Die sogenannten Tenbagger Aktien sind bei Anlegern heiß begehrt. Besonders in euphorischen Marktphasen, berichten Finanzmedien von spannenden Aktien und verstärken den Hype bei vielen Anlegern.
Aber was ist ein Tenbagger und wie findet man Unternehmen mit enormem Wachstumspotenzial? In diesem Beitrag haben wir die wichtigsten Informationen für Sie zusammengetragen.
Das wichtigste in Kürze
- Der Begriff Tenbagger stammt vom berühmten Fondsmanager Peter Lynch und bezeichnet Aktien, die ihren Kurs verzehnfachen
- Die Suche nach solchen Titeln ist schwierig und ohne Erfolgsgarantie. Einige Kennzahlen und Tipps können jedoch helfen.
- Wir stellen Ihnen einige potenzielle Branchen und Titel vor
Was ist ein Tenbagger?
Wer an der Börse investiert, träumt oft davon, auf den richtigen Aktientrend zu setzen und mit einem Titel außergewöhnlich hohe Gewinne zu erzielen. Ein sogenannter Tenbagger ist genau das: ein Volltreffer im eigenen Aktienportfolio, der seinen Wert innerhalb kurzer Zeit vervielfacht.
Das steckt dahinter:
- Definition: Ein Tenbagger ist eine Aktie, die sich in einem überschaubaren Zeitraum mindestens verzehnfacht (Rendite mehr als 900 %)
- Bedeutung: Aufgrund des äußerst lukrativen Wachstums sind solche Aktien bei Anlegern sehr begehrt.
- Begriff: Peter Lynch prägte den Begriff in seinem Buch „One Up on Wall Street“ und beschreibt damit Aktien aus unterschätzten Branchen mit außergewöhnlichem Kurspotenzial.
- Innovative Branchen: Oft zu finden sind Tenbagger in Branchen wie KI, Biotechnologie oder Cybersecurity. In solchen Bereichen entstehen schnell neue Märkte und Chancen.
- Sehr selten: Nur ca. 3 % der US-Aktien können sich über zehn Jahre zu einem Tenbagger entwickeln.
- Value-Investing: Tenbagger sind Beispiele für erfolgreiches Value-Investing. Investoren kaufen dabei Aktien, deren aktueller Preis unter ihrem realen Wert liegt.
Der Begriff „Tenbagger“ stammt aus dem Baseball und steht für Volltreffer mit maximaler Punktzahl. Börsenguru Peter Lynch hat ihn erstmals für Wertpapiere verwendet und gilt als geistiger Vater des Konzepts.
Die Bezeichnung hat sich längst weltweit für besonders lukrative Aktien eingebürgert. Teilweise bezeichnen Investoren eine Aktie bereits als Tenbagger, wenn sie in kurzer Zeit außergewöhnlich stark gewachsen ist.
Das Phänomen Tenbagger kommt in der Praxis selten vor. Es gibt jedoch Strategien, mit denen Sie Ihre Chancen, eine solche Aktie zu finden, erhöhen können.
Gut zu wissen:
Entscheidend ist vor allem der Zeitraum der Verzehnfachung. Steigt der Kurs zum Beispiel langsam, über mehrere Jahrzehnte, würde man kaum von einem Tenbagger sprechen. Ein Zeitraum von maximal 10 Jahren hat sich daher als Richtlinie eingebürgert.
Tenbagger Aktien finden: So gelingt die Suche
Die Suche nach Tenbagger-Aktien ist anspruchsvoll, aber mit einer klaren Strategie können Sie Ihre Erfolgschancen erhöhen. Entscheidend ist eine Kombination aus quantitativer und qualitativer Analyse, Branchenkenntnis und der gezielten Nutzung eigener Expertise.
- Quantitative Analyse: Die Bewertung von Kennzahlen wie KGV, EPS (Gewinn pro Aktie) hilft, unterbewertete Wachstumsunternehmen zu identifizieren.
