Internationale Konjunkturdaten, Stimmungsindikatoren und geldpolitische Events fungieren als maßgebliche Impulsgeber an den Finanzmärkten. Via eines Wirtschaftsdatenkalenders können Sie sich adäquat auf die Veröffentlichungen mit dem größten Bewegungspotential einstellen, welcher damit als wichtiger Begleiter für Trader und Investoren rund um den Globus fungiert.
Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Wirtschaftskennzahlen, welche Sie auf dem Schirm haben sollten.
Notenbanksitzungen
Die Veränderungen der Leitzinssätze wie beispielsweise der US-Notenbank (Federal Reserve) oder der Europäischen Zentralbank (EZB) können entscheidende Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte ausüben.
Leitzinsen repräsentieren die Zinsbedingungen, unter denen sich Kreditinstitute bei Noten- und Zentralbanken Liquidität leihen können. Sie gelten damit als eines der wichtigsten geldpolitischen Instrumente. In diesem Zusammenhang können die Geldhüter Einfluss auf Wirtschaft und Konjunktur nehmen, um die Inflation einzudämmen oder das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Oberstes Ziel ist dabei die Preisstabilität.
1. Beispiel: Mögliche Auswirkungen einer Zinssenkung durch die Fed
Die Senkung des Leitzinses kann zulasten von Anlagen gehen, welche Zinsen abwerfen. Gleichzeitig dürfte der US-Dollar in diesem Zusammenhang an Attraktivität einbüßen.
2. Beispiel: Mögliche Auswirkungen einer Zinserhöhung durch die Fed
Eine Zinserhöhung durch die Fed dürfte im Gegenzug zinstragenden Anlagen wie etwa US-Staatspapieren in die Karten spielen. Im Zuge dessen kann der US-Dollar an Stärke erfahren.
Nicht zu vergessen bleiben auch die nach den Zinsentscheidenden in der Regel stattfindenden Pressekonferenzen, welche unmittelbar nach Verkündigung des Zinssatzes stattfinden. Anleger sollten die Kommentare durch die obersten Vertreter der Notenbank nach geldpolitischen Hinweisen abklopfen, da diese wichtige Hinweise abgeben können.

US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls)
Der offizielle US-Arbeitsmarkt (Non-Farm Payrolls=NFPs) wird in der Regel am ersten Freitag jeden neuen Monats publik und gibt Auskunft über die Beschäftigungszahlen in der Privatwirtschaft in den Vereinigten Staaten. Ausgeklammert werden die Landwirtschaft, Hausangestellte sowie Arbeitnehmer von Non-Profit-Organisationen.
Wichtig ist auch der Blick auf die Arbeitslosenquote, welche angibt, wie groß der Anteil der Arbeitslosen an allen potenziellen Arbeitnehmern ist, die für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Auch die Entwicklung der durchschnittlichen Stundenlöhne kann sinnvoll sein, da diese Hinweise auf eine sogenannte Lohn-Preis-Spirale geben können.
Die Markterwartungen an die NFPs werden in der Regel im Vorfeld publik und sollten somit genauestens begutachtet werden. Die Veröffentlichung des US-Jobberichts fungiert bis heute als eines der bedeutendsten Events im monatlichen Turnus.
Wissenswertes: Die ADP-Jobdaten des Privatdienstleisters Automatic Data Processing werden in der Regel zwei Tage vor Veröffentlichung des offiziellen US-Arbeitsmarktberichts publik, welche einen ersten Vorgeschmack auf die NFPs abgeben können.
Bruttoinlandsprodukt (BIP)
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gibt einen Überblick über den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen wieder, die innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens von der betreffenden Volkswirtschaft zum Endverbrauch hergestellt wurden. Das BIP gilt in diesem Kontext als Maßstab für das Wirtschaftswachstum und damit als einer der bedeutendsten Indikatoren für die konjunkturelle Entwicklung des jeweiligen Landes respektive der betreffenden Region.

Inflationszahlen
Die Inflation fungiert als Gradmesser für die Preissteigerung und die damit korrelierende Geldentwertung. Inflation ist dann gegeben, wenn die Geldmenge im Verhältnis zum realen Angebot an Handelswaren überproportional ansteigt. Aus dieser Entwicklung ergeben sich steigende Preise für Konsum- und Investitionsgüter. Als Indikator für die Entwicklung der Inflation wird in der Regel der Verbraucherpreisindex angesehen, welcher der auf den allgemeinen Kosten sprich Preisen für die Lebenshaltung basiert.
Die Verbraucherpreise bzw. US-Inflationszahlen werden mit Hilfe eines Warenkorbs berechnet, welcher Güter sowie Dienstleistungen eines durchschnittlichen Haushalts in den USA beinhaltet.
Wissenswertes: Die Fed als auch die EZB peilen mittelfristig eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent an. Eines der wichtigsten Ziele der Zentralbanken ist Preisstabilität.
Ein höher als erwarteter Verbraucherpreisindex kann zu steigenden US-Dollar-Notierungen sowie umgekehrt führen, was wiederum Einfluss auf die globalen Finanzmärkte ausüben kann.
Wissenswertes: Anzeigen von Wirtschaftsnews in der TWS und CapTrader-App
In allen Handelsplattformen bei CapTrader können Sie sich nach Ihren individuellen Interessen Wirtschaftsneuigkeiten gezielt anzeigen lassen und haben so immer die aktuellsten Nachrichten im Bereich Wirtschaft auf einen Blick parat. Im Beispiel unten zeigen wir Ihnen die Ansicht des NEWS-Moduls in der klassischen TWS-Ansicht, die Sie sich frei konfigurieren können. Im Beispiel wurde der Fokus auf Portfolio-Nachrichten und Earnings gelegt.

US-Rohöllagerbestände
Die Entwicklung der US-Rohöllagerbestände kann als wichtiges Maß in Bezug auf die Aktivität der US-Wirtschaft angesehen werden. Herausgegeben werden die Ölbestände von der zuständigen Energiebehörde EIA (US Energy Information Administration). Da die USA als einer der bedeutendsten Erdölproduzenten fungieren, können besagte Daten einen Einfluss auf den globalen Marktpreis und auch die Inflationserwartungen ausüben. Steigende Rohöllagerbestände signalisieren ein erhöhtes Angebot, was unter der Bedingung einer gleichbleibenden Nachfrage zu fallen Ölpreisnotierungen führen kann und vice versa.

Fazit: Der Wirtschaftsdatenkalender fungiert als wichtiger Begleiter für Anleger
Festzuhalten bleibt, dass Trader und Investoren eine ganze Fülle an Wirtschaftsdaten im Auge behalten sollten. Denn neben geldpolitischen Events besitzen beispielsweise auch wichtige Konjunkturdatendaten das Potenzial, einen wichtigen Einfluss auf das Marktgeschehen auszuüben.
Mit Hilfe eines Wirtschaftsdatenkalenders können sich Anleger adäquat auf den Handel vorbereiten, womit dieser zur Grundausstattung jeden Traders gehört.
