetizer auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag abgeben (14:15 Uhr).
Auch die wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe könnten auf Interesse stoßen (14:30 Uhr).
Der ISM-Index für den Dienstleistungssektor steht um 16:00 Uhr im Fokus. Nach Veröffentlichung des Pendants für das verarbeitende Gewerbe am Dienstag dürften die Daten möglicherweise auf die Goldwaage gelegt werden.
Der Freitag verspricht indes zahlreiches Bewegungspotenzial. Um 11:00 Uhr wird zunächst die BIP-Wachstumsrate für die Eurozone publik. Ökonomen erwarten einer dritten Schätzung zufolge ein Plus von 0,6 Prozent, nach 0,5 Prozent in Q1 (gegenüber dem Vorjahresquartal).
Ökonomen erwarten deutliches Stellenplus nach Einbruch im Juli – NFPs als Gradmesser
Über Wohl und Wehe dürften am Nachmittag möglicherweise die Non-Farm Payrolls (NFPs) entscheiden (14:30 Uhr).
Sollte sich der Jobmarkt wie erwartet im Vergleich zum Vormonat deutlich besser entwickeln als erwartet (160.000 vs. 114.000 neue Stellen), dürfte dies die konjunkturellen Unwägbarkeiten möglicherweise lindern. Vor einem Monat hatte ein sonderbar schwacher US-Arbeitsmarktbericht die Sorge vor einer Rezession in den USA neu aufleben lassen und weltweit für Unruhe gesorgt.
Für die Arbeitslosenquote wird mit einem Stand von 4,2 Prozent gerechnet, nach 4,3 Prozent im Juli.
Unter dem Strich dürften die „NFPs“ als Belastungsprobe für die Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks fungieren.