- Qualitative Bewertung: Das Geschäftsmodell, Innovationskraft und die Ausrichtung auf Megatrends sind zentrale Faktoren für langfristiges Wachstum.
- Branchenfokus: Besonders in dynamischen Sektoren wie Technologie, Künstliche Intelligenz, Biotechnologie, E-Commerce und erneuerbaren Energien entstehen häufig Tenbagger.
- Eigene Expertise: Investieren Sie nur in Bereiche, die Sie selbst verstehen, um Chancen und Risiken besser einschätzen zu können.
- Sinnhaftigkeit: Die gezielte Suche nach Tenbaggern ist laut Peter Lynch nicht das eigentliche Ziel, sondern eher eine seltene Belohnung für eine konsequente Value-Investing-Strategie.
Analyse: Quantitative Aspekte
Die Betrachtung relevanter Kennzahlen ist ein wichtiger Schritt, um einen Tenbagger zu finden. Hierfür gibt es verschiedene Ansätze; wir wollen Ihnen im Folgenden die Aspekte vorstellen, die der “Erfinder” der Tenbagger-Aktien, Peter Lynch, für besonders bedeutsam hält.
1. Kurs-Gewinn-Verhältnis
Das KGV von Aktien ist eine bekannte Maßeinheit, die oft im Rahmen von sehr allgemeinen Tipps (“KGV sollte besser als X sein”) zum Einsatz kommt. Peter Lynch macht jedoch keine generellen Angaben dazu, was ein gutes oder schlechtes Kurs-Gewinn-Verhältnis ist. Stattdessen empfiehlt er den Vergleich mit anderen Unternehmen.
Ein mögliches Zeichen für eine Verzehnfachung sei ein KGV, das unter dem Branchendurchschnitt liegt. Außerdem sollte das Kurs-Gewinn-Verhältnis unter dem Fünfjahresdurchschnitt des Unternehmens liegen.
2. Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis
Das Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis, kurz KGW, kann als eine Erweiterung des KGV verstanden werden. Es handelt sich um eine beliebte Kennzahl, die unter anderem bei der Suche nach Value Aktien zum Einsatz kommt,
- Es beschreibt das Verhältnis des Aktienkurses zum Gewinn pro Aktie und der Wachstumserwartung.
- Sie benötigen für die Berechnung das Kurs-Gewinn-Verhältnis und eine Prognose des Gewinnwachstums.
- Während das KGV eine leicht zu findende Kennzahl ist, besteht bei der Gewinnprognose mehr Spielraum. Sie können solche Vorhersagen von unterschiedlichen Börsenportalen oder Analysten erhalten.
- Mehrere Prognosen einzuholen und einen Durchschnittswert zu bilden, hat sich dabei bewährt.
Die Auswertung des Ergebnisses ist für Peter Lynch sehr simpel:
| KGW <1 | KGW = 1 | KGV >1 |
| Unterbewertetes Unternehmen | Fair bewertetes Unternehmen | Überbewertetes Unternehmen |
| Gute Chance auf einen Tenbagger | Geringe Chance auf einen Tenbagger | Fast keine Chance auf einen Tenbagger |
Wie bei allen Kennzahlen der Fundamentalanalyse ist auch hier Vorsicht geboten: Sie sollten derartige Werte immer differenziert und im Kontext betrachten. Beim KGW ist vor allem die Wachstumsprognose eine Stellschraube, die das Ergebnis leicht verfälschen kann.
Eine zu geringe Anzahl an Quellen, Verwendung historischer Wachstumsdaten (“Trailing PEG”) oder ein ungünstig gewählter Zeitraum sind problematisch. Auch ein sehr ungewöhnliches KGV (zum Beispiel negatives KGV aufgrund massiver Investments) macht diese Kennzahl nutzlos.
3. Gewinn pro Aktie
Eine weitere wichtige Kennzahl ist für Lynch der Gewinn pro Aktie (EPS, “Earnings per Share”). Er kommt zustande, wenn wir den Gewinn des Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien teilen.
