Aktive Händler müssen nicht auf steigende Preise an der Börse warten. Durch die Möglichkeit des Leerverkauf können sie auch von fallenden Kursen profitieren! Wir erklären, wie Sie einen Leerverkauf von Aktien und anderen Assets erfolgreich planen und durchführen, warum diese Methode so wichtig für Ihre Rendite ist und worauf Sie achten sollten.
Das wichtigste in Kürze
- Bei einem Leerverkauf leihen sich Trader ein Asset von Ihrem Broker und verkaufen es. Sinkt der Preis, können sie das Asset günstig einkaufen und an den Broker zurückgeben. Die Differenz stellt einen Gewinn dar
- Leerverkäufe sind bei hochwertigen Brokern problemlos möglich und verursachen kaum zusätzliche Arbeit
- Wie bei allen Börsenaktivitäten besteht ein grundsätzliches Verlustrisiko
- Auch Optionen, Futures und andere Werkzeuge erlauben es, von fallenden Preisen zu profitieren
Short-Selling: So funktioniert der Leerverkauf von Aktien und Co.
An der Börse haben Bulle und Bär das Sagen: Die Preise für Aktien und andere Werte steigen und fallen. Der typische Privatanleger profitiert mit seinem Aktienportfolio nur von Aufwärtstrends. Abwärtsbewegungen sind aber keine Seltenheit und erzeugen Verluste.

Doch wir müssen diese Rücksetzer nicht einfach hinnehmen! Aktive Händler können auch von fallenden Preisen profitieren. Sie nutzen dazu meist den Leerverkauf, ein ebenso einfaches wie geniales Konzept, durch das sinkende Börsenkurse für steigende Einnahmen sorgen.
Es funktioniert so:
- Händler vereinbaren mit ihrem Broker, Aktien oder andere Assets auszuleihen und später zurückzugeben.
- Nachdem Sie die vereinbarten Beteiligungen erhalten haben, verkaufen Sie diese sofort - ein “leerer Verkauf”, denn die Titel gehören eigentlich gar nicht Ihnen, sondern Ihrem Broker.
- Den Verkaufspreis können die Händler für sich behalten.
- Zum vereinbarten Zeitpunkt wird das Asset an der Börse zurückgekauft und an den Broker zurückgegeben.
- Ist der Preis in der Zwischenzeit gefallen, macht der Händler durch den Preisunterschied einen Gewinn

Den ersten Leerverkauf schreibt man übrigens dem holländischen Händler Isaac Le Maire zu. Er investierte sein Geld im 17. Jahrhundert in die Aktien der Niederländischen Ostindien Kompanie.
Als das Unternehmen keine Dividende mehr ausschüttete, erkannte er den Abwärtstrend. Er verkaufte seine Anteile, lieh sich aber noch zusätzliche Wertpapiere. Le Maire verdiente mit dem ersten Short-Sell der Geschichte viel Geld.
Seither hat sich an Finanzmärkten viel getan: Sie können heute in allen Anlageklassen Short-Positionen eröffnen und sind nicht mehr auf Wertpapiere beschränkt. So stehen zum Beispiel Futures, Optionen, ETFs, Fonds und Währungen zur Verfügung.
Wann kommt der Leerverkauf zum Einsatz?
Der Leerverkauf ermöglicht uns, bei fallenden Preisen zu profitieren. Steigen die Kurse hingegen, nutzen wir eine einfache “Long Position” (Einkauf des Assets und späterer Verkauf zu einem höheren Preis).
Nur in neutralen Phasen, in denen es weder auf- noch abwärtstrends gibt, ist so kein Gewinn möglich. In solchen Zeiten können wir jedoch Optionen handeln, um dennoch Einnahmen zu erzielen.
So haben Händler für jede Lage die passenden “Werkzeuge”:
| Marktphase | Werkzeug |
| Aufwärtstrend / Bullenmarkt | Long-Position (Kauf von Vermögenswerten) |
| Neutral / Seitwärtsmarkt | Optionen und andere Derivate |
| Abwärtstrend / Bärenmarkt | Leerverkauf |
Was hält uns nun also davon ab, in kürzester Zeit gewaltige Gewinne anzuhäufen? Wir müssen die richtige Position zum richtigen Zeitpunkt einsetzen. Und das ist keine leichte Aufgabe!
Marktteilnehmer nutzen unterschiedlichste Techniken, um die Kursbewegungen vorherzusagen:
Und viele mehr!
