Für Anleger dies- und jenseits des Atlantiks dürfte insgesamt eine nervenaufreibende Handelswoche zu Ende gehen. Neben der Fed-Notenbanksitzung waren es insbesondere schwächer als erwartete US-Konjunkturdaten sowie zu hoch gesteckte Erwartungen an die Berichtssaison in den USA, welche für Enttäuschungen sorgten. Am Freitagnachmittag richtet sich der Blick auf die NFPs.
DAX Chart
Quelle: Tradingview
Deutsches BIP schwächer als gedacht – EU-Wirtschaftsleistung kann zulegen
Am Dienstag stachen insbesondere neue Daten zum deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) heraus, welche auf ganzer Linie enttäuschten. Entgegen den Erwartungen entwickelte sich die Wirtschaftsleistung hierzulande ersten Schätzungen zufolge im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal rückläufig. Ökonomen hatten im Vorfeld mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet.
Das Pendant für die Eurozone konnte hingegen um 0,3 Prozent zulegen und damit etwas besser als gedacht (0,2 Prozent).
Inflation hierzulande erweist sich als hartnäckig – EU-Teuerung zieht ebenfalls an
Dass sich die deutsche Inflation weiterhin hartnäckig zeigt, dürfte die Zinssenkungsfantasien der Marktteilnehmer etwas gedrosselt haben. Vorläufigen Zahlen zufolge lag die Teuerung im Juli bei 2,3 Prozent und damit über dem im Vorfeld geschätzten Wert (2,2 Prozent).
Zur Wochenmitte signalisierten neue Inflationsdaten für die Eurozone ebenfalls einen Anstieg der Teuerung. Die sogenannte Kernrate lag demnach mit 2,9 Prozent so hoch wie im Vormonat und damit um 0,1 Prozentpunkte höher als gedacht.
US-Fed lässt Leitzinsniveau unverändert – Powell öffnet Tür für Zinssenkung im September
Erwartungsgemäß drehte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am späten Mittwochabend nicht an den Zinsschrauben, womit das Leitzinsniveau weiterhin bei einer Spanne von 5,25-5,50 Prozent verharrt.
Fed-Chef Jerome Powell öffnete allerdings die Tür für eine mögliche Zinssenkung im kommenden September, ohne dabei allerdings klare Signale zu senden.
US-Konjunkturdaten enttäuschen – Non-Farm Payrolls runden Handelswoche ab
Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA enttäuschte am Donnerstag und erwies sich somit als Stimmungskiller. Mit 46,8 Punkten fiel besagter Einkaufsmanagerindex für den Juli deutlich schwächer aus als im Vormonat zuvor (48,5 Punkte).
Am heutigen Freitag richtet sich der Blick auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls). Ökonomen erwarten ein Stellenplus außerhalb der Landwirtschaft in Höhe von 175.000 Einheiten, nach 206.000 Einheiten im Vormonat. Folgerichtig dürfte die Arbeitslosenquote bei 4,1 Prozent verweilen. Schwächesignale vom Arbeitsmarkt dürften Anleger tendenziell begrüßen, da in diesem Zusammenhang die Zinssenkungsfantasien an Fahrt aufnehmen könnten.
Erwartungen an US-Techriesen offensichtlich zu hoch – Enttäuschung auch in Frankfurt am Main
Auch die Berichtssaison hatte es in dieser Woche in sich. So konnte etwa Microsoft seinen Umsatz zwar steigern, doch das Cloudgeschäft wächst trotz KI-Investitionen in Milliardenhöhe langsamer als erwartet.
Der weltgrößte Online-Händler Amazon enttäuschte am Donnerstagabend die Anleger mit seiner Umsatzprognose. Der iPhone-Hersteller Apple erwirtschaftete im vergangenen Quartal mit seinen Smartphones etwas weniger als gedacht. Im Gegenzug haben die Verkäufe der iPad-Tabletts allerdings die Lücke mehr als schließen können.
Unter dem Strich überwiegt damit zunächst die Enttäuschung. Die Messlatte an die Quartalszahlen der glorreichen Sieben bleibt damit offensichtlich weiterhin zu hoch.