- Hierbei ist jedoch nicht der Gewinn pro Aktie in absoluten Zahlen interessant, sondern die Entwicklung dieses Werts.
- Peter Lynch betrachtet dazu das EPS-Wachstum über fünf Jahre.
- Das Ergebnis sollte hoch, aber nicht über 50 % liegen. Denn ein zu starker Anstieg könnte Konkurrenten auf den Plan rufen.
- Haben andere Firmen ein besonders attraktives Geschäftsmodell erkannt, könnten Sie auf den Markt drängen und dem Unternehmen, dass ein Tenbagger werden soll, Probleme bereiten.
- Ein zu intensives Wachstum ist daher ebenfalls ein Warnsignal für Lynch.
4. Umsatzwachstum
Ein stark wachsender Umsatz ist ein deutliches Zeichen für steigenden Erfolg und Grundvoraussetzung für einen Tenbagger. Raten von über 20 % pro Jahr haben sich als ideal erwiesen.
Ein weiterer Vorteil: Da viele künftige Tenbagger noch nicht rentabel arbeiten, können wir mit dem Umsatzwachstum ihr Potenzial erkennen, ohne uns von den tatsächlichen Gewinnen ablenken zu lassen.
5. Free Cashflow
Die Kennzahl Free Cashflow beschreibt, wie viel Kapital ein Unternehmen nach Abzug von Betriebskosten und Co. noch zur Verfügung hat. Dieses Geld kann in neue Investitionen fließen. Es ist daher vor allem für potenzielle Tenbagger, die noch keine Gewinne erzielen, interessant.
Ein hohes Free Cashflow deutet generell auf finanzielle Gesundheit und großes Wachstumspotenzial hin. Zusätzliche Einblicke gewinnen wir aus dem Vergleich mit anderen Unternehmen der gleichen Branche.
Qualitative Betrachtung
Um Tenbagger zu finden, genügt es nicht, nur die “harten Fakten” zu betrachten. Neben den Kennzahlen ist auch ein Blick auf qualitative Merkmale wie den Zustand der Branche, die Marktmacht des Unternehmens oder die Innovationsrate zu achten. Peter Lynch betrachtet dazu folgende fünf Aspekte:
1. Neue Technologie
Innovation treibt nicht nur unseren Fortschritt als Gesellschaft, sondern auch den Aktienmarkt. Es ist daher kaum verwunderlich, dass auch Tenbagger (fast) immer durch neue Technologien so erfolgreich sind.
Peter Lynch nimmt hier jedoch eine wichtige Einschränkung vor: Neue Technologien müssen keineswegs High-Tech-Produkte sein! Wichtiger ist, dass es für die Innovationen eine breite Kundenbasis gibt, sie leicht für neue Nutzer zugänglich sind und einen tatsächlichen Mehrwert bieten/die Kunden sie auch tatsächlich einsetzen.
2. Gesellschaftliche Megatrends
Klimawandel, künstliche Intelligenz, digitale Transformation … gesellschaftliche Megatrends formen und beeinflussen Menschen rund um die Welt. Ein Großteil der besonders erfolgreichen Aktien ist genau in solchen Bereichen aktiv und treibt diese Trends voran oder hat sie sogar gestartet.
- Ein potenzieller Tenbagger muss nicht an der Gestaltung solcher Trends beteiligt sein; es genügt schon, wenn das Unternehmen direkt von diesen Entwicklungen profitiert oder seine Produkte für einen solchen Wandel notwendig sind. Die Megatrends Kryptowährungen und KI machten zum Beispiel Nvidia in den letzten zehn Jahren zu einem Tenbagger.
- Wichtig ist zudem die Unterscheidung zwischen echten Megatrends und kurzfristigen Fads. So waren zum Beispiel MP3-Player wie Apples erfolgreicher iPod auf den ersten Blick nur eine vorübergehende Phase; der dahinterstehende Megatrend ist jedoch der Wandel in der Art, wie Menschen Musik und andere Medien konsumieren: weg von linearer Übertragung und persönlichem Besitz, hin zu Streaming und On-Demand-Angeboten.
