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CapTrader Literatur Die Essenz des Erfolgs

Die Essenz des Erfolgs

Von
Celine
| 13. Juni 2023 |
Literatur
CapTrader Literatur DIE ESSENZ DES ERFOLGS von Phil Jackson

von Phil Jackson ist nicht nur für all die eingefleischten Basketball-Fans ein unglaublich spannendes Werk. Es ist voller Entdeckungen und Enthüllungen über die faszinierenden Persönlichkeiten der Welt des Basketballs, denen dieser legendäre Trainer nicht nur begegnen durfte, sondern die er formte und mit denen er insgesamt elf NBA-Meisterschaften holte.

Vor allem für Fans der Chicago Bulls, aber auch der Los Angeles Lakers sollte Phil Jackson eine Legende sein, aber auch alle anderen werden an ihm und seinen Erfolgen wohl nicht vorbeikommen. Sechs Mal führte er die Bulls und fünfmal die Lakers zum besten Team der Welt. Die NBA-Stars, mit denen er zusammenarbeiten durfte und vor allem jene, die unter ihm zu Legenden wurden, werden die meisten kennen. Die Herausforderung für den Coach Phil Jackson war es aber aus diesem Star-Ensemble ein Team aufzubauen, dass gemeinsam den Siegeswillen entwickelte, den es brauchte, um auf höchster Ebene erfolgreich zu werden.

CapTrader Finanzliteratur DIE ESSENZ DES ERFOLGS von Phil Jackson

Wie viele Trainer – egal in welchen Sportarten – scheitern Jahr für Jahr, obwohl sie vermeintlich ideale Bedingungen für den Erfolg des Teams präsentiert bekommen. Phil Jacksons Karriere zeichnet dagegen eine beinahe durchgehende Spur des Erfolgs. Kein anderer Trainer in der Geschichte des professionellen Basketballs gewann mehr Meisterschaften als er. Die Essenz dieses Erfolges versucht er nun in diesem Buch herunterzubrechen und uns damit ein Stück weit Einblick in seine Geschichte zu geben.

Daraus können nicht nur Sporttrainer, sondern auch alle anderen Menschen viel mitnehmen.

Generell habe ich den Eindruck, dass wir in der Unternehmenswelt zu häufig von oben auf Trainer und Trainerinnen im Sport herabblicken. Dabei stehen sie mitunter unter deutlich größerem und vor allem nahezu dauerhaftem Erfolgsdruck. Wir können sehr viel von ihnen lernen: wie sie es beispielsweise schaffen stetig neue Spieler in ihre Teams einzubauen, mit verschiedenen Charakteren umzugehen und gemeinsame Ziele zu verfolgen.

Insbesondere der Spitzensport ist an vielen Stellen ein Ort der Individualisten und Egoisten. Schwierige Charaktere, die vornehmlich ihren eigenen Zielen nachgehen wollen dann auf eine Linie zu bekommen, ist sicherlich eine Aufgabe, die nicht viele fähig sind zu bewältigen. Ich persönlich ziehe den Hut vor Menschen, die das Jahr für Jahr schaffen und wie Phil Jackson ein Vermächtnis hinter sich aufbauen. Und das schreibe ich, ohne auch nur ansatzweise Basketball Fan zu sein. Ich kannte ihn bis zur Dokumentation über Michael Jordan überhaupt nicht und las deswegen umso interessierter in diesem Buch über seine Gedankenwelt.

Es ist ein Werk über die Quellen von Motivation. Eines über Wettbewerb auf höchstem Niveau. Wo es mehr braucht, um erfolgreich zu werden als nur besonders gut zu sein. Phil Jackson vermochte es Michael Jordan, den damals wohl besten Basketballspieler seiner Zeit dazu zu bringen, sich selbstlos in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Auch, wenn das für Michael Jordan damit verbunden war, an der ein oder anderen Stelle auf persönliche Rekorde zu verzichten und den Erfolg des Teams in den Vordergrund zu rücken. Dabei bezieht es sich nicht nur auf den Sport, sondern vermittelt auch uns nicht Profisportlerinnen, was wir eventuell probieren könnten, um in uns und anderen das Beste hervorzubringen.

