Nach einer fulminanten Handelswoche könnte sich die jüngst gestartete Abwärtsbewegung in den kommenden Tagen möglicherweise weiter fortsetzen. Schwache US-Konjunkturdaten sowie ein trüber Jobbericht brachten zuletzt die Rezessionsthematik zurück auf die Tagesagenda. Neben der laufenden Berichtssaison bleibt auch die Konstellation im Nahen Osten nicht aus den Augen zu verlieren.
US-Konjunkturdaten und Fed-Rede zu Wochenbeginn im Blick
Im Vergleich zur Vorwoche gestaltet sich der Wirtschaftsdatenkalender tendenziell überschaubar.
Wichtige China-Daten werden in der Nacht von Sonntag auf Montag publik. Der vielerorts beachtete Caixin-Composite-Index für das Reich der Mitte könnte wichtige Impulse zum Wochenstart liefern.
Im Blick gilt es am Montagnachmittag zunächst neue ISM-Daten für den Dienstleistungssektor (16:00 Uhr) zu beachten. Bereits am vergangenen Donnerstag hatte das Pendant für das verarbeitende Gewerbe enttäuscht und somit die konjunkturellen Sorgen zum Vorschein gebracht.
Eine Rede durch Mary Daly von der Fed in San Francisco könnte nach der Fed-Notenbanksitzung vom vergangenen Mittwoch für Impulse sorgen (23:00 Uhr).
Wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nach NFPs im Fokus
Während der Dienstag, Mittwoch und Freitag weniger relevante Impulsgeber hervorsehen, dürfte sich der Blick am Donnerstag um 14:30 Uhr den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe richten.
Der offizielle US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls) war am Freitag mit 114.00 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft deutlich schlechter ausgefallen als erwartet (175.000). Die Arbeitslosenquote lag mit 4,3 Prozent über den Erwartungen (4,1 Prozent).
Auch wenn ein schwacher Arbeitsmarkt tendenziell die Zinssenkungsfantasien der Anleger beflügeln dürfte, können im Gegenzug die damit im Zusammenhang stehenden Rezessionssorgen für Unbehagen am Markt sorgen. Für die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ist es grundsätzlich ein schmaler Grat, auf der einen Seite die Inflation nachhaltig zu bekämpfen, ohne den Konjunkturmotor dabei abzuwürgen.
Unternehmen aus den zweiten und dritten Reihen legen ihre Zahlen – Geopolitische Risiken nicht vom Tisch
Auch wenn in der neuen Handelswoche aus Sicht der Berichtssaison keiner der US-Börsenschwergewichte Zahlen vorlegt, könnte es immer wieder zu Impulsen kommen. Beispielsweise legen am Dienstag Uber und Airbnb ihre Zahlen vor. Am Mittwoch präsentieren etwa Walt Disney und am Donnerstag Eli Lilly ihre Geschäftszahlen des abgelaufenen Quartals.
Auch die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten und die damit im Zusammenhang stehenden geopolitischen Risiken gilt es nicht zu vernachlässigen. Anleger fürchten einen Flächenbrand in der Region, was nicht zuletzt auch zu Verwerfungen an den internationalen Aktienmärkten führen könnte.



