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DAX verharrt bei 25.000 Punkten

Liebe Trader, liebe Börsenfreunde.

Der DAX hat eine freundliche, aber keineswegs euphorische Handelswoche hinter sich. Nach einem starken Wochenstart am letzten Montag, ausgelöst durch neue Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten, verlor der deutsche Leitindex im weiteren Verlauf spürbar an Schwung. Am Freitag ging der DAX schließlich mit einem Xetra-Schlusskurs von 24.986 Punkten ins Wochenende und blieb damit knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten.

Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von rund 1,5 Prozent zu Buche, trotz einer nicht sehr einfachen Ausgangslage: Einerseits sorgten sinkende Ölpreise und die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahost-Krieg für Kauflaune. Andererseits bremsten ein eher hawkischer Ausblick der US-Notenbank, steigende US-Renditen und ein stärkerer Dollar die Risikobereitschaft der Anleger.

Am Freitag stand zusätzlich der großen Verfallstermin im Fokus und sorgte für etwas Abgabedruck vor dem Wochenende.

Damit bleibt der Abstand zum bisherigen Allzeithoch bei rund 25.510 Punkten überschaubar. Vom Schlusskurs am Freitag aus fehlen dem DAX etwas mehr als 500 Punkte beziehungsweise gut zwei Prozent bis zum Allzeithoch. 

Auch wenn das übergeordnete Bild bullisch bleibt, hat die vergangene Woche gezeigt, dass der Markt für einen nachhaltigen Ausbruch einen neuen Impuls und Anschlusskäufe benötigt.

Nahost-Entspannung und rückläufiger Ölpreis

Den freundlichen Wochenauftakt letzte Woche verdankte der DAX hauptsächlich den Entwicklungen im Nahen Osten. Die Aussicht auf ein Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran sowie eine vorläufige Waffenruhe lösten zum Wochenstart eine Risk-on-Bewegung aus. Aktien legten zu, sichere Häfen gerieten unter Druck, und der Ölpreis gab deutlich nach.

Für den DAX war das eine spürbare Entlastung, da niedrigere Energiepreise Inflations- und Konjunktursorgen abschwächen. Besonders zyklische Werte profitieren von dieser verbesserten Stimmung. Dennoch bleibt die Situation fragil: Es handelt sich bislang nicht um eine dauerhafte Lösung, sondern nur um ein vorläufiges Abkommen. Neue Spannungen könnten den Ölpreis schnell wieder steigen lassen und die Risikobereitschaft belasten.

Erste Fed-Sitzung unter Kevin Warsh

Das zweite wichtige Ereignis der letzten Woche war die erste Fed-Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Die Zinsen blieben zwar unverändert, in der Pressekonferenz herrschte aber ein eher hawkischer Unterton.

Der Dot-Plot signalisierte, dass Zinserhöhungen im weiteren Jahresverlauf wieder ein Thema sein könnten. Gleichzeitig wurde die Inflationsprognose für 2026 angehoben. Damit machte die Fed klar: Trotz fallender Ölpreise und erster Entspannungssignale bleibt Preisstabilität das wichtigste Ziel.

Zudem deutete Warsh an, die Forward Guidance künftig zurückzufahren und den Märkten bewusst weniger Orientierung zu geben.

Die Reaktion fiel eindeutig aus: Der US-Dollar wertete spürbar auf, die Renditen zweijähriger US-Staatsanleihen kletterten über vier Prozent, und die Wall Street rutschte zur Wochenmitte ins Minus. Für den europäischen Markt bedeutete der falkenhafte Kurs Gegenwind, der die positive Grundstimmung aus dem Wochenstart konterte und den DAX an der 25.000er-Marke ausbremste und daran hinderte, dass aus dem Wochenplus eine klare Ausbruchsrally wurde.

Gewinner und Verlierer der Woche im DAX

Bei einem Blick auf die Einzelwerte zeigt sich ein gemischtes Bild: Die stärksten DAX-Werte der vergangenen Handelswoche waren Siemens Energy, Deutsche Bank und MTU Aero Engines. 

Siemens Energy legte knapp zehn Prozent zu und führte damit die Gewinnerliste an. Die Aktie profitierte weiter von der Fantasie rund um Energieinfrastruktur, Netzausbau und die allgemeine Neubewertung des Unternehmens.

Siemens Energy Tageschart

Die Deutsche Bank Aktie gewann mehr als acht Prozent und profitierte von der Aussicht auf ein länger erhöhtes Zinsniveau.

Deutsche Bank Tageschart

MTU Aero Engines zählte ebenfalls zu den klaren Gewinnern, gestützt durch die robuste Stimmung im Luftfahrt- und Industriebereich.

MTU Aero Engines Tageschart

Auch Allianz blieb auffällig stark. Die Aktie konnte in der vergangenen Woche erstmals die Marke von 400 Euro überschreiten und markierte ein neues Rekordhoch. Damit zeigte sich erneut, dass defensive Qualitätswerte mit stabilen Erträgen in diesem Marktumfeld gefragt bleiben. 

Allianz Aktie Tageschart

Infineon konnte ebenfalls zulegen, allerdings nicht so stark wie die Wochengewinner an der Indexspitze. Der Halbleiterwert profitierte von der zwischenzeitlich besseren Stimmung im Technologiesektor, blieb aber anfällig für Nachrichten aus dem globalen Chipumfeld.

Auf der Verliererseite standen vor allem Autowerte unter Druck. BMW verlor im Wochenvergleich zweistellig und war damit der schwächste DAX-Wert. 

Auch Volkswagen und Mercedes-Benz gaben deutlich nach. Belastend wirkten Sorgen um Margen, Gewinnwarnungen im Sektor und die anhaltende Unsicherheit rund um China, Zölle und Nachfrageentwicklung. Die Deutsche Telekom gehörte ebenfalls zu den schwächeren Werten der Woche.

Autor Tobias Schmid
Datum: 22.06.2026

Ein Mann mit zurückgekämmtem Haar und gestutztem Bart, der eine marineblaue Anzugsjacke und ein weißes Hemd trägt, blickt mit einem leichten Lächeln in die Kamera. Industrieller Hintergrund.
Tobias Schmid

Tobias Schmid ist seit 2008 als Trader und Analyst tätig und hat sich auf den Handel von Futures-Optionen und Aktien-Optionen spezialisiert. Seine Strategien und Analyse-Methoden beruhen auf einer Kombination von Technischer Analyse, Intermarket-Analyse und Sentiment-Analyse. Darüber hinaus ist Tobias Schmid Gründer von Fomo Finance, einer Finanz-Website für aktive Trader, Anleger und Optionshändler.

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