Trotz geopolitischer und geldpolitischer Unwägbarkeiten könnte sich der DAX wieder oberhalb der psychologisch wichtigen Marke in Höhe von 25.000 Punkten versuchen abzusetzen. Die Börse hat sich womöglich inzwischen an das permanente Krisenrauschen gewöhnt. Geopolitische Schlagzeilen lösen zwar noch Reflexe aus, doch die Widerstandskraft der Anleger scheint deutlich gestiegen zu stein.
Mit jedem weiteren Quartalsbericht dürfte sich die Aufmerksamkeit weg von den geopolitischen Risiken hin zu Gewinnen, Ausblicken und Bewertungen verschieben. Sollten die Unternehmenszahlen dies- und jenseits des Atlantiks überzeugen, könnte die Berichtssaison den Iran-Konflikt zumindest zeitweise aus dem Zentrum der Aufmerksamkeit der Investoren verdrängen. Insbesondere der für Donnerstag angedachte EZB-Leitzinsentscheid dürfte schon bald seine Schatten vorauswerfen.
DAX

Iran-Krieg: Geopolitische Spannungen zwischen Teheran und Washington dauern zunächst an
Trotz zuletzt andauernder geopolitischer Spannungen im Iran-Konflikt scheinen Anleger eine weitere Eskalation vorerst nicht zu fürchten, zumal die Hoffnung auf Diplomatie zwischen Washington und Teheran nach wie vor bestehen bleiben dürfte. Eine Verschärfung der Spannungen könnte allerdings zulasten der allgemeinen Risikofreude gehen. In diesem Zusammenhang gilt es die Entwicklungen weiterhin mit Argusaugen zu verfolgen. Mitte Juni hatten beide Kriegsparteien noch ein Friedensabkommen vorbereitet. Nach der Eskalation zu Beginn des Monats habe dies laut Ansicht Teherans jedoch keinen Bestand mehr.
EZB könnte Leitzinsniveau unverändert lassen – Christine Lagarde im Fokus
Aus Sicht des Wirtschaftskalenders dürfte es am Donnerstag insbesondere mit der EZB-Notenbanksitzung spannend werden. Während für 14:15 Uhr der Leitzinsentscheid erwartet wird, dürfte Präsidentin Christine Lagarde eine halbe Stunde später vor die Öffentlichkeit treten. Anleger sollten in diesem Zusammenhang auf mögliche geldpolitische Impulse achten. Der sogenannte Einlagezinssatz liegt aktuell bei 2,25 Prozent. Erst im Juni hatte die EZB das Zinsniveau um 25 Basispunkte nach oben angepasst. Möglicherweise könnte die EZB am Donnerstag in puncto Leitzinsen ihre Füße stillhalten.
Konjunkturdaten runden Handelswoche ab – Wichtige Impulse denkbar
Am letzten Tag der Handelswoche sollten zunächst neue Daten zum GfK-Verbrauchervertrauen (08:00 Uhr) beachtet werden.
Vorläufige Zahlen zu den deutschen Einkaufsmanagern (S&P Global) für die Bereiche Dienstleistung, Service und „Gesamt“ gilt es um 09:30 Uhr zu beachten. Die Pendants für die Eurozone (10:00 Uhr) und die USA (15:45 Uhr) dürften ebenfalls wichtige konjunkturelle Signale senden.
US-Berichtssaison nimmt weiter an Fahrt auf – Zahlenreigen startet auch in Frankfurt am Main
In der bereits laufenden US-Berichtssaison rücken heute die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsquartals von Alphabet (A) (ISIN: US02079K3059) und Tesla (ISIN: US88160R1014) in den Blickpunkt. Am Donnerstag berichtet etwa Intel (ISIN: US4581401001) und am Freitag American Express (ISIN: US0258161092).
Nach Börsenschluss werden heute hierzulande die Zahlen von der Deutschen Börse (ISIN: DE0005810055) erwartet. Am Donnerstag legen Sartorius (ISIN: DE0007165631) sowie SAP (ISIN: DE0007164600) und am Freitag Volkswagen (ISIN: DE0007664039) ihre Zahlen vor.



