
Andreas Weiß
CapTrader ist derzeit wohl einer der attraktivsten Broker auf dem deutschen Markt. Besonders mit dem Familiendepot ist man hier der Konkurrenz weit voraus.
Grund genug für uns, in einem Interview mit CapTrader Geschäftsführer Andreas Weiß alle Fragen rund um das Familiendepot zu beantworten!
Eichhorn Coaching: Hallo Andreas und vielen Dank für das heutige Interview!
Andreas Weiß: Gern!
Starten wir direkt: Die Verwirrung ist derzeit groß. Das bisherige “Family and Friends”-Depot von CapTrader gibt es nicht mehr. Stattdessen bietet ihr nun ein “Familiendepot” an. Was ist der Unterschied?
Der Unterschied ist zunächst einmal, dass wir das “Friends” gestrichen haben. Früher war es möglich, für Familienmitglieder und Freunde ein Verwalterkonto zu eröffnen und für diese Personen zu handeln. Das geht jetzt allerdings nicht mehr. Es handelt sich beim Familiendepot tatsächlich um ein Familiendepot, das heißt: Eine Person kann ein solches Konto anlegen und dort für bis zu fünf tatsächliche Familienmitglieder handeln.
Außerdem ist die Gesamtzahl der Konten auf 15 beschränkt. Man kann also, wie gewohnt, mehrere Konten pro Person anlegen und hier zum Beispiel unterschiedliche Strategien anwenden - ein Konto könnte vielleicht nur für Aktien eingesetzt werden, ein anderes nur für Optionen …
Das ist auch weiterhin möglich; die Anzahl ist allerdings auf maximal 15 Konten für 5 Familienmitglieder beschränkt.
Wie du schon erwähnt hast, gibt es an der Spitze des Familiendepots eine Person, die das Konto betreut, darunter finden sich die jeweiligen Unterkonten. Kannst du uns zu diesem obenstehenden “Masterkonto” oder “F-Konto” ein paar weitere Informationen geben?
Schon bei der Kontoeröffnung wird zunächst ein sogenanntes “Financial Adviser”-Konto angelegt. Im nächsten Schritt bestätigt man dann allerdings, dass man nicht wirklich ein Financial Adviser ist - hierbei würde es sich um einen Finanzberater handeln. Der Unterschied in unserer Struktur: Für einen Finanzberater würden, zum Beispiel im Rahmen unserer Managed Accounts, Gebühren oder Management Fees anfallen. Bei einem Familiendepot geht das allerdings nicht, denn hier gibt es keine solchen Kosten. Stattdessen eröffnet eine natürliche Person, der sog. Händler, dieses reguläre Konto. Man gibt dies auch entsprechend so an, wenn man den Konto-Antrag ausfüllt.
Werden dann später auch die Kursgebühren für die Unterkonten von diesem F-Konto/Masterkonto abgezogen?
Genau! Die Gebühren werden vom F-Konto abgezogen. Auch Abonnements für Real-Time Daten und ähnliches laufen über dieses Konto.
Zum Thema Familienmitglied: Was ist denn überhaupt ein Familienmitglied nach eurer Definition, wie tief geht ihr hier ins Detail?
Wir erkennen die Verwandtschaft einerseits am gleichen Nachnamen. Aber auch Familienmitglieder, die nicht den gleichen Namen führen, können natürlich trotzdem ein Familiendepot nutzen. In diesen Fällen müssen wir entsprechend weitere Dokumente anfordern, um sicherzugehen, dass hier eben nicht nur für Freunde, sondern die eigene Familie gehandelt wird.
Eine häufig gestellte Frage aus unserer Community betrifft das Thema Trading-GmbH. Hier kann es ja ebenfalls Konstellationen geben, in denen eine solche GmbH als eigenes Unterkonto Teil des Familiendepots werden könnte. Geht das?
Ja, es ist möglich, die eigene Trading-GmbH als Unterkonto im Familiendepot zu führen. Dazu muss der Inhaber des F-Kontos allerdings maßgeblich an der GmbH beteiligt sein! Es ist außerdem möglich, eine GmbH, die auf ein Familienmitglied läuft, als Unterkonto einzutragen. In diesem Fall ist es allerdings notwendig, dass die betreffende Person mindestens 80 Prozent der GmbH innehat.
Also ist die klassische Trading-GmbH mit 50 oder mehr Prozent kein Problem?
Genau, das sollte kein Problem sein.