Vielleicht schafft er es auch den einen oder anderen Leser zu inspirieren, wie er damals Dennis Rodman, der als untrainierbar galt dazu brachte, sich einer Sache zu widmen, die größer ist als er selbst oder Kobe Bryant von einem rebellischen Teenager in den Leader eines Meisterschaftsteams reifen lies. Das sind nur einige der Erfolge eines Phil Jackson, die bereits auf dem Backcover des Buches angeteasert werden. Die wohlmöglich viel wichtigeren kleinen Entscheidungen neben und auf dem Spielfeld finden sich versteckt im Buch. In Gesprächen mit seinen Spielern, Trainerkollegen, der Presse oder den Vereinsverantwortlichen. In Gedanken und Überlegungen zu Transfers, Entwicklungen und Taktiken.

„Manche Trainer sind besessen davon, Trophäen zu gewinnen, während sich andere gerne im Fernsehen sehen. Was mich jedoch bewegt, ist, wenn junge Männer sich zusammenschließen und in den Zauber eintauchen, der sich in dem Moment manifestiert, wenn sie sich - mit Herz und Seele - auf etwas fokussieren, das größer ist als sie selbst. Wenn man das einmal erlebt hat, wird man es nie wieder vergessen.“

Phil Jackson

Man spürt, dass eine NBA-Meisterschaft wohl überlegt und sukzessive aufgebaut sein will und selbst, wenn man meint, alles richtig gemacht zu haben, ist der Erfolg noch lange nicht gebucht.

„Wie die meisten Champion-Teams der NBA hatten die Lakers der Jahre 2008/09 damit zu kämpfen, sich von einem Team, das keinerlei Zusammenhalt kannte und stattdessen von der jeweiligen Selbstüberzeugung der Spieler dominiert wurde, zu einer vereinten Mannschaft zusammenzuraufen, in der das Selbst des Einzelnen keine Rolle spielte. Sie waren nicht das hervorragendste Team, das ich je trainiert habe; diese Ehre gebührt den Chicago Bulls der Jahre 1995/96, angeführt von Michael Jordan und Scottie Pippen. Die Spieler waren auch nicht so talentiert wie diejenigen der Lakers-Mannschaft von 1999/00, zu der Spieler wie Shaquille O'Neal, Kobe Bryant, Glen Rice, Robert Horry, Rick Fox und Derek Fisher gehörten, die in spielentscheidenden Momenten Punkte erzielen konnten. Doch in der vereinten DNA der Lakers der Jahre 2008/09 steckte die noch nicht ausgereifte Veranlagung, etwas Großes zu erreichen.“

Phil Jackson
Frau liest ein Buch mit antiken Ruinen und einer malerischen Landschaft im Hintergrund.

An dieser Stelle noch ein paar Worte zum Autor:

Phil Jackson ist eine NBA-Legende, die sowohl als Spieler als auch als Trainer eine erfolgreiche Karriere hatte. Als Spieler gewann er insgesamt elf NBA-Meisterschaften mit den New York Knicks in den 1970er Jahren. Danach wechselte er ins Coaching und gewann weitere elf Meisterschaften, sechs mit den Chicago Bulls in den 90er Jahren und fünf mit den Los Angeles Lakers in den 2000er Jahren. Jackson gilt als einer der besten Trainer in der Geschichte der NBA und ist bekannt für seine einzigartige Philosophie des Erfolgs, die auf Spiritualität, Zusammenarbeit und mentale Stärke basiert. Heute ist er als Autor, Redner und Berater tätig und bleibt ein wichtiger Einfluss auf die NBA und die Welt des Sports.

Co-Autor dieses Buches ist Hugh Delehanty, der auch bereits beim sehr erfolgreichen Buch „Eleven Rings“ von Phil Jackson mitgeschrieben hatte.

