Ein zwischenzeitlicher Ausverkauf an der Technologiebörse Nasdaq hat Anleger hierzulande als auch in den USA in dieser Woche verstärkt umgetrieben. Die laufende Berichtssaison fungiert damit weiterhin als ein nicht zu unterschätzender Einflussfaktor. Während der US-Wahlkampf wieder etwas in den Hintergrund gerückt ist, dürften die geldpolitischen Entwicklungen nun verstärkt die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Bereits am kommenden Mittwoch steht die US-Notenbanksitzung der Federal Reserve (Fed) auf der Agenda.
DAX Chart
Quelle: Tradingview
Größter Tagesverlust seit zwei Jahren – Schwache Zahlen von Alphabet und Tesla belasten
Nach enttäuschenden Ergebnissen der US-Börsenschwergewichte Alphabet und Tesla ist die Nasdaq zur Wochenmitte auf den tiefsten Stand seit Juni gefallen, was nicht zuletzt gleichzeitig den größten Tagesverlust seit zwei Jahren (3,65 Prozent) entspricht. Zweifel über die Nachhaltigkeit der jüngsten Tech-Rallye dürften Verunsicherung geschürt haben.
Erst zur Wochenmitte wurde es aus Sicht des Wirtschaftsdatenkalenders spannend.
Das GfK-Verbrauchervertrauen war für den Monat August mit -18,4 Punkten überraschend besser ausgefallen als im Vorfeld gedacht (-21 Punkte), nach -21,6 Zählern im Vormonat.
Indes enttäuschten die Einkaufsmanager aus dem Hause HCOB allesamt.
In den USA konnte das Pendant von S&P Global im Dienstleistungssektor jedoch überraschend zulegen.
Unter dem Strich bleiben die konjunkturellen Aussichten damit aber getrübt.
ifo-Index schlechter als erwartet – US-BIP-Wachstum legt überraschend stark zu
Der vielerorts beachtete ifo-Geschäftsklimaindex signalisierte indes eine weitere Verschlechterung der Stimmung der Unternehmen in Deutschland. Im Juli sank der Index auf 87 Punkte, nach 88,6 Zählern im Juni. „Die deutsche Wirtschaft steckt in der Krise fest“, hieß es vom Institut. Monatlich werden rund 9.000 Unternehmen befragt.
Ein besser als erwartetes US-Wirtschaftswachstum dürfte am Donnerstag weitere Verluste womöglich verhindert haben. Mit 2,8 Prozent legte die US-Wirtschaft im zweiten Quartal gegenüber Q1 stärker zu als gedacht (2,0 Prozent).
Allerdings trübten sich die Bestellungen für langlebiger Güter sonderbar stark ein (-6,6 Prozent). Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet.
US-Preisdaten im Fokus – Berichtssaison dürfte weitere Impulse liefern
Am heutigen Freitag blicken Anleger auf durchaus bedeutende US-Preisdaten. Der PCE-Preisindex (Kernrate) signalisiert für den Monat Juni ein Plus von 2,5 Prozent, nach 2,6 Prozent im Mai (per Jahresmonatsvergleich). Ein Rückgang dürfte den Zinssenkungsfantasien möglicherweise in die Karten spielen. Am kommenden Mittwoch entscheidet die Fed über das zukünftige Leitzinsniveau.
Die Handelswoche runden zudem neue Michigan-Verbraucherstimmungsdaten ab (16:00 Uhr).
Die Zahlen von BASF und Mercedes-Benz gilt es hierzulande im Auge zu behalten. Der Chemiekonzern BASF hatte im vergangenen Quartal insbesondere mit einem deutlich schwächeren Agrarchemiegeschäft zu kämpfen. Der Autohersteller Mercedes-Benz sieht sich indes mit Lieferproblemen und einem schwierigen Marktumfeld in China konfrontiert.



