Nach der auslaufenden Berichtssaison haben sich Anleger in der letzten Mai-Handelswoche wie erwartet abermals den geldpolitischen Entwicklungen zugewandt. Während in den USA weiterhin die Zinszweifel dominieren, hoffen Investoren hierzulande, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in der kommenden Woche die erwartete Zinswende einläutet.
Am heutigen Freitag dürfte sich der Blick abermals auf die bedeutende US-Preisdaten richten.
DAX Chart
ifo-Index stagniert nach drei Anstiegen in Folge – CB-Verbrauchervertrauen überrascht positiv
Während in den Vereinigten Staaten die Börsenpforten wegen des Memorial Days am Montag geschlossen blieben, sorgte in Frankfurt am Main der vielerorts beachtete ifo-Geschäftsklimaindex für Aufsehen. Nach drei Anstiegen in Serie ist das Barometer im Mai mit 89,3 Punkten überraschend auf der Stelle getreten. Monatlich befragt das in München ansässige Institut rund 9.000 verschiedene Führungskräfte.
Am Dienstag konnte das Verbrauchervertrauen vom Conference Board mit 102 Punkten deutlich besser ausfallen als erwartet (95,9 Punkte) nach 97 Zählern im Vormonat.
Fed-Notenbanker weiterhin mit hawkisher Rhetorik – Deutsche Inflationszahlen trüben Stimmung ein
Auch in dieser Woche kamen immer wieder verschiedene Fed-Notenbanker zu Wort. So signalisierte etwa Neel Kashkari, dass sich die US-Notenbank mit Blick auf eine Zinswende ausreichend Zeit lassen sollte. Seiner Meinung nach müsse es „viele weitere Monate mit positiven Inflationsdaten“ geben, bevor an eine Lockerung zu denken sei.
Zur Wochenmitte konnte sich das Gfk-Verbrauchervertrauen für den Juni etwas aufhellen. Weiterhin notiert der Index mit minus 20,9 Punkten im negativen Bereich (Mai: -22,5 Punkte).
Die vorläufigen Inflationszahlen für die Bundesrepublik Deutschland sorgten zwischenzeitlich für einen Dämpfer. Mit einer Mai-Teuerungsrate von 2,4 Prozent (per Jahresmonatsvergleich) liegt der Preisdruck deutlich über dem Wert aus dem April (2,2 Prozent).
Trotz des regionalen Feiertags Fronleichnam blieb der Betrieb des DAX 40 am Donnerstag bestehen.
Für Aufsehen sorgten die zweiten Schätzungen zur Entwicklung des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die größte Volkswirtschaft der Welt dürfte demnach im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um lediglich 1,3 Prozent gewachsen sein, nach einem Plus von 3,4 Prozent. Die wirtschaftliche Schwächephase könnte im Gegenzug die Zinssenkungsfantasien der Anleger allerdings befeuern.
EU-Inflation und „PCE-Deflator“ im Blick – EZB-Sitzung wirft Schatten voraus
Der heutige Freitag dürfte es indes noch mal in sich haben. Zunächst werden um 11:00 Uhr die ersten Prognosen zur EU-Kerninflation publik. Erwartet wird für den Mai eine Teuerung von 2,8 Prozent nach 2,7 Prozent im April (gegenüber dem Vorjahresmonat).
Im Fokus dürfte heute jedoch der sogenannte „PCE-Deflator“ für die persönlichen Konsumausgaben stehen (14:30 Uhr). Besagte Daten fungieren als wichtige Richtschnur im Hinblick auf die zukünftige US-Inflationsentwicklung. Ökonomen erwarten einen Status quo von 2,7 Prozent.
Auch die am kommenden Donnerstag anstehende EZB-Notenbanksitzung dürfte schon bald ihre Schatten vorauswerfen. Anleger hoffen auf eine Zinssenkung und damit auf eine Zinswende in der Eurozone.



