Für Anleger dies- und jenseits des Atlantiks könnte eine durchaus zufriedenstellende Handelswoche zu Ende. Insbesondere die Aussicht auf sinkende Kapitalmarktzinsen in den Vereinigten Staaten dürfte den Risikoappetit neu entfacht haben. In diesem Zusammenhang sollte der Fokus gen Wochenschluss auf dem offiziellen US-Arbeitsmarktbericht liegen. Auch die Frankreich-Wahl gilt es im Hinterkopf zu behalten.
DAX 40 Chart
Quelle: Tradingview
Deutsche Teuerung lässt weiter nach – US-Konjunkturdaten signalisieren weitere Abkühlung
Für eine Überraschung sorgten am Montag die ersten Schätzungen zur Entwicklung der deutschen Inflationsrate, welche mit 2,2 Prozent unter den im Vorfeld getätigten Erwartungen lagen (2,3 Prozent), nach 2,4 Prozent im Mai.
Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA hatte indes die Erwartungen (49,1 Punkte) mit 48,5 Zählern nicht erfüllen können.
Die Kerninflation für die Eurozone war ersten Prognosen zufolge im Juni wiederum etwas gestiegen (2,9 Prozent). Im Vorfeld wurde lediglich mit einem Plus von 2,8 Prozent gerechnet.
Für kräftig Auftrieb sorgten die Worte durch Fed-Chef Jerome Powell auf dem Notenbankertreffen im portugiesischen Sintra. Laut seiner Meinung seien die USA wieder auf einem „disinflationären Pfad“.
Zur Wochenmitte signalisierten die sogenannten ADP-Daten einen schwächeren Stellenaufbau außerhalb der Landwirtschaft für den Juni. Mit insgesamt 150.000 neuen Stellen hatte der Wert deutlich unter den Prognosen (160.000) gelegen.
Auch der ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe signalisierte eine weitere Konjunkturabkühlung.
Fed-Protokolle geben keine klaren Hinweise – Zeitpunkt für Zinssenkung noch nicht gekommen
Aus den am späten Mittwochabend veröffentlichten Fed-Protokollen ging hervor, dass die Fed ihre straffe Geldpolitik im Kampf gegen die Teuerung weiterhin für gerechtfertigt halte. Zwar würde der Preisdruck nachlassen und die Wirtschaft sich abkühlen. Denn noch sei der Zeitpunkt für eine Zinssenkung noch nicht gekommen, hieß es.
Nachdem die Börsenpforten an der Wall Street feiertagsbedingt (Unabhängigkeitstag) am Donnerstag geschlossen blieben, verlief der Handel auch hierzulande in überschaubaren Bahnen.
US-Arbeitsmarktdaten dürften über Wohl und Wehe entscheiden – Ökonomen erwarten Einbruch
Am heutigen Freitag dürfte sich die Aufmerksamkeit allerdings auf den US-Jobbericht (Non-Farm Payrolls) um 14:30 Uhr richten. Ökonomen erwarten ein Stellenplus in Höhe von 190.000 Einheiten, nach 272.000 neuen Stellen im Mai. Für die Arbeitslosenquote wird ein Wert von 4,0 Prozent erwartet.
Im Fokus der Anleger sollte sich auch weiterhin die Frankreich-Wahl befinden, welche am kommenden Sonntag im zweiten Wahldurchgang entschieden werden dürfte.