Investoren hätten die Bedeutung dieses Trends leicht unterschätzen und auf Apple verzichten können. Ihnen wäre damit ein eindeutiger Tenbagger entgangen, der sich sogar zu einer echten Blue Chip Aktie entwickelt hat! Eine umfassende Kenntnis des Medien- und Technologiesektors war erforderlich, um die Breite dieser Entwicklung zu erfassen.
Dieses Beispiel belegt einen anderen, wichtigen Tipp von Peter Lynch sehr gut: Investieren Sie nur in Bereiche, die Sie auch verstehen!
3. Rechtliche Rahmenbedingungen
Das moralisch-ethische Verständnis der Menschheit entwickelt sich ständig weiter - und mit ihm auch die Gesetzgebung und Vorgaben von staatlicher Seite! So hat sich zum Beispiel die öffentliche Meinung zum Thema Rauchen massiv verändert und restriktive neue Gesetze in zahlreichen Ländern hervorgebracht.
- Ein Tabakunternehmen ist daher kein idealer Kandidat für einen Tenbagger, da der politische Gegenwind für Probleme sorgen könnte. Auch verwandte Bereiche, wie etwa Tabakalternativen oder Cannabis-Unternehmen, sind vor diesem Hintergrund nur schwierig zu bewerten.
- Andere Bereiche, wie etwa erneuerbare Energien, profitieren stark von einem allgemeinen Interesse, das sich auch in förderlicher Gesetzgebung widerspiegelt. Ein Tenbagger muss nicht zwangsläufig rechtliche Unterstützung erfahren; die aktuellen Gesetze sollten das Unternehmen aber zumindest nicht behindern.
4. Alleinstellung und Preissetzungsmacht
Tenbagger sind in den meisten Fällen sogenannte “Burggraben”-Aktien. Diese Unternehmen beherrschen einen Markt, da ihre Produkte von Konkurrenten nur schwer oder gar nicht kopiert werden können.
Die Gründe dafür können hohes technisches Know-How (zum Beispiel bei Grafikkarten von Nvidia), ein uneinholbares Image (zum Beispiel bei Apple-Produkten) oder rechtlicher Schutz (zum Beispiel durch das Patent auf Viagra für Hersteller Pfizer) sein.
Unternehmen, die sich in einer solchen, privilegierten Position befinden, haben mehrere Vorteile: Sie müssen sich nur wenig Sorgen um mögliche Konkurrenten machen und können ihre Preise nahezu frei festlegen. Dies sorgt wiederum für attraktives Wachstum und ermöglicht den Status als Tenbagger.
5. Neue Produkte
Ein hervorragendes Signal für einen möglichen Tenbagger ist das Angebot neuer Produkte, welche die gesellschaftlichen Megatrends bedienen.
- Die Nachfrage, die im Rahmen dieser globalen Entwicklungen entsteht, kann einem Unternehmen zum notwendigen, explosionsartigen Wachstum verhelfen.
- Ein Unternehmen muss nicht nur ein neues Produkt anbieten, sondern auch in der Lage sein, Produktion und Marketing zu skalieren! Nur, wenn es die Nachfrage auch bedienen kann, ist es möglich, den neuen Markt vor der aufkommenden Konkurrenz einzunehmen.
- Die dafür nötige Infrastruktur kann kleine Unternehmen schnell vor erhebliche Probleme stellen. Auf der Suche einer Verzehnfachung können daher kleine Firmen oder Start-ups oft enttäuschen - selbst, wenn sie ein scheinbar herausragendes Produkt vermarkten!
Ein sehr gutes Beispiel für die Macht neuer Produkte ist Apple: Mit seinem iPhone - damals ein neues Produkt - hat man den Megatrend Smartphone überhaupt erst geschaffen. Anschließend hat man die resultierende Nachfrage bedient und den Aktienkurs so vervielfacht.
