Die anhaltende KI-Euphorie in den USA überdeckt derzeit die geopolitischen Risiken rund um den weiterhin ungelösten Iran-Konflikt. Zwar sorgen Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte immer wieder für Unterstützung am Aktienmarkt, doch die Reaktionen fallen zunehmend verhaltener aus. Anleger handeln offensichtlich nicht mehr jede Friedenshoffnung blind nach oben. Dafür wurden Marktteilnehmer in den vergangenen Monaten zu oft vertröstet. Ihre Schatten vorauswerfen dürfte nun die für den Freitag anstehende Publikation der US-Arbeitsmarktdaten.
Zu beachten gilt, dass am Donnerstag trotz des regionalen Feiertags „Fronleichnam“ die Börsenpforten in Frankfurt am Main regulär geöffnet bleiben.
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USA und Iran brechen Waffenruhe – Weitere gegenseitige Angriffe gemeldet
Eine Lösung im Iran-Konflikt lässt weiterhin auf sich warten. Laut eigenen Angaben haben die USA in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch iranische Angriffe auf verschiedene Ziele in der Golfregion abgewehrt, hieß es. Als Reaktion seien zudem „Selbstverteidigungsschläge“ auf eine iranische Militäreinrichtung erfolgt.
Trotz einer geltenden Waffenruhe wurden somit neue Angriffe gemeldet. Seit mehreren Wochen verhandeln Washington und Teheran unter der Vermittlung Pakistans ein sogenanntes Rahmenabkommen. Eine finale Einigung steht bis dato allerdings weiterhin aus.
Ungeachtet der geopolitischen Unsicherheit setzen Anleger allerdings nach wie vor auf einen zeitnahen Frieden im Nahen Osten und damit insbesondere auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus.
ADP-Daten könnten Appetizer auf US-Arbeitsmarktdaten liefern – ISM-Einkaufsmanager im Blick
Aus Sicht des Wirtschaftskalenders stehen punktuell immer wieder potenzielle Impulsgeber auf der Agenda.
Heute Nachmittag warten zunächst die ADP-Beschäftigungsdaten (14:15 Uhr), welche einen ersten Vorgeschmack auf die NFPs abgeben dürften.
Der ISM-Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor aus den USA könnte ebenfalls wichtige Signale hervorbringen (16:00 Uhr).
Am Donnerstag richtet sich der Blick für gewöhnlich auf die wöchentliche Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe (14:30 Uhr).
NFPs am Freitag im Fokus: Ökonomen erwarten deutliche Stelleneintrübung gegenüber dem Vormonat
Die Handelswoche runden die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten (Non-Farm Payrolls) um 14:30 Uhr ab.
Aktuellen Schätzungen zufolge erwarten Ökonomen ein Stellenplus außerhalb der Landwirtschaft für den vergangenen Monat in Höhe von 85.000 Einheiten, nachdem im April noch insgesamt 115.000 neue Jobs geschaffen werden konnten.
Die Arbeitslosenquote dürfte bei 4,3 Prozent und damit unverändert im Vergleich zum Vormonat notieren.
Fed-Sitzung und Kevin Warsh im Blick
Die Märkte dürften sich durch die neuen Jobdaten vor allem neue Erkenntnisse über die Ausgestaltung der US-Geldpolitik erhoffen. Aktuellen Zahlen zufolge rechnen für die kommende Fed-Sitzung (17.06.) 98,4 Prozent der Marktteilnehmer laut Angaben des „Fed-Watch-Tools“ der CME Group mit einer Zinspause und 1,6 Prozent mit einer Zinssenkung in Höhe eines Viertelprozentpunkts.
Zudem bleibt spannend, welche Rhetorik der neue Fed-Chef Kevin Warsh an den Tag legen wird.
Zu Beginn seiner Amtszeit hat er in einem Schreiben an die Mitarbeiter mitgeteilt, dass er weitreichende Reformen anstrebe. „Wir werden nicht an bisherigen Praktiken festhalten, wenn wir bessere Alternativen finden“, hieß es.