- Mit der Chartanalyse versuchen Händler, optische Muster aus den Kursen abzuleiten
- Social Trading ist der Versuch, die Meinung unterschiedlicher Trader zu bündeln
- Beim Newstrading analysiert man die aktuellen Nachrichten, um Preisveränderungen abzuschätzen
- Forexsignale sind spezielle Kennzahlen, die Entwicklungen von Fremdwährungen vorhersagen sollen
- Beim Volumen Trading nimmt man gezielt das Handelsvolumen unter die Lupe, um Interesse der Märkte einzuschätzen
- Trading Signale sind Informationen, die uns bei der Vorhersage helfen sollen. Wir können sie zum Beispiel von Dienstleistern wie TraderFox beziehen
- Mit der Sentiment Analyse sollen Stimmungen und Emotionen der Marktteilnehmer ergründet werden, um anschließend lukrative Trades zu platzieren

Leider ist keine dieser Methoden völlig akkurat. Die Vorhersage bleibt stets ein riskantes Unterfangen, das zu teuren Fehlschlägen führen kann. Das Problem ist also nicht, von fallenden Preisen zu profitieren - der Leerverkauf ist einfach und schnell ausgeführt - sondern den richtigen Zeitpunkt dafür zu erwischen!
Leerverkauf Beispiel: So könnte das Short Selling von Aktien aussehen
Obwohl grundsätzlich alle Vermögenswerte für den Leerverkauf infrage kommen, ist das Short-Selling von Aktien besonders bekannt und häufig eingesetzt. Wir wollen daher zum besseren Verständnis ein praktisches Beispiel aus diesem Bereich zeigen:
- In unserem Beispiel erwarten wir, dass der Preis der Amazon-Aktie in den nächsten Tagen aufgrund schlechter Geschäftszahlen stark sinkt.
- Wir nutzen unser CapTrader-Konto, um einen Leerverkauf auf Amazon abzuschließen (falls Sie kein passenden Konto haben, können Sie in wenigen Minuten online ein Depot eröffnen)
- Amazon steht in unserem Beispiel bei 210 $, wir eröffnen einen Leerverkauf über 50 Aktien. Wir müssen uns also 10.500 $ (210 $ x 50) über unseren Broker leihen.
- Im Hintergrund verkauft unser Broker die Wertpapiere sofort für uns an der Börse für 210 $ pro Einheit.
- In unserem Depot sehen wir nun eine Short-Position, Wert: 10.500 $.
- Nach einer Woche ist der Preis der Amazon-Aktie auf 180 $ gefallen.
- Wir lösen unseren Leerverkauf nun auf (in der Börsensprache “Glattstellen”): Die Wertpapiere werden für 180 $ an der Börse eingekauft und an unseren Broker zurückgegeben.
- Wir haben 30 $ x 50, als insgesamt 1.500 $ Gewinn gemacht.
Nicht mit eingerechnet sind die Kosten für das Entleihen: Sie hängen von Angebot und Nachfrage (Anzahl der Trader in Long- und Short-Positionen) ab. Auch die Transaktionskosten kommen hinzu, sind aber bei CapTrader so niedrig, dass wir sie an dieser Stelle vernachlässigen können.
Voraussetzungen und Start
Ein Leerverkauf ist etwas aufwändiger als das Eingehen einer Long-Position, denn nicht jedes Asset und nicht jeder Broker sind dafür geeignet. Folgende Voraussetzungen sollten Sie mitbringen:
- Brokerwahl: Nur professionelle Broker wie CapTrader bieten die Möglichkeit zum Leerverkauf an. Sollten Sie noch nicht über ein Konto bei einem geeigneten Anbieter verfügen, müssen Sie im ersten Schritt ein solches Depot eröffnen.
- Marginkonto: Das Ausleihen von Vermögenswerten, wie es beim Leerverkauf vorkommt, ist nicht ohne weiteres möglich. Ihr Broker muss ihre persönliche und finanzielle Eignung prüfen. Ein sogenanntes Margin-Konto ist dafür erforderlich. Es erlaubt Ihnen Zugang zum Leerverkauf und anderen "Profi-Werkzeugen" der Finanzwelt.
- Passendes Asset: Nicht alle Aktien und andere Vermögenswerte sind für einen Leerverkauf geeignet. Einige Assets stehen zum Beispiel aufgrund zu geringer Liquidität nicht zur Verfügung. Um Ihre Auswahl zu erhöhen, sollten Sie auf einen großen, internationalen Broker wie CapTrader setzen.
