Für Anleger dies- und jenseits des Atlantiks könnte eine Woche mit unklaren Erkenntnissen zu Ende gehen. Während diverse Fed-Vertreter eine hawkishe Rhetorik an den Tag legten, zeigten sich die Konjunkturdaten hierzulande als auch in den USA uneinheitlich. Im Fokus der Marktakteure dürften heute insbesondere neue US-Preisdaten stehen.
DAX 40 Chart
Quelle: Tradingview
ifo-Index sorgt für Dämpfer – Fed-Vertreter mit „hawkisher“ Rhetorik
Für einen Dämpfer sorgten hierzulande zu Wochenbeginn neue Daten zum wichtigsten Konjunkturbarometer für die Bundesrepublik Deutschland. Der ifo-Geschäftsklimaindex für Juni fiel mit 88,6 Punkten deutlich schwächer aus als erwartet (89,7 Punkte), nach 89,3 Zählern im Vormonat.
Zudem sorgten sich Anleger auch um die restriktive Rhetorik der Fed-Vertreterinnen zu Wochenbeginn.
Lisa Cook (Fed-Gouverneurin) und Mary Daly (San Francisco-Fed) zeigten sich „hawkish“ in Bezug auf die zukünftige Ausgestaltung der US-Geldpolitik.
Nach Meinung von Cook werde die US-Notenbank den Leitzins senken, wenn die Wirtschaftsentwicklung ihren Erwartungen entspreche. Einen exakten Zeitpunkt wollte sie allerdings nicht nennen.
„Unsere derzeitige Politik ist gut aufgestellt, um bei Bedarf auf jegliche Änderungen der Wirtschaftsaussichten zu reagieren“, sagte Cook in einer Rede vor einem Treffen des Economic Club of New York.
Ihre Kollegin Mary Daly von der Fed in San Francisco sagte indes, dass die Fed bei ihrem Bestreben, die Inflation unter Kontrolle zu bringen, „Vorsicht walten lassen“ solle.
Das Verbrauchervertrauen vom Conference Board konnte am Dienstag hingegen mit 100,4 Zählern die Erwartungen von 100 Punkten übertreffen, nachdem das Barometer im Mai noch bei 101,3 Punkten notiert hatte.
GfK-Konsumklima enttäuscht ebenfalls – US-Daten mit keiner klaren Tendenz
Ähnlich wie der ifo-Index sorgten zur Wochenmitte in Frankfurt am Main neue Daten zum GfK-Konsumklima für eine Enttäuschung, welches mit minus 21,8 Zählern deutlich schwächer ausfiel als gedacht (-18,9 Punkte).
Am Donnerstag haben die Auftragseingänge zu den langlebigen Gütern überraschenderweise zulegen können (0,1 Prozent), nachdem im Vorfeld mit einem Minus gegenüber dem Vormonat in Höhe von 0,1 Prozent gerechnet wurde.
Da besagte Daten mit größeren Investitionen verbunden sind, besitzen diese in diesem Zusammenhang eine größere Bedeutung in Bezug auf die Aktivität der Wirtschaftsleistung.
Finalen Daten zufolge ist die US-Wirtschaft im ersten Quartal des Jahres im Vergleich zum Vorquartal um 1,4 Prozent gewachsen und damit so stark wie erwartet, nachdem das BIP im Vorquartal allerdings noch um 3,4 Prozent hat zulegen können.
Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen mit 233.000 neuen Anträgen etwas unter den Erwartungen (236.000) und deutlich unter dem vorherigen Wert (239.000). Anleger hätten weitere Schwächesignale am US-Arbeitsmarkt durchaus begrüßt.
Deutsche Arbeitsmarktdaten im Blick – Alle Augen auf die US-Preisdaten
Am heutigen Freitag gilt der Blick zunächst den Einzelhandelsdaten für die Bundesrepublik Deutschland (08:00 Uhr) sowie dem Jobbericht für den Juni (09:55 Uhr).
Als Wochenhighlight stehen am Nachmittag (14:30 Uhr) die Kernausgaben für den persönlichen Konsum auf der Agenda, welche als wichtige Richtschnur im Hinblick auf die zukünftige Teuerungsentwicklung angesehen werden.
Neben dem Verbrauchervertrauen (Michigan) um 16:00 Uhr könnten auch Reden durch die Fed-Vertreter Barkin (Richmond/12:00 Uhr) und Bowman (Gouverneurin/18:00 Uhr) auf Interesse stoßen.
Unsicherheit über Frankreich-Wahl dürfte bestehen bleiben
Auch die am kommenden Sonntag startende Parlamentswahl in Frankreich dürfte weiter ihre Schatten vorauswerfen. Bestimmt werden unter dem Strich 577 Abgeordnete der 17. Nationalversammlung in insgesamt zwei Wahlgängen, welche am 30. Juni und am 7. Juli 2024 stattfinden. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte die Auflösung des Parlaments nach der Europawahl angeordnet und vorgezogene Neuwahlen angekündigt.



