Nach dem Kursschock vom vergangenen Freitag hat sich die Gemengelage am deutschen Aktienmarkt (DAX) vorerst wieder beruhigt. Die Unsicherheit über die zukünftige US-Geldpolitik möglicherweise unter der Federführung von Kevin Warsh dürfte allerdings nach wie vor ein Damoklesschwert über den Köpfen der Marktteilnehmer schweben. Im weiteren Wochenverlauf sollten Anleger insbesondere auf den Leitzinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) blicken, zumal die Veröffentlichung der offiziellen US-Arbeitsmarktdaten wegen des mittlerweile beigelegten partiellen US-Regierungsstillstands verschoben worden ist. Auch die Berichtssaison könnte immer wieder für Impulse sorgen.
DAX
Spekulationen rund um Ausgestaltung der Geldpolitik des möglichen Fed-Nachfolgers gehen weiter
Die Diskussionen rund um den möglichen Fed-Nachfolger dürften Anleger nach wie vor begleiten. Donald Trump hatte den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh am vergangenen Freitag als neuen Chef der Fed nominiert. Unklar bleibt, wie die zukünftige Ausgestaltung der US-Geldpolitik in diesem Zusammenhang aussehen dürfte. Investoren sehen in Warsh offensichtlich eher einen „Falken“, also jemanden, welcher für eine restriktive Geldpolitik steht. Auf der Gegenseite hatte Trump den aktuellen Fed-Chef, Jerome Powell, in jüngster Vergangenheit immer wieder unter Druck gesetzt und Zinssenkungen gefordert. Ob das zukünftige Fed-Oberhaupt den Wünschen des US-Präsidenten nachkommt, bleibt fraglich.
US-Konjunkturdaten im Blick – EZB will am Donnerstag über Leitzinsniveau entscheiden
Auf US-amerikanischer Seite wird heute der ISM-Einkaufsmanagerindex für den Servicesektor erwartet (16:00 Uhr).
Am Donnerstag will der europäische Währungshüter über das zukünftige Leitzinsniveau entscheiden (14:15 Uhr). Eine halbe Stunde später und damit ab 14:45 Uhr sollten Investoren die Pressekonferenz mit EZB-Präsidentin Christine Lagarde im Auge behalten und nach geldpolitischen Hinweisen abklopfen.
Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten verschoben – US-Government-Shutdown mittlerweile beigelegt
Eigentlich hatten Anleger für Freitag auf die Publikation der „Non-Farm Payrolls“ gehofft. Doch wie das US-Arbeitsministerium (Bureau of Labor Statistics) am Montag bekanntgab, soll der Jobbericht nicht wie geplant veröffentlicht werden, wie ein Sprecher der Behörde sagte. Auch der eigentlich für den Dienstag angesetzte Bericht über die Anzahl der offenen Stellen im Dezember wurde nicht publik.
US-Präsident Donald Trump hatte in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch allerdings das Haushaltspaket unterschrieben und den Shutdown in den USA nach rund vier Tagen beendet.
Deutsche Berichtssaison dürfte für Impulse sorgen – US-Techkonzerne ebenfalls im Blick
Hierzulande stehen heute die Zahlen von Infineon (ISIN: DE0006231004) und von QIAGEN (NL0012169213) im Blickpunkt, am Donnerstag von Siemens Healthineers (DE000SHL1006) sowie Hannover Rück (ISIN: DE0008402215).
In den USA legt heut die Google-Mutter Alphabet A (ISIN: US02079K3059) ihre Zahlen über das abgelaufene Geschäftsquartal vor. Am Donnerstag berichten etwa Amazon (ISIN: US0231351067) und MicroStrategy (ISIN: US5949724083).



