Kaum eine Jahreszeit beeinflusst das Konsumverhalten der Deutschen so stark wie die Wochen vor Weihnachten. Von „Black Friday“ über die „Cyber Week“ und bis zu den finalen Tagen vor Heiligabend steigt die Kaufbereitschaft der Verbraucher traditionell deutlich an. Neben Geschenken für Familie und Freunde, Lebensmittel für das Festessen oder spontanen Trips über die Feiertage – die Vorweihnachtszeit fungiert in der Regel als die umsatzstärkste Phase des Jahres.
So setzen Teile der Verbraucher auf einen frühzeitigen Online-Einkauf und andere wiederum auf den traditionellen Bummel in Innenstädten. Die in diesem Zusammenhang möglicherweise erhöhte Konsumlaune kann sich auch auf die Finanzmärkte auswirken. Unternehmen aus dem Einzelhandel über E-Commerce bis hin zu Zahlungsbietern könnten profitieren. Für Anleger kann die vorweihnachtliche Saison in diesem Zusammenhang interessante Impulse liefern.
Das wichtigste in Kürze
- Laut HDE planen deutsche Verbraucher im Mittel 263 Euro pro Person für Weihnachtsgeschenke auszugeben
- Zu beliebten Artikeln zählen Geschenkgutscheine, Spielwaren, Bücher, Kosmetik- und Körperpflegeprodukte.
- Black Friday 2025 in den USA: 1 Billion Webseiten-Besuche in US-Online-Shops; Umsatz stieg um 9,1 Prozent auf 11,8 Mrd. Dollar gegenüber 2024 an
- Unternehmen wie Amazon, Walmart, Shopify und eBay könnten vom Weihnachtsgeschäft profitieren
Was geben die Deutschen in den nächsten Wochen aus?
Weihnachten bleibt für viele Händler das entscheidende Ereignis. Rund 18,5 Prozent ihres Jahresumsatzes werden in den letzten beiden Monaten des Jahres erzielt. Andere Branchen wie etwa Spielwaren kommen sogar auf satte 25 Prozent.
Laut Angaben des Handelsverbands Deutschland (HDE) sollen von November bis Dezember 2025 rund 126 Milliarden Euro im deutschen Einzelhandel umgesetzt werden, was einem nominalen Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024 entsprechen würde. Inflationsbereinigt dürfte das Ergebnis tendenziell damit auf Vorjahresniveau liegen.
Laut Handelsverband Deutschland: 263 Euro pro Person für Weihnachtsgeschenke
Wenn es nach dem HDE geht, planen Verbraucher im Mittel 263 Euro pro Person für Weihnachtsgeschenke und damit 34 Euro weniger im Vergleich zum Vorjahr auszugeben.
21 Prozent der Befragten wollen im Jahr 2025 weniger ausgeben als im Jahr 2024, während 10 Prozent planen mehr auszugeben, 54 Prozent so viel im Vorjahr und 6 Prozent gar nichts.
Zu beliebten Artikeln zählen Geschenkgutscheine, Spielwaren, Bücher, Kosmetik- und Körperpflegeprodukte.
Onlineumsätze könnten nominal im Jahresvergleich um 2,3 Prozent anziehen
Der HDE schätzt zudem die Online-Weihnachtsumsätze für 2025 auf ein nominales Plus von 3,3 Prozent (real: 2,3 Prozent) und damit auf ein Gesamtvolumen in Summe von ca. 22,2 Milliarden Euro.
ifo-Institut: Schlechteres Geschäft in manchen Segmenten möglich
Laut Angaben des ifo-Instituts könnte in bestimmten Segmenten wie etwa bei Spielwarenhändlern sogar ein schlechteres Geschäft gegenüber dem Vorjahr entstehen. „Die Erwartungen der Einzelhändler sind gedämpft. Viele gehen ohne große Hoffnungen in die wichtigste Verkaufsperiode des Jahres“, hieß es von Klaus Wohlrabe, Leiter des ifo-Instituts. Rund die Hälfte erwarten ein durchschnittliches und lediglich 10 Prozent der Einzelhändler ein positives Geschäft.
Umsatz des US-Online-Geschäfts könnte im Vergleich zu 2024 um 5,3 Prozent anziehen
Der Umsatz im Online-Geschäft könnte in den USA vom 1. November bis zum 31. Dezember möglicherweise bei 253,4 Milliarden Dollar liegen und damit 5,3 Prozent höher als im Vorjahr, was gleichzeitig auch einem neuen Rekordstand bei den digitalen Ausgaben in der Weihnachtszeit entsprechen würde. In der „Cyber Week“ sollen insgesamt rund 43,7 Milliarden Dollar umgesetzt werden, was damit 17 Prozent der Gesamtausgaben ausmachen würden. Der „Cyber Monday“ soll demnach ca. 14,2 Milliarden Dollar in die Kassen spülen.
Wissenswertes: Am sogenannten „Black Friday“ haben Konsumenten in den USA in Internet-Shops laut Angaben von Adobe Analytics eine Billion Besuche von Käufern auf Einzelhandelswebseiten registriert. Am bedeutendsten Einkaufstag des Jahres wurden 11,8 Milliarden Dollar ausgegeben und damit 9,1 Prozent mehr im Vergleich zu 2024.
Welche Aktien könnten vom Weihnachtsgeschäft profitieren?
- Einzelhandel & Onlinehandel
Walmart: Anlaufpunkt für preisbewusste Weihnachtskäufe?
Der US-Einzelhandelsriese Walmart könnte Kunden anziehen, welche etwa preisbewusst einkaufen und Geschenke als auch Alltagseinkäufe kombinieren möchten.
Walmart (ISIN: US9311421039)