Theoretisch sind alle Assets als Short-Positionen verfügbar, sofern es keine regulatorischen Einschränkungen gibt.
- Die BaFin macht etwa einige Vorgaben beim Shorten und verbietet zum Beispiel den ungedeckten Leerverkauf von Aktien. In den USA ist dieses Vorgehen jedoch weiterhin legal.
- Weitere Einschränkungen durch die Finanzaufsicht BaFin sind in Einzelfällen möglich. So untersagte die Behörde etwa während der unrühmlichen Wirecard-Affäre für zwei Monate den Leerverkauf - in der Folge legte die Aktie zu.
- Während der Finanzkrise 2008 hat die BaFin Leerverkäufe bei Bankaktien verboten. Derartige Eingriffe des Staates sind sehr selten, aber nicht völlig unmöglich.
Abgesehen von solchen Verboten und Vorgaben ist das Shorten auch noch von der Verfügbarkeit der Assets abhängig: Für den Leerverkauf von Aktien muss es zum Beispiel Trader geben, die ihre Wertpapiere halten und verleihen möchten.
Denn auch beim Shorten regieren Angebot und Nachfrage. Sind nicht genug Trader vorhanden, die eine Long-Position einnehmen/halten wollen, steigen die Preise für das Short-Selling entsprechend an. Es kann dann unwirtschaftlich sein, dennoch eine solche Position zu eröffnen.
Ist Ihnen Aufwand und Risiko für einen Leerverkauf zu groß, kommen Derivate wie Optionsscheine oder Zertifikate als Möglichkeit für Short-Positionen in Betracht.
Was der Unterschied Optionen vs. Optionsscheine ist, haben wir gesondert für Sie untersucht.
Risikokontrolle beim Short-Selling
Unter Laien hat das Short-Selling einen zweifelhaften Ruf. Grund dafür sind Ereignisse wie die wilde Achterbahnfahrt der Gamestop-Aktien im Februar 2021:
- Das Unternehmen, das für viele US-Amerikaner ein nostalgischer Teil ihrer Kindheit war, steuerte damals auf die Insolvenz zu.
- (Überwiegend professionelle) Investoren eröffneten reihenweise Short-Positionen auf die Aktie.
- Auf der Internetplattform reddit fanden sich jedoch Tausende von Privatanlegern mit dem Ziel zusammen, das Traditionsunternehmen zu retten.
- Man vereinbarte, die Gamestop-Aktie zu kaufen oder Call Optionen auf den Titel abzuschließen. Die Anzahl der Orders war ausreichend, um den Kurs von etwa 5 $ auf über 500 $ anzuheben.
- Die Trader, die zuvor Leerverkäufe für Gamestop platziert hatten, mussten nun Anteile zu astronomischen Preisen zurückkaufen, um ihre Positionen wieder zu schließen.
- Der Rückkauf wiederum hat den Kurs der Wertpapiere weiter nach oben getrieben und die Verluste der Short-Seller weiter verstärkt - es kam zu einem sog. “Short Squeeze”.
Die Folge waren gewaltige Verluste für die professionellen Trader von Hedgefonds und Banken. Traurige Bekanntheit erlangte die Affäre auch durch die Tatsache, dass viele Neobroker auf Druck der Profi-Trader den Kauf weiterer Gamestop-Anteile verboten.
Dieser illegale Eingriff in den Markt zeigt, wie wichtig die Wahl eines professionellen Brokers ist: CapTrader hatte den Handel mit der Gamestop Aktie zu keinem Zeitpunkt unterbunden.
Unbegrenzte Verluste
Die Gamestop-Affäre führte zu gewaltigen Verlusten für zahlreiche Short-Seller. Der Hedgefund “Melvin Capital” verlor mehrere Milliarden und musste seine Tätigkeit einstellen. Ein perfektes Beispiel für die Gefahren von Leerverkäufen!
- Bei Long-Positionen ist Ihr Risiko stets begrenzt. Sofern Sie keine Hebel einsetzen, können Sie maximal Ihr eingesetztes Kapital verlieren. Denn ein Asset kann schlimmstenfalls auf einen Preis von null Euro fallen, nicht jedoch negativ werden.
- Nach oben sind bei den Preisen an der Börse jedoch keine Grenzen gesetzt. Steigt der Kurs, während eine Short-Position/Leerverkauf geöffnet ist, erzielen Trader einen Verlust. Da der Preis während des Leerverkaufs theoretisch unendlich ansteigen kann, sind auch die Verluste unbegrenzt.