„In der NBA symbolisieren die Ringe Status und Macht. Ganz gleich, wie protzig oder unförmig ein Meisterschaftsring auch sein mag: Der Traum, einen solchen Ring zu gewinnen, ist es, was die Spieler motiviert, sich durch eine lange NBA-Saison zu quälen. Jerry Krause, der ehemalige General Manager der Chicago Bulls, hatte das verstanden. Als ich 1987 als Assistenztrainer zu dem Team kam, bat er mich, einen der beiden Meisterschaftsringe, die ich als Spieler der New York Knicks gewonnen hatte, zu tragen, und zwar als Motivationsanreiz für die jungen Spieler der Bulls.“

Phil Jackson

Inhaltlich ist das Buch eine klare Erweiterung zu den bekannten Jackson-Elf:

  1. Menschenführung - Von innen nach außen
  2. Drosselung des Egos
  3. Jedem Spieler seine Bestimmung
  4. der Weg zur Freiheit ist ein schönes System
  5. aus dem alltäglichen etwas Heiliges machen
  6. ein Atem - ein Geist
  7. der Schlüssel zum Erfolg ist Einfühlungsvermögen
  8. achte auf deinen Geist, nicht auf die Anzeigetafel
  9. manchmal muss man den Stock herausholen
  10. im Zweifelsfall nichts tun
  11. vergiss den Ring

Es vermittelt darüber hinaus vor allem viele Geschichten, aus denen der Autor stets versucht Lehren abzuleiten, die man zumindest ansatzweise allgemeingültig auf das eigene Leben übertragen kann. Es geht um Kampfgeist, die Freude am Nichtstun, bittersüße Siege und Situationen, in denen sich das Blatt wendet. Dabei werden keine unschönen Situationen ausgespart, um den Autor in besserem Licht erscheinen zu lassen, sondern vielmehr der Fokus darauf gelegt, dass die Leser am meisten mitnehmen können.

„Ich hasse es zu verlieren. Ich habe es schon immer gehasst. Als Kind war ich so versessen darauf zu gewinnen, dass ich oft in Tränen ausbrach und Kleinholz aus dem Brettspiel machte, wenn einer meiner älteren Brüder, Charles oder Joe, mich in einer Partie besiegte. Sie liebten es, mich aufzuziehen, wenn ich einen Wutanfall bekam, was mich aber nur noch verbissener machte, beim nächsten Mal zu gewinnen. Ich übte und übte, bis ich einen Weg gefunden hatte, sie zu schlagen und ihnen das selbstgefällige Grinsen aus dem Gesicht zu vertreiben.“

Phil Jackson

Als Coach war sich Phil Jackson sicher, dass es kontraproduktiv sei, wenn man nur auf den Sieg fixiert ist oder darauf, nicht zu verlieren. Vor allem, wenn einem in der Folge die Kontrolle über die eigenen Emotionen aus den Händen gleitet. Für Jackson war es viel wichtiger, die Spieler zu Beginn einer jeden Saison dazu zu animieren, sich auf den Weg und nicht auf das Ziel zu konzentrieren. Das Wichtigste sei es, das Spiel richtig zu spielen und den Schneid zu haben, sich weiterzuentwickeln. Sowohl als Mensch als auch als Basketballspieler. Wenn man tun würde, wäre der Erfolg am Ende nur noch eine Frage der Zeit.

Die Essenz des Erfolgs ist ein Buch, das sich nicht nur an Basketball-Fans richtet, sondern an jeden, der daran interessiert ist, erfolgreicher und erfüllter zu leben. Dennoch würde ich Menschen, die mit Basketball absolut nichts anzufangen wissen, eher von dem Buch abraten, da schon viele Details aus Spielzeiten thematisiert werden. Es kommt am Ende nicht ganz an die Tiefe der Bücher von Dale Carnegie heran, ist aber eben auch eine Art Biografie und weniger ein reines Sachbuch. Viele Zusammenhänge haben sich für mich zudem nur erschlossen, weil ich vorher bereits die Dokumentation von Michael Jordan gesehen hatte.

Wer den Sport liebt wird definitiv auf seine Kosten kommen und auch für alle anderen ist zweifelsfrei etwas dabei!

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