Die zukünftige Ausgestaltung der Geldpolitik jenseits des Atlantiks dürfte weiterhin Gesprächsthema Nummer eins am deutschen Aktienmarkt bleiben.
Nach einer Rede durch Fed-Chef Jerome Powell blicken Anleger mit großer Spannung am heutigen Mittwoch auf die Veröffentlichung neuer US-Inflationsdaten. Auch die Berichtssaison dürfte weiterhin für wichtige Impulse sorgen.
DAX 40 Chart
Quelle: Tradingview
Deutsche Inflation fällt erwartungsgemäß aus – US-Erzeugerpreise befeuern Teuerung
Größere Überraschungen hatte es in der ersten Wochenhälfte hierzulande zunächst nicht gegeben. Die finalen Inflationsraten für die Bundesrepublik Deutschland waren mit mit 2,2 Prozent für den Monat April so hoch ausgefallen wie erwartet. Auch der ZEW-Index konnte sich gegenüber dem Vormonat erwartungsgemäß deutlich verbessern.
Indes befeuerten die sogenannten Daten zur US-Erzeugerpreisinflation zwischenzeitlich die geldpolitischen Sorgen. Der Preisdruck legte im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Prozent zu und damit stärker als erwartet (0,3 Prozent) nach -0,1 Prozent im Vormonat.
Nicht wirklich neue Erkenntnisse brachte eine Rede durch Jerome Powell bei einem Auftritt der Foreign Bankers‘ Association in Amsterdam.
"Das erste Quartal in den Vereinigten Staaten war bemerkenswert für das Fehlen von weiteren Fortschritten bei der Inflationsentwicklung", so Powell "Wir haben nicht erwartet, dass dies ein glatter Weg sein würde, aber die Inflationsraten waren höher als, wie ich glaube, jeder erwartet hat."
EU-BIP und US-Inflationsdaten zur Wochenmitte als Höhepunkte
Am heutigen Mittwoch dürfte sich der Blick zunächst auf die zweiten Schätzungen zum EU-Bruttoinlandsprodukt (BIP) richten, welche um 11:00 Uhr publik werden. Fachleute erwarten einen Zuwachs von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal (zuvor: 0,1 Prozent).
Für den Wochenverlauf entscheidend dürften jedoch die US-Inflationsdaten am Nachmittag sein (14:30 Uhr). Die Kernteuerung könnte im April bei 3,6 Prozent nach 3,8 Prozent im März gelegen haben (im Vergleich zum Vorjahresmonat).
Nachdem bereits am Montag und Dienstag verschiedene Fed-Vertreter zu Wort kamen, sollte am Abend neben Kashkari (18:00 Uhr) auch seine Kollegin Bowman (21:20 Uhr) das Interesse auf sich ziehen.
Weitere Fed-Reden im Blick – Berichtssaison dürfte für Impulse sorgen
Am Donnerstag setzt sich der Rede-Marathon der Fed-Vertreter mit Barr (16:00 Uhr), Harker (16:30 Uhr), Mester (18:00 Uhr) und Bostic (21:50 Uhr) weiter fort. Die Handelswoche schließt der Fed-Vertreter Waller am Freitag um 16:15 Uhr ab.
Die finalen Inflationsraten für die Eurozone (Kernrate) sollten Anleger ebenfalls gen Wochenschluss im Blick behalten (11:00 Uhr). Ökonomen erwarten einen Preisdruck von 2,7 Prozent nach 2,9 Prozent im März.
Ach die Berichtssaison dürfte immer wieder für wichtige Impulse sorgen. Zur Wochenmitte gilt der Blick den Zahlen der Commerzbank, RWE, E.ON sowie Allianz und Merck KGaA. Am Donnerstag legen Siemens und die Deutsche Telekom ihre Quartalszahlen vor.



