Neben Aussagen durch Fed-Chef Jerome Powell waren es insbesondere neue US-Inflationsdaten, welche Anleger in dieser Woche umtrieben. Übergeordnet bleiben die Fragezeichen über die zukünftige Ausgestaltung der US-Geldpolitik damit zunächst zentrales Thema. Am heutigen Freitag dürften erneut US-Preisdaten sowie die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse von US-Großbanken im Fokus stehen.
DAX Chart
Quelle: Tradingview
Keine klare Aussagen vor US-Kongress: Powell lässt Anleger weiterhin im Dunkeln
Bereits am Dienstag sagte Jerome Powell bei seiner halbjährlichen Rede vor dem US-Kongress aus. Seiner Meinung nach brauche man „mehr gute Daten“, um das Vertrauen stärken zu können, dass sich die Inflation nachhaltig gen 2-Prozent-Ziel bewege. Die Fed werde demnach von „Sitzung zu Sitzung“ über den weiteren Kurs entscheiden, hieß es.
Viele Marktteilnehmer rechnen derzeit mit einer Zinssenkung in Höhe von 25 Basispunkten im kommenden September. Wenn es nach dem „Fed-Watch-Tool“ der CME Group geht, beträgt die Wahrscheinlichkeit für besagtes Szenario 86,4 Prozent.
US-Teuerung fällt schwächer aus als erwartet – Zinssenkungsfantasien nehmen an Fahrt auf
Während sich der Wirtschaftsdatenkalender in der ersten Wochenhälfte insgesamt überschaubar ausgestaltete, waren es am Donnerstag hierzulande zunächst die finalen Inflationsraten für die Bundesrepublik Deutschland, welche erwartungsgemäß mit 2,2 Prozent so hoch ausfielen wie erwartet (per Jahresmonatsvergleich), nach 2,4 Prozent im Mai und damit keine größere Überraschung initiierten.
Für den Wochenhöhepunkt dürften jedoch die US-Inflationsdaten (Kernrate) gesorgt haben, welche mit 3,3 Prozent unter den Erwartungen in Höhe von 3,4 Prozent lagen.
Auch die Verbraucherpreise inklusive der Treiber Energie und Lebensmittel fielen mit 3,0 Prozent schwächer aus als gedacht (3,1 Prozent). Im Monat Vormonat hatte der Preisdruck noch bei 3,3 Prozent gelegen.
Der Rückgang der Teuerung dürfte der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) weniger schlagkräftige Argumente an die Hand geben, um das Leitzinsniveau länger hochzuhalten, was die Zinssenkungsfantasien folgerichtig beflügeln dürfte.
Anleger machen bei Tech-Schwergewichten in den USA Kasse – US-Preisdaten und Berichtssaison im Blick
Trotz der durchaus positiven Inflationsdaten machten Anleger am Donnerstag bei den Branchengrößen NVIDIA, Apple, Microsoft und Tesla Kasse, was die Stimmung deutlich eintrübte. Da den Einzeltiteln ein besonders hohes Gewicht zukommt, können diese folgerichtig einen großen Einfluss auf das Börsengeschehen ausüben.
Heute dürfte sich der Blick der Anleger um 14:30 Uhr auf die Entwicklung der US-Erzeugerpreise richten, welche nicht zuletzt auch als wichtige Richtschnur im Hinblick auf die zukünftige Teuerungsentwicklung angesehen werden. Erwartet wird in diesem Fall ein Plus um 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat (zuvor: -0,2 Prozent).
Die Verbraucherstimmung aus dem Hause Michigan für den Monat Juli gibt es um 16:00 Uhr.
Auch die Berichtssaison in den Vereinigten Staaten dürfte nun langsam, aber sicher in den Fokus der Investoren rücken. Die Großbanken Citigroup, JPMorgan und Wells Fargo legen heute ihre Zahlen vor.