6. Interesse von anderen Investoren
Wenn Anleger versuchen, Tenbagger zu finden, analysieren sie oft sehr obskure Aktien. In vielen Köpfen hat sich die Idee festgesetzt, dass nur unbekannte Unternehmen ein solches Wachstum zeigen könnten.
Tatsächlich ist aber das Gegenteil der Fall: Tenbagger sind selten Geheimtipps, sondern fast immer etablierte Firmen mit bereits mehrjähriger Erfolgsgeschichte! Diese Firmen weisen deutlich weniger unbekannte Größen auf, sodass uns die Analyse leichter fällt und belastbare Ergebnisse liefert.
Kaum ein Indikator sagt mehr über das Potenzial aus, als das Interesse anderer Investoren. Da potenzielle Tenbagger keine Geheimnisse sind, sollten Sie durchaus die Tipps anderer Anleger beachten. Hierbei können Signaldienste wie Traderfox oder das Social Trading wertvolle Dienste leisten.
Tenbagger finden: Value-Investing-Strategie erlernen!
Tenbagger faszinieren Anleger seit jeher. Sie gelten als “heiliger Gral” des Aktien-Investments. Dementsprechend intensiv betreiben einige Investoren die Suche nach solchen Titeln. Doch Peter Lynch, der den Begriff Tenbagger geprägt hat, empfiehlt eine andere Vorgehensweise:
- Er hält die konzentrierte Suche speziell nach Tenbaggern für nicht empfehlenswert.
- Lynch betrachtet solche Titel nicht als eigenständiges Ziel, sondern als Belohnung für die gute Umsetzung der Value-Investing-Strategie.
- Dabei sieht er folgende Punkte als Eckpfeiler an: In Geschäftsmodelle investieren, mit denen wir uns auskennen, langfristig denken und Firmen vor dem Kauf auf Herz und Nieren prüfen.
- Wer diesen Regeln folge, findet möglicherweise dennoch nie einen Tenbagger, sei aber langfristig erfolgreich, so der Börsenguru.
- Diese Aussagen decken sich auch mit der statistischen Wahrscheinlichkeit eines Tenbaggers: da diese nur sehr selten auftreten, ergibt es keinen Sinn, zu viel Energie in die Suche zu stecken.
Umso wichtiger ist das Finden hervorragender Aktien für das eigene Portfolio. Sie bilden die Grundlage für den langfristigen Erfolg beim Value-Investing und sind ohnehin die wahrscheinlichsten Kandidaten für einen Tenbagger!

Vielversprechende Branchen: Wo entstehen die nächsten Tenbagger?
Viele Tenbagger stammen aus Sektoren, die durch Technologie, Megatrends oder strukturellen Wandel geprägt sind. Besonders stark vertreten sind Künstliche Intelligenz und die Halbleiterbranche.
Sie bilden das Fundament moderner Innovation und bieten damit ideale Bedingungen für Aktien mit hohem Potenzial, ihren Wert zu verzehnfachen.
| Branche | Wachstumstreiber |
| Künstliche Intelligenz | Automatisierung, Big Data, Deep Learning |
| Chips & Halbleiter | Technologischer Wandel, Cloud, Automobilindustrie |
| Biotechnologie | Neue Therapien, personalisierte Medizin |
| Cybersecurity | Zunehmende Angriffe, Cloud-Sicherheit |
Künstliche Intelligenz
Der Bereich künstliche Intelligenz erhält aktuell an den Börsen mit Abstand die meiste Aufmerksamkeit. Anleger auf der Suche nach Tenbaggern finden hier viele spannende Titel mit hoher Gewinnerwartung
- Eine Untersuchung des Management- und Technologieberatungs-Unternehmens Sopra Steria ergab, dass der weltweite KI-Markt bis 2028 mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 19 % zulegen wird.
- Die entspricht dem dreifachen Wachstum, das für den gesamten IT-Markt im selben Zeitraum prognostiziert wird.