Die mit Abstand häufigste Frage aus unserer Community: Kann ich ein bestehendes Konto in das Familiendepot von CapTrader integrieren?
Nein, das geht leider nicht. Es muss ein neues Konto unter dieser F-Konto/Familienkonto-Struktur eröffnet werden.
An dieser Stelle auch noch ein Tipp von uns: Zu Beginn ist es immer sinnvoll, sich eine passende Struktur zu überlegen. Besonders, wenn man gerade eine neue GmbH startet, könnte sich ein solches Familiendepot bei CapTrader anbieten. Denn ein “reguläres” GmbH-Konto eröffnen, mit den ganzen notwendigen Dokumenten, ist kein Vergnügen … daher lieber einmal, im Voraus, eine Struktur überlegen.
Ja, genau. Wir helfen hier auch gerne weiter! Man kann CapTrader auch schon vor der Kontoeröffnung kontaktieren. Wir schauen dann gemeinsam, welche Struktur für den jeweiligen Kunden die beste ist und helfen natürlich bei der Kontoeröffnung!
Muss man eigentlich ein Unterkonto haben? Könnte ich auch ein Masterkonto auf meinen Namen anmelden und es auch bei den Unterkonten dabei belassen?
Ja, das geht auch. So eröffnet man ja zu Beginn sowieso sein Familiendepot bei CapTrader. Die weiteren Unterkonten können dann in den nächsten Schritten folgen, wenn die Konten-Struktur erweitert werden soll.
Mindestalter für das Familiendepot: wie sieht es hier aus?
18 Jahre ist das Mindestalter. In diesem Fall wird das Familiendepot bei CapTrader allerdings als ein “Cash-Konto” angelegt. Das heißt: Margin-Trading, zum Beispiel beim Optionshandel, ist dann nicht möglich. Wer allerdings mindestens 21 Jahre alt ist, erfüllt die Voraussetzungen und kann auch ein solches Margin-Konto eröffnen.
Müssen die Familienmitglieder einen Wohnsitz in Deutschland haben?
Nein! Die Familienmitglieder müssen lediglich in der EU ansässig sein, weil auch die gesamte Kontostruktur in der EU angesiedelt ist. Für nicht EU-Bürger wäre ein Umweg über das Vereinigte Königreich möglich, wo wir zum Beispiel Konten für Schweizer Kunden eröffnen.
Wie bereits besprochen werden Gebühren zum Beispiel für Marktdaten vom F-Konto abgezogen. Ein Unternehmen zahlt hier etwas mehr für solche Daten. Wenn ich eine Trading-GmbH als Unterkonto führe, werden dann auch diese höheren Gebühren vom Hauptkonto abgezogen?
Zunächst einmal muss ein Unterkonto keine Marktdaten abonnieren. Es reicht ja aus, wenn die handelnde Person, also das F-Konto, die Marktdaten besitzt. Handelt es sich dabei um eine natürliche Person, greifen auch die Tarife für “professionelle Marktdaten” nicht!
Sollte ein Kunde ein Familiendepot eröffnen und anschließend eine Reihe von Firmen als Unterkonto führen, zeigt sich ein anderes Bild. Bei einer solchen Verwendung des Familiendepots würde CapTrader nachfragen und um Klärung bitten. Es wäre ja möglich, dass hier versucht wird, den professionellen Status einer GmbH zu umgehen.
Teilweise macht der professionelle Status sogar Sinn, etwa, wenn wir an US-ETFs denken …
Ja, in Sachen professioneller Status eines Kunden wird aber unterschieden: Hier gibt es zum einen die Ansicht der Börsen oder Interactive Brokers, in deren Augen man recht schnell als “professioneller Kunde” gilt und dann auch mit entsprechend anderen Gebühren belastet wird. Auf der anderen Seite sind für den Handel von konkreten Produkten, wie etwa den angesprochenen US-ETFs, einige weitere Voraussetzungen zu erfüllen und Nachweise zu erbringen.
Kommen wir zur letzten Frage: Wie eröffnet man ein Familiendepot bei CapTrader?
Das funktioniert ganz einfach über den Antrag, den man auf unserer Webseite finden kann. Hier hat man sich dann recht schnell und einfach durchgeklickt. Man kann uns natürlich auch im Vorfeld kurz anrufen; wir gehen dann gerne alle wichtigen Punkte mit den Interessenten durch oder helfen bei der Anlage des Familiendepots.
Vielen Dank Andreas für dieses Interview!