- Plötzliche Kurssteigerungen kommen immer wieder vor und können enorme Ausmaße annehmen. Die VW-Übernahme durch Porsche sorgte etwa für einen Mangel an verfügbaren Wertpapieren und verursachte eine Verfünffachung der Preise innerhalb weniger Stunden. Wer zu diesem Zeitpunkt eine offene Short-Position auf VW-Stocks besaß, musste die Wertpapiere ebenfalls zum fünffachen Preis zurückkaufen.
Beim Einsatz von Hebeln ist dieser Verlust noch einmal mit dem Leverage zu multiplizieren - hier drohen Verluste, die um ein Vielfaches höher als das eingesetzte Kapital sind! Es kann sehr schnell zum Margin Call kommen. Doch wir müssen uns diesen Gefahren nicht schutzlos aussetzen:
Risiken beim Leerverkauf sind beherrschbar
Beim Short-Selling müssen Sie das Risiko unendlicher Verluste nicht einfach hinnehmen. Ihnen stehen Methoden zur Verfügung, mit denen Sie die Gefahren eliminieren oder zumindest drastisch reduzieren können!
1. Stop-Order
Eine Stop-Order ist eine Anweisung an Ihren Broker, eine Position zu schließen, sobald ein vorgegebener Preis erreicht ist. Im Falle von Short-Positionen bedeutet dies: kommt es zu einem Verlust, weil der Kurs eines Assets steigt und nicht (wie erwartet) fällt, zieht die Stop-Order für Sie die Notbremse.
Trader können eine Stop-Order an jeder beliebigen Stelle setzen. In der Praxis haben sich 10, 15 oder 20 Prozent Abstand bewährt. Entsteht ein Verlust, der Ihre Stop-Order übersteigt, kommt es zur Auslösung. Ihr Broker platziert dann sofort eine Market-Order, kauft das Asset für Sie und stellt die offene Order glatt.
Durch spezialisierte Formen, wie etwa die Trailing-Stop-Loss-Order, können Sie Ihre Verluste weiter begrenzen und Renditen optimieren. Ein Broker mit passenden Orderformen ist daher für das Short-Selling unbedingt erforderlich. Leider finden sich immer noch zahlreiche Broker, bei denen nicht einmal simple Stop-Orders verfügbar sind.
2. Diversifikation
Eine ausreichende Diversifikation ist das A und O im Risikomanagement: Eine Short-Position sollte idealerweise nur einen kleinen Teil Ihrer Investitionen ausmachen. Im Falle eines Misserfolgs hält sich dann der Schaden in Grenzen.
Ein Leerverkauf ist grundsätzlich als riskante Position zu betrachten. Idealerweise nimmt er nur einen kleinen Prozentsatz in einem Portfolio ein, das ansonsten sicher aufgestellt ist.
3. Hedging
Hedging bezeichnet alle Maßnahmen, mit denen wir unser Vermögen an den Finanzmärkten vor Verlusten schützen. Ein Leerverkauf ist selbst eine beliebte Hedgingform:
- Wenn wir Aktien besitzen und einen baldigen Kurseinbruch erwarten, bietet ein Leerverkauf effektiven Schutz
- Wir eröffnen eine Short-Position auf unsere Wertpapiere
- Sollten die Preise fallen, verlieren unsere Aktien an Wert, aber die Short-Position gewinnt
- Umgekehrt sorgt die Long-Position (Aktienbesitz) für Gewinne bei steigenden Kursen, während der Leerverkauf verliert
Das Risiko eines Leerverkaufs sinkt also maßgeblich, wenn wir den jeweiligen Vermögenswert selbst besitzen. Selbst im Katastrophenfall (Börsenkurs steigt extrem stark) sind wir geschützt, da wir die geliehenen Wertpapiere notfalls aus unserem eigenen Besitz zurückgeben können.
Weitere, spannende Möglichkeiten ergeben sich durch Derivate: Wir können beispielsweise Optionen oder Futures nutzen, um steigende Verluste durch ungünstig laufende Short-Positionen zu begrenzen. Mehr dazu erfahren Sie in unseren Berichten zum Thema Optionen handeln und Future Trading.
Notwendige Sicherheiten für einen Leerverkauf
Da Sie bei einem Leerverkauf einen (geliehenen) Vermögenswert verkaufen, steigt zunächst der Barbestand in Ihrem Depot. Natürlich müssen Sie die Leihgabe aber später zurückzahlen - das Kapital gehört Ihnen also nur bedingt.