- In Deutschland wird mit einem Zuwachs auf bis zu 7,62 Milliarden Euro bis 2030 gerechnet.
- Wie bei allen potenziellen Tenbaggern sind aber auch hier Enttäuschungen möglich: Die Überbewertung von KI-Firmen ist potenziell kritisch. Die KI-Blase hat bereits heute das 10-fache Volumen der Dotcom-Blase in den 2000er Jahren erreicht.
Zu potenziellen Tenbaggern zählen innovative Unternehmen wie Nvidia, OpenAI und spezialisierte KI-Start-ups, die sich im Umfeld von generativer KI und automatisierten Prozessen einen Namen gemacht haben. Studien unterstreichen, dass Unternehmen mit starkem KI-Fokus signifikant schneller wachsen und hohe Renditen ermöglichen.
Nvidia: Tenbagger trotz Überbewertung?
NVIDIA (ISIN: US67066G1040) nimmt eine zentrale Rolle im KI-Boom ein. Die Grafikkarten des Unternehmens werden aufgrund ihrer Rechenleistung für nahezu alle KI-Anwendungen benötigt.
Seit 2015 hat sich der Aktienkurs bereits mehr als verzwanzigfacht. Treiber dieses Wachstums war zunächst das Interesse an Kryptowährungen. Der KI-Trend hat hingegen gerade erst begonnen und lässt Investoren auf eine weitere Verzehnfachung hoffen.
Nvidia ist heute bereits eines der wertvollsten Unternehmen überhaupt und gehört zu den Magnificent 7 / den glorreichen sieben. Es besteht also eine ernstzunehmende Wahrscheinlichkeit, dass dein zehnfaches Wachstum nicht eintreffen könnte. Dennoch handelt es sich um eine spannende Aktie, die sich noch einmal zu einem Tenbagger entwickeln könnte.
Halbleiter & Chips
Auch die Halbleiterbranche ist von starkem Wachstum geprägt: Experten erwarten, dass die globale Nachfrage nach Chips durch Cloud, KI und autonomes Fahren in den nächsten zehn Jahren exponentiell zulegt und die Branche überdurchschnittliche Renditen erzielen kann.
Im Jahr 2024 lag das Volumen des Halbleitermarkts bei rund 500 Milliarden US-Dollar. Es wird geschätzt, dass sich dieser Umsatz bis 2030 verdoppelt und dann 1 Billion Dollar betragen wird. Die Branche profitiert weiter von Innovationswellen in Bereichen wie KI-Hardware und High-Performance-Computing.
Broadcom (ISIN: US11135F1012) zählt zu den vielseitigsten Halbleiterfirmen weltweit. Neben Chips für Netzwerke, Cloud und KI besitzt das Unternehmen auch eine starke Software-Sparte, die durch die Übernahme von VMware erweitert wurde.
Seit 2010 hat sich der Kurs mehr als verzwölffacht, während sich die Dividende in den letzten zehn Jahren fast verzwanzigfachte. Die Mischung aus technologischem Vorsprung, Übernahmen und stabiler Ertragskraft macht Broadcom zu einem soliden, aber potenziell explosiven Kandidaten für den nächsten Tenbagger-Status.
Biotechnologie
Die Biotechnologie profitiert langfristig von Megatrends wie demografischem Wandel, Innovationen in der personalisierten Medizin und neuen Therapien wie mRNA. Vor allem BioNTech erlebte Anfang der 2020er Jahre enormen Zuwachs durch den entwickelten Impfstoff gegen die COVID-19-Pandemie.
Neben Corona und mRNA gewinnen sogenannte Biopharmazeutika, also Arzneimittel aus gentechnischer Herstellung, stark an Bedeutung. Sie gelten längst nicht mehr als Nischenprodukte, sondern sind zu einem zentralen Bestandteil moderner Therapien geworden.
Im Jahr 2022 waren 59 % der Neuzulassungen Biopharmazeutika, was die starke Relevanz am Markt unterstreicht.
