Dreh- und Angelpunkt der vergangenen Tage waren insbesondere geldpolitische Diskussionsthemen. Genährt wurden die Zinssenkungsfantasien in den USA vor allem durch ermutigende Fed-Mitschriften am Mittwochabend. Den Wochenabschluss und gleichzeitig den Höhepunkt dürfte eine mit Spannung erwartete Rede durch Fed-Oberhaupt Jerome Powell auf dem alljährlichen Notenbanker-Treffen im US-Bundesstaat Wyoming liefern.
DAX Chart
Quelle: Tradingview
EU-Kerninflation verharrt bei 2,9 Prozent – Fed-Mitschriften nähren Zinssenkungsfantasien
In einer aus Sicht des Wirtschaftsdatenkalenders überschaubaren Handelswoche gab es jedoch punktuell immer wieder wichtige Wirtschaftsdaten.
So wurde die im Vorfeld geschätzte Kern-Inflationsrate für die Eurozone am Dienstag mit 2,9 Prozent bestätigt, nach ebenfalls 2,9 Prozent im Juni (per Jahresmonatsvergleich).
Ob die Europäische Zentralbank (EZB) sich im September zu einer erneuten Zinssenkung hinreißen lässt, bleibt weiterhin fraglich.
Zur Wochenmitte standen die Mitschriften der jüngsten Fed-Notenbanksitzung im Fokus der Anleger. Demnach halte eine „überwiegende Mehrheit“ der Fed-Mitglieder eine Zinssenkung im September für angemessen, solange die Wirtschaftsdaten den Erwartungen entsprechen würden.
Einkaufsmanager geben gemischtes Bild ab – Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe ziehen wieder an
Zahlreiche Einkaufsmanager wurden am Donnerstag publik. Der vielerorts beachtete PMI-Index hatte hierzulande die Erwartungen (49,2 Punkte) mit 48,5 Punkten merklich enttäuscht. Für die Eurozone konnte das Pendant allerdings weiterhin mit 51,2 Zählern über der Wachstumsschwelle von 50 Einheiten notieren.
In den USA signalisierten besagte Daten wiederum einen Aufschwung, was die konjunkturellen Sorgenfalten zumindest temporär kleiner werden ließ.
Indes stieg die Zahl der Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche wieder etwas an, wie das US-Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte. So stellten insgesamt 232.000 Bürger einen entsprechenden Antrag, nachdem im Vorfeld mit 230.000 Einheiten gerechnet wurde. Der Vier-Wochen-Durchschnitt notiert damit bei 236.000 Anträgen. Als kritisch wird die Schwelle von ca. 270.000 Einheiten angesehen, was als negative Trendwende am Arbeitsmarkt gewertet werden kann.
Anleger fiebern Powell-Rede entgegen und hoffen auf Zinssenkungssignale
Über Wohl und Wehe dürfte am heutigen Nachmittag eine Rede durch Fed-Chef Jerome Powell entscheiden (16:00 Uhr), welcher auf dem bereits laufenden Wirtschaftssymposium in Jackson Hole (Wyoming) laut Plan eine Rede halten sollte. Ob sich Powell zu etwaigen Aussagen über mögliche Zinssenkungen auf der kommenden September-Sitzung hinreißen lässt, bleibt abzuwarten. Zuletzt hatten sich einige seine Kollegen für ein Drehen an den berüchtigten Zinsschrauben ausgesprochen.
In der immer noch laufenden Berichtssaison dürfte es am kommenden Mittwoch mit der geplanten Veröffentlichung neuer Quartalszahlen des Chipherstellers NVIDIA spannend werden.