Amazon als möglicher Profiteur im Weihnachtskonsum
Als globaler Online-Marktführer mit einem breiten Sortiment, welches von Elektronik über Kleidung bis hin zu Spielzeug und Weihnachtsgeschenken reicht, könnten die Aktien von Amazon in der Weihnachtszeit profitieren. Da viele Verbraucher nach wie vor ihre Geschenke online kaufen, dürfte das Unternehmen womöglich einer der Nutznießer sein.
Amazon (ISIN: US0231351067)

- Online-Plattformen, E-Commerce
Shopify: Gewinner des digitalen Weihnachtstrubels?
Shopify gilt als ein führender Anbieter im Sektor „E-Commerce“. Unternehmen von Startups bis hin zu größeren Händlern können über Shopify Online-Shops betreiben und auch Zahlungen sowie den Versand abwickeln.
Gerade in der Weihnachtszeit, wenn Geschenke, Spielwaren und Kleidung oder sonstige Artikel über die digitale Ladentheke gehen, könnte ein Teil des saisonalen Booms indirekt auch der Plattform in die Karten spielen.
Shopify (ISIN: CA82509L1076)

eBay: Mögliche Chancen durch das Weihnachtsgeschäft 2025 für Anleger
eBay könnte insbesondere zur Weihnachtszeit für Anleger interessant werden. eBay fungiert als Online-Marktplatz für Käufer und Verkäufer rund um den Globus. Geschenke wie Artikel aus den Bereichen Elektronik, Spiele oder Second-Hand-Waren werden oft gesucht. Zudem könnten in wirtschaftlich fragilen Zeiten preissensible Kunden auf der Plattform versuchen ihr „Schnäppchen“ zu schlagen.
eBay (ISIN: US2786421030)


Zusammenfassung: Onlinehandel könnte Weihnachtsgeschäft 2025 treiben – Luxusprodukte dürften auf der Strecke bleiben
Das Weihnachtsgeschäft 2025 dürfte für den deutschen Einzelhandel trotz möglicherweise verhaltener Konsumlaune ein entscheidender Faktor bleiben. Auch wenn Verbraucher schätzungsweise insgesamt weniger einplanen für Geschenke auszugeben, dürften diese weiterhin bereit sein in Aufmerksamkeiten wie etwa Gutscheine zu investieren. Wegen des ausgeprägten Preisbewusstseins könnten allerdings Luxus- und Hochpreisartikel leiden. Insbesondere der Onlinehandel könnte ein überdurchschnittliches Wachstum aufweisen und damit den stationären Handel weiterhin unter Druck setzen.
Segmente wie Spielwaren, Bücher, Kosmetik oder auch Elektronik dürften zu den Gewinnern zählen. In den USA wird Schätzungen zufolge der Online-Umsatz auf voraussichtlich 253,4 Milliarden Dollar geschätzt, was einem Plus im Vergleich zum Vorjahr in Höhe von rund 5,3 Prozent entsprechen würde.
Angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheit und der damit im Zusammenhang möglichen Sparneigung der Verbraucher bleibt abzuwarten, wie sich das Weihnachtsgeschäft tatsächlich entwickelt.
In einem insgesamt herausfordernden Umfeld müssen sich am Ende des Tages womöglich auch in erster Linie die Einzelhändler neue Strategien überlegen, um die Konsumenten in die Märkte zu locken.
Die tatsächlich eingefahrenen Umsätze und damit Gewinne dürften nicht zuletzt auch davon abhängen, ob Verbraucher trotz Rabattschlachten wegen anhaltender Inflation nebst wirtschaftlicher Unwägbarkeiten gewillt sind, Geld auszugeben.