- Aus Sicherheitsgründen blockt CapTrader die Abhebung dieser Barbestände, bis Ihre Short-Position glattgestellt (Assets zurückgegeben) sind.
- Als Broker ist CapTrader für die sichere Abwicklung zwischen Ihnen und dem Verleiher der Vermögenswerte verantwortlich.
- Dazu zählt auch das Sicherstellen Ihrer Zahlungsfähigkeit, wenn die Kurse steigen sollten.
Sie müssen unter anderem in der Lage sein, Dividendenzahlungen an den Verleiher zu leisten. Denn die Gewinnausschüttungen stehen dem Inhaber der Wertpapiere zu, auch wenn diese gerade an einen Short-Seller verliehen wurden.
Gut zu wissen:
Aufgrund der Verpflichtung, bei einem Leerverkauf die Dividendenzahlung an den Besitzer von Wertpapieren weiterzuleiten, nimmt die Menge an Short-Position kurz vor der Dividendenausschüttung meist etwas ab.
Anwendungsbeispiele und Alternativen zum Leerverkauf
Beim Thema Leerverkauf trennen sich Privatanleger und ambitionierte Trader: Die meisten Marktteilnehmer setzen ausschließlich auf Long Position und lassen sich erhebliche Rendite entgehen.
Das muss nicht sein: Ein Leerverkauf ist einfach und für nahezu jede Person möglich. Wir haben im Folgenden einige spannende Anwendungsfälle für Sie zusammengefasst.
Einfacher Leerverkauf
Die einfachste Form des Short-Sellings ist sicherlich der Leerverkauf von Aktien bei zu erwartenden Kursrückgängen.
- Wenn Sie damit rechnen, dass die Preise eines Wertpapiers sinken, können Sie eine Short-Position bei eingehen.
- Ihr Broker leiht Ihnen die Titel für den vereinbarten Zeitraum.
- Gleichzeitig sollten Sie eine Stop-Order veranlassen, die für die Glattstellung des Leerverkaufs im Notfall sorgt.
- Denn steigt der Preis, anstatt zu fallen, entstehen Verluste für Sie. Diese können (ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen) theoretisch unendlich hoch ausfallen.
Als Alternative für diese “einfache Wette” auf fallende Kurse kommen Derivate, wie Optionsscheine oder Zertifikate, infrage. Sie haben nur ein begrenztes Risiko: der maximale Verlust ist der Wert Ihres Investments; mit diesen Produkten können Sie keine Schulden darüber hinaus erzeugen.
Pairtrades
Ein Pairtrade ist eine spannende Handelsstrategie, die unter Laien nur wenig Bekanntheit genießt. Die Vorgehensweise ist sehr simpel:
- Man sucht sich einen Gewinner und lässt ihn gegen einen vermeintlichen Verlierer antreten.
- Die beiden Vermögenswerte müssen miteinander verbunden sein, zum Beispiel Aktien aus der gleichen Branche oder Landeswährungen mit enger wirtschaftlicher Bindung.
- Steigt der eine Wert, sollte der andere in der Folge sinken.
- Auf den Gewinner-Wert wird eine Long-Position eröffnet, während wir auf den Verlierer einen Leerverkauf handeln.
Die Erwartung ist, dass sich Kapital vom Verlierer zum Gewinner verschiebt. Sie profitieren in diesem Fall doppelt, da Sie sowohl auf die Kurssteigerungen des Ersteren, als auch die Verluste des letzteren Unternehmens gesetzt haben.
Der Milliardär George Soros erlangte durch diese Vorgehensweise 1992 Ruhm und Reichtum: Der von ihm und Jim Rogers gegründete Quantum Fund erzielte einen Gewinn von mehr als einer Milliarde Dollar durch einen Pairtrade am Währungsmarkt.
Seine Währungswette gegen das britische Pfund ging dabei voll auf: Er lieh sich große Summen der britischen Währung und tauschte diese gegen die D-Mark und den französischen Franc. Beide Zahlungsmittel stiegen im Wert, während das GBP tatsächlich einbrach und zu gewaltigen Gewinnen für Soros führte.
Assets verleihen
Ein Leerverkauf spricht Sie nicht an und Sie möchten lieber bei Ihren Long-Positionen bleiben? Auch in diesem Fall können Sie profitieren!
