Die zurückliegende Handelswoche war insbesondere geprägt durch den Einfluss neuer US-Inflationsdaten. Dass der Preisdruck in den Vereinigten Staaten doch geringer ausfällt als gedacht, dürfte die Zinssenkungsfantasien verstärkt und Anleger nach dem jüngsten Kurseinbruch von vor rund eineinhalb Wochen wieder aus der Reserve gelockt haben.
DAX Chart
Quelle: Tradingview
ZEW verprellt Anleger zwischenzeitlich – US-Preisdaten schwächer als gedacht
Hierzulande war es der ZEW-Index, welcher am Dienstag zwischenzeitlich für lange Gesicht unter Marktteilnehmern sorgte. So fiel das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW im Vergleich zum Vormonat um 22,6 Zähler auf 19,2 Einheiten. „Der wirtschaftliche Ausblick für Deutschland bricht ein“, hieß es aus den Reihen des ZEW. Neben dem schwelenden Nahostkonflikt wird nicht zuletzt auf eine unklare Ausgestaltung der Geldpolitik nebst mauen US-Wirtschaftsdaten verwiesen.
Für Erleichterung sorgten indes neue Daten zum US-Erzeugerpreisindex, welcher mit einem Plus von 0,1 Prozent nur halb so stark ausfiel wie erwartet. Besagte Daten werden nicht zuletzt auch als wichtige Indikation im Hinblick auf die zukünftige Inflationsentwicklung angesehen.
Raphael Bostic von der Chicago-Fed äußerte sich am Dienstag in Bezug auf potenzielle Zinssenkungen bedacht. Demnach wolle er „noch ein paar Daten“ sehen, bevor er ein Drehen an den Zinsschrauben unterstütze.
EU-BIP sorgt für keine größeren Überraschungen – Kernrate der US-Teuerung sinkt
Für keine größere Überraschung sorgten in der Eurozone neue Zahlen zum EU-BIP. Zweiten Schätzungen zufolge erwarten Ökonomen ein BIP-Wachstum in Höhe von 0,6 Prozent für das zweite Quartal (im Vergleich zum Vorjahresquartal).
Als Wochenhighlight dürfte ohne Frage die Publikation neuer US-Inflationsdaten fungiert haben. Die für die Fed als maßgeblich angesehene Kernrate der Teuerung lag mit 3,2 Prozent so hoch wie erwartet, allerdings unter dem Vormonatswert von 3,3 Prozent. Für die Verbraucherpreise inklusive der Treiber Energie und Lebensmittel ging es um 2,9 Prozent nach oben, nach erwarteten 3,0 Prozent (zuvor: 3,0 Prozent).
US-Daten besser als gedacht – Rezessionssorgen wieder rückläufig
Dass sich der US-Einzelhandelssektor im vergangenen Monat besser entwickelt hat als erwartet (0,3 Prozent) dürfte die zuletzt dominierenden Rezessionssorgen wieder etwas gedämpft haben. Im Vergleich zum Vormonat zogen die Umsätze um ein Prozent an, nach minus 0,2 Prozent im Vormonat.
Auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen mit 227.000 Einheiten schwächer aus als gedacht (235.000).
Alberto Musalem von dem Fed-Ableger in St. Louis sagte am Donnerstag, dass der Zeitpunkt für eine geldpolitische Lockerung „möglicherweise“ näher rücke.
Am heutigen Freitag dürfte sich der Blick erneut auf US-Wirtschaftsdaten zum Michigan-Verbraucherstimmungsindex richten (16:00 Uhr). Auch eine Rede durch Goolsbee (Chicago/ 19:25 Uhr) könnte zum Wochenabschluss wichtige geldpolitische Impulse liefern.