Vertex Pharmaceuticals (ISIN: US92532F1003) gilt als Innovationsführer in der Biotechnologie. Das US-Unternehmen ist auf Therapien für genetisch bedingte Krankheiten spezialisiert und arbeitet an bahnbrechenden Ansätzen in der Gen- und Zelltherapie.
Seit 2010 hat sich der Kurs mehr als versechsfacht und verzeichnet zugleich steigende Umsätze. Mit vielversprechenden klinischen Studien und einem klaren Fokus auf Zukunftstechnologien hat Vertex das Potenzial, zu einem echten Tenbagger zu werden.
Cybersecurity
Angetrieben durch die weltweite Zunahme von Cyberangriffen und digitalisierter Unternehmensprozesse steigt die Nachfrage nach passenden Sicherheitslösungen. Das verdeutlicht auch die aktuelle Marktprognose von Verified Market Reports.
Es wird geschätzt, dass der globale Cybersecurity-Markt im Jahr 2024 einen Wert von rund 203 Milliarden US-Dollar aufweisen könnte. Bis zum Jahr 2033 wird sogar ein Anstieg auf etwa 507 Milliarden US-Dollar erwartet.
Das entspricht mehr als einer Verdopplung des Marktvolumens in weniger als zehn Jahren.
Besonders bemerkenswert ist die prognostizierte durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 10,4 % für den Zeitraum 2026 bis 2033. Eine zweistellige CAGR über mehrere Jahre hinweg gilt als starkes Wachstumssignal für den Bereich IT-Sicherheit.
CrowdStrike (ISIN: US22788C1053) ist eines der führenden Unternehmen im Bereich Cloud-basierter Cybersecurity. Die Plattform erkennt Bedrohungen in Echtzeit mithilfe von Machine Learning und wird besonders von Großunternehmen weltweit geschätzt. Zudem gilt die Kundenbindung als sehr hoch.
Seit dem Börsengang 2019 ist der Kurs zeitweise um mehr als 700 % gestiegen. Durch wachsender Cyberbedrohungen und einer kontinuierlich steigenden Zahl an Abonnements bleibt CrowdStrike ein potenzieller Tenbagger-Kandidat.
Fazit: Tenbagger-Suche lässt sich optimieren, aber Erfolg nicht garantieren
Tenbagger sind Aktien, die ihren Wert in relativ kurzer Zeit mindestens verzehnfachen. Dieses enorme Wachstum ist eine absolute Ausnahmeerscheinung an den Börsen. Dementsprechend schwierig ist es, solche Titel zuverlässig zu entdecken.
Der Erfinder des Begriffs, Börsenguru Peter Lynch, hat jedoch in seinen Büchern einige hilfreiche Tipps zusammengetragen, mit denen sich ein solcher Gewinner frühzeitig identifizieren lässt.
Tenbagger-Unternehmen zeichnen sich durch den Einsatz neuer Technologien und neuer Produkte aus, mit denen sie gesellschaftliche Megatrends (mit-)prägen und die entstehende Nachfrage bedienen. Dabei profitieren sie fast immer von günstigen, rechtlichen Rahmenbedingungen.
Zudem zeigen auch andere Investoren ein Interesse an solchen Aktien. Sie sind also selten echte Geheimtipps, für die sie einige Anleger gern halten. In der Regel weisen sie bereits eine stattliche Erfolgsgeschichte auf.
Kennzahlen wie der Free Cashflow, das Umsatzwachstum und das Kurs-Gewinn-Wachstum geben uns zusätzliche Einblicke.
Trotz aller Tipps und Tricks gibt es keine Garantie, dass Sie auch tatsächlich einen Tenbagger finden. Das macht aber nichts: Die Funamdentalanalyse, die Sie bei der Suche durchführen müssen, hilft Ihnen, hochwertige Aktien für Ihr Aktienportfolio zu finden. Selbst, wenn Sie nie eine Verzehnfachung unter Ihren Aktien sehen, kommt die Arbeit Ihrer Rendite zugute!