Denn für jeden Leerverkauf müssen Vermögenswerte ausgeliehen werden. Sie können diese Rolle übernehmen und Ihre eigenen Aktien verleihen. Im Gegenzug erhalten Sie einen großen Teil der Gebühren, die Ihr Broker vom jeweiligen Händler verlangt.
Bei CapTrader funktioniert dies so:
- In Ihrem CapTrader Kontoportal aktivieren Sie die Option “Aktienrendite-Optimierungsprogramm”
- Hier können Sie das Programm auch jederzeit deaktivieren
- Es besteht kein zusätzliches Risiko für Ihre Wertpapiere
- CapTrader gibt 50 % der erhaltenen Gebühren an sie weiter
- Die Höhe der Einnahmen hängt von den jeweiligen Wertpapieren und der Nachfrage ab
Je nach den aktuellen Marktzinssätzen können Sie auf diese Weise eine stattliche Zusatzrendite erzielen. Diese Möglichkeit bietet sich vor allem bei Titeln an, die Sie ohnehin längere Zeit in Ihrem Portfolio halten möchten.
Put-Optionen kaufen
Sie sind davon überzeugt, dass ein Asset bald an Wert verliert, möchten aber keinen Leerverkauf tätigen? Dann könnte stattdessen der Kauf einer Put-Option für Sie ideal sein:
- Mit einer Put-Option (Long Put) erwerben Sie das Recht, einen Vermögenswert zu einem vereinbarten Preis zu verkaufen.
- Dieser Verkaufspreis ist Ihnen garantiert, auch, wenn der tatsächliche Kurs an der Börse viel niedriger ist
- Sinkt der Börsenkurs unter den in der Put-Option vereinbarten Preis, erzielen Sie einen Gewinn
- Für den Long Put müssen Sie eine Prämie zahlen. Sollte der Börsenpreis nicht wie erhofft fallen und Ihr Vorhaben schiefgehen, stellt diese Prämie ihren maximalen Verlust dar
Der Long Put ist damit eine einfache und vor allem sichere Möglichkeit, auf fallende Preise zu spekulieren: Sie können maximal die eingesetzte Prämie verlieren! Im Erfolgsfall sind jedoch sehr hohe Gewinne möglich, wenn der Preis an der Börse stark fällt.
In unserem Bericht zum Thema Optionen handeln finden Sie alle wichtigen Informationen, um einen ersten Long Put zu nutzen.

Fazit: Leerverkauf ist nicht nur für Profis sinnvoll
Der Leerverkauf ist ein wichtiges Handelsinstrument, durch das Sie auch von fallenden Kursen profitieren können. In seiner einfachsten Form umfasst ein solcher “Short-Sell” das Ausleihen eines Assets (meist eine Aktie, aber auch andere Produkte kommen infrage).
Sie verkaufen diesen Vermögenswert sofort an der Börse und streichen den Gegenwert in Cash ein. Zum Ende des vereinbarten Zeitraums müssen Sie die entliehenen Assets wieder zurückgeben. Sie kaufen diese daher an der Börse ein, um Ihrer Schuld nachzukommen. Fiel der Preis für das Asset in der Zwischenzeit, haben Sie einen Gewinn verbucht.
Ein leistungsfähiger Broker bietet Ihnen neben dieser Form des Leerverkaufs auch weitere Möglichkeiten, von sinkenden Kursen zu profitieren. Derivate wie Zertifikate, Optionsscheine oder der Optionshandel stehen bei CapTrader für Sie bereit.
Wie an der Börse üblich kommen auch diese Methoden mit einem Risiko daher! Bei einem Leerverkauf ist die Höhe Ihres Verlustes theoretisch unbegrenzt. Daher ist die Absicherung durch Stop-Orders unbedingt zu empfehlen! Trotz dieses zusätzlichen Aufwands eignet sich das Short-Selling aber nicht nur für Profis.
Durch die Verwendung von Long- und Short-Positionen eröffnen sich neue Renditechancen für Sie: Im Falle sinkender Kurse müssen Sie nicht mehr auf eine Erholung warten, sondern können währenddessen Gewinne erzielen.
Durch Pairtrades, das Verleihen von Vermögenswerten oder als Absicherung für Ihr Portfolio bringen Leerverkäufe zusätzliche Vorteile. Für die Ausführung eines Leerverkaufs benötigen Sie einen passenden Broker, der Margin-Konten anbietet. Auch die Auswahl an Produkten sollte möglichst ausfallen, da andernfalls nicht alle Titel geshortet werden können.




