Nach vergleichsweise zwei unspektakulären Handelstagen sollte es der heutige Mittwoch in sich haben. Mit Argusaugen dürften Anleger neben der Veröffentlichung neuer US-Inflationsdaten auf den Fed-Zinsentscheid am Abend und die anschließende FOMC-Pressekonferenz mit Jerome Powell blicken. Auch in der zweiten Wochenhälfte gilt es neben US-Preisdaten weitere Fed-Reden im Auge zu behalten.
DAX Chart
Quelle: Tradingview
Deutsche Inflation zieht wieder etwas an – Frankreichs Notenbankchef bleibt in puncto EU-Inflation gelassen
Bereits am heutigen Morgen fielen die finalen Mai-Inflationsraten für die Bundesrepublik Deutschland mit 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat so hoch aus wie erwartet, nach 2,2 Prozent im April.
Der wieder anziehende Preisdruck könnte dafür sorgen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in puncto Zinssenkungen wieder bedachter agiert. Am vergangenen Donnerstag hatte der Währungshüter erstmals seit 2019 wieder an den berüchtigten Zinsschrauben nach unten gedreht.
Am Dienstag betonte Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau, dass die EZB trotz des Aufs und Abs bei den monatlichen Teuerungsdaten ihr Zwei-Prozent-Ziel erreichen werde. Im Mai hatte der Preisdruck in der Eurozone bei 2,6 Prozent gelegen.
Rückgang der Kernteuerung möglich – Fed-Zinspause erwartet
Großen Einfluss auf das Börsengeschehen dürften jedoch die Kernraten zur Inflation in den Vereinigten Staaten am Nachmittag ausüben (14:30 Uhr). Ökonomen erwarten in diesem Fall ein Plus von 3,5 Prozent nach 3,6 Prozent im April (per Jahresmonatsvergleich).
Möglicherweise dürfte die Entwicklung der Inflationsentwicklung entscheidenden Einfluss auf die heutige Notenbanksitzung ausüben. Dass die Fed eine Zinswende in die Wege leitet, gilt als unwahrscheinlich (20:00 Uhr). Marktteilnehmer rechnen mit einer Zinspause, sodass das Zinsband weiterhin bei 5,25 – 5,50 Prozent notieren dürfte.
Jerome Powell dürfte geldpolitische Signale senden – US-Preisdaten am Donnerstag erneut im Blick
Ihre Aufmerksamkeit sollten Investoren auf die Pressekonferenz mit Jerome Powell ab 20:30 Uhr richten und die Rhetorik möglicherweise auf die Goldwaage legen. Anleger erhoffen sich geldpolitische Hinweise.
Am Donnerstag könnten am Vormittag (11:00 Uhr) zunächst neue Daten zur Entwicklung der EU-Industrieproduktion für Impulse sorgen.
Am Nachmittag richtet sich der Fokus auf die sogenannten US-Erzeugerpreise (14:30 Uhr), welche als wichtige Indikation im Hinblick auf die zukünftige Teuerungsentwicklung angesehen werden. Neuesten Schätzungen zufolge rechnen Ökonomen in diesem Fall mit einem Plus von lediglich 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat (zuvor: +0,5 Prozent).
Nach dem starken US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag dürften auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe wieder stärker in den Fokus rücken (14:30 Uhr).
John Williams von der New York-Fed kommt um 18:00 Uhr zu Wort.
Die Handelswoche runden vorläufige Zahlen zum Verbrauchervertrauen (Michigan) um 16:00 Uhr ab, welche sich deutlich aufhellen könnten (69,1 Punkte vs. 72 Punkte).
Fed-Vertreter Austan Goolsbee (Chicago) könnte um 20:00 Uhr für weitere Impulse sorgen.



