Eine sonderbar turbulente Handelswoche liegt hinter Anlegern. Nach dem Kurseinbruch vom vergangenen Montag und der anschließenden Erholungsbewegung dürfte die Unsicherheit weiterhin groß bleiben. Die Rezessionssorgen in den USA und die schwelenden geopolitischen Risiken im Nahen Osten sind weiterhin alles andere als vom Tisch.
DAX Chart
Quelle: Tradingview
Ein Cocktail der Unsicherheit hat Investoren rund um den Globus zu Wochenbeginn Reißaus nehmen lassen. Neben Rezessionssorgen in den Vereinigten Staaten waren es geopolitische Unwägbarkeiten im Nahen Osten sowie das Auflösen sogenannter „Carry Trades“, welche für ein Börsenbeben sorgten. Insbesondere stark risikobehaftete Anlagen flogen in diesem Zusammenhang aus den Depots der Anleger.
ISM-Daten besser als gedacht – Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe als Hoffnungsschimmer
Aus Sicht des Wirtschaftsdatenkalenders ging es in den vergangenen Tagen vergleichsweise ruhig zu.
Am Montag deckelten neue ISM-Daten in den USA für den Dienstleistungssektor zwischenzeitlich weitere Verluste, welche etwas besser ausfielen als erwartet.
Während der Dienstag und Mittwoch weniger von Interesse war, sorgten am Donnerstag die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe erwartungsgemäß für Aufsehen. In der vergangenen Woche stellten insgesamt 233.000 US-Amerikaner einen Antrag und damit weniger als erwartet (240.000), was die Konjunktursorgen in diesem Zusammenhang linderte.
Noch vor einer Woche hatte ein sonderbar schwacher US-Arbeitsmarktbericht die Sorgen vor einer Konjunkturabkühlung forciert.
Fed-Notenbanker zeigt sich in puncto Inflationsentwicklung optimistisch – Berichtssaison als Nebenschauplatz
US-Notenbanker Thomas Barkin zeigte ich am späten Donnerstagabend im Hinblick auf die Inflationsentwicklung in den USA gelassen. "Ich bin eigentlich ziemlich optimistisch, dass wir in den nächsten Monaten gute Werte auf der Inflationsseite sehen werden“, sagte der Präsident der Richmond-Fed.
Am Freitagmorgen fielen die finalen Inflationsraten hierzulande mit 2,3 Prozent so hoch aus wie erwartet. Im Vergleich zum Vormonat zog der Preisdruck damit um 0,3 Prozent an, nach 0,1 Prozent im Juni. Neue US-Inflationsdaten werden am kommenden Mittwoch publik.
Angesichts der jüngsten Marktturbulenzen ging die laufende Berichtssaison etwas unter. Am Montag machten dennoch die Zahlen von Infineon Schlagzeilen, welche unter den trüben Aussichten für die Technologiebranche litten. Am Donnerstag hatten die Deutsche Telekom, Munich RE, Siemens und die Allianz über das abgelaufene Quartal berichtet.
Der Bonner Konzern konnte Umsatz und Gewinn erneut steigern. Schäden aus Naturkatastrophen hat die Munich Re im zweiten Quartal des Jahres gut wegstecken können. Indes konnte Siemens von Großaufträgen für Industriesoftware profitieren. Die Allianz hat die finanziellen Folgen des Hochwassers im Süden Deutschlands ebenfalls gut wegstecken können und peilt in diesem Jahr einen weiteren Rekordgewinn an.



