Nach einer fulminanten Handelswoche dürfte es in den kommenden Tagen aus Sicht des Wirtschaftsdatenkalenders etwas entspannter zugehen. Durch das rasche Ergebnis bei den US-Präsidentschaftswahlen ist den Börsen eine Menge Unsicherheit in Bezug auf die zukünftige Regierungsbildung erspart geblieben. Nach der jüngsten Fed-Notenbanksitzung dürften Investoren insbesondere auf die Entwicklung der US-Inflation schauen.
Donald Trump gewinnt US-Präsidentschaftswahl – Hoffen auf Konjunkturmaßnahmen
Der Republikaner Donald Trump wird ab Januar in das Weiße Haus einziehen. In diesem Zusammenhang hoffen Anleger auf die angekündigten Steuersenkungen für Unternehmen und neue Schulden, um die Konjunktur weiter anzuschieben. Auf der Gegenseite lauern in diesem Zusammenhang allerdings auch Inflationsrisiken, welche die Zinssenkungsfantasien dämpfen könnten.
Erst am vergangenen Donnerstag hatte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zum zweiten Mal nach der Zinswende im September an den Zinsschrauben nach unten gedreht. Wie auf der vergangenen Sitzung rechnen Marktteilnehmer auch auf der finalen Sitzung des Jahres am 18. Dezember mit einem Zinsschritt um einen Viertelprozentpunkt.
Zahlreiche Fed-Vertreter kommen nach Fed-Notenbanksitzung zu Wort – Geldpolitische Impulse denkbar
Geldpolitische Impulse versprechen sich Anleger am Dienstag durch geplante Reden der Fed-Mitglieder Christopher Waller (16:00 Uhr), Thomas Barkin (16:15 Uhr/Richmond), Neel Kashkari (20:00 Uhr/Minneapolis) sowie Patrick Harker (23:00 Uhr/Philadelphia).
Weitere Reden stehen auch am Mittwoch mit Lorie Logan (15:45 Uhr/Dallas) und Jeffrey Schmid (19:30 Uhr/Kansas) sowie Alberto Musalem im Blick (20:10 Uhr/ St. Louis).
Ökonomen erwarten Anstieg der US-Teuerung - Kerninflation könnte auf der Stelle treten
Über Wohl und Wehe der Börsenwoche könnten neue US-Inflationsdaten entscheiden (14:30 Uhr). Fachleute erwarten eine Oktober-Rate in Höhe von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, nach 2,4 Prozent im September. Die Entwicklung der US-Teuerung könnte maßgeblichen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit für zukünftige Zinssenkungen ausüben.
Die sogenannte Kernrate, welche Energie und Lebensmittel ausblendet und als maßgebend für die Fed in Bezug auf Entscheidungen über die zukünftige Geldpolitik angesehen wird, könnte im gleichen Zeitraum bei 3,3 Prozent notieren und damit unverändert.
Am Donnerstag rücken zudem neue US-Erzeugerpreise in den Blickpunkt (14:30 Uhr), welche ebenfalls wichtige Hinweise über die zukünftige Teuerungsentwicklung abgeben könnten. Eine Rede durch Fed-Chef Jerome Powell steht ab 21:00 Uhr im Blickpunkt. Anleger dürften eine Woche nach der Fed-Notenbanksitzung auf neue Zinssenkungssignale hoffen.
China-Daten im Blick – Unternehmen aus den zweiten und dritten Reihen legen Quartalszahlen vor
In der Nacht von Donnertag auf Freitag rücken zudem chinesische Konjunkturdaten in den Vordergrund (03:00 Uhr). Neben neuen Industriedaten gilt es die Einzelhandelsdaten im Auge zu behalten.
Ab 14:30 Uhr dürften last but not least neue Daten zum US-Einzelhandelssektor bewegen.
Die laufende Berichtssaison gilt es ebenfalls nicht aus den Augen zu verlieren, auch wenn lediglich Unternehmen aus den zweiten und dritten Reihen weiterhin ihre Zahlen präsentieren.
Am Dienstag berichtet etwa Marathon Digital (AMC). Am Donnerstag stehen die Zahlen von Walt Disney und Applied Materials im Fokus.
Für den 20. November werden sehnsüchtig die Quartalszahlen des KI-Giganten NVIDIA erwartet.



