Wenn Sie Anleger sind und Ihr Fokus auf einem bestimmten Markt liegt und Sie sich für Veränderungen der aktuellen Positionierung verschiedener Händler interessieren, könnte Sie der COT Report interessieren. In diesem Beitrag erfahren Sie, was genau der Report ist und welche Daten enthalten sind.
Was ist der COT Report?
Ausgeschrieben bedeutet COT "Commitment of Traders Report”. Es handelt sich hierbei um einen Bericht über einen speziellen Markt, der wöchentlich veröffentlicht wird. Diese Berichte können sich auf den Aktienmarkt, Forexmarkt, Bitcoin oder Rohstoffe beziehen. Der erste Bericht dieser Art wurde bereits im Jahr 1924 veröffentlicht.
- Die Berichte sind aktuell und beinhalten eine Momentaufnahme von den Positionen von Kleinanlegern und institutionellen Händlern
- An jedem Freitag um 21:30 Uhr MEZ werden die Berichte veröffentlicht
- Der Herausgeber ist die “Commodity Futures Trading Commission", kurz “CFTC”
Der Report kann Lesern dabei helfen, die Marktdynamik nachvollziehen zu können und Rückschlüsse für das eigene Handeln an der Börse zu ziehen. Besonders wertvoll ist hier der Blick auf das Handeln der kommerziellen Händler. Diese zeichnen sich durch viel Wissen und Erfahrung aus und haben zudem ein großes Handelsvolumen. Ihr Handeln kann beispielsweise Informationen zu möglichen Warnsignalen liefern.
Was ist die CFTC?
Die CFTC überwacht die Terminmärkte in Amerika. Es handelt sich um eine Behörde, die das Ziel verfolgt, eine hohe Transparenz bezüglich offener Positionierungen von Marktteilnehmern zu gewährleisten. Auch die regelmäßigen Veröffentlichungen der COT-Reports dienen diesem Ziel.
Welche Händlergruppen gibt es im COT Report?
Zur besseren Übersichtlichkeit und Aussagekraft werden in den Berichten unterschiedliche Händlergruppen voneinander unterschieden. Die Definition erfolgt durch die CFTC.
Die sogenannten Non-Commercial Trader oder auch nicht kommerzielle Händler sind Personen, die keine Geschäftsbeziehung in Bezug auf den jeweiligen Rohstoff haben, indem sie eine Position an den Märkten haben könnten, um ihre Aktivitäten abzusichern. Kurz gesagt, handelt es sich hierbei um Spekulanten. Sie haben nicht das Ziel, Ware zu erhalten oder sich bei negativen Entwicklungen der Preise abzusichern.
Dem gegenüber stehen die Commercial Trader oder kommerzielle Händler. Sie handeln für ein Unternehmen oder eine Institution. Terminmärkte werden hier zum Hedging der eigenen Handelsaktivitäten eingesetzt. Daher handelt es sich nicht um Spekulanten, stattdessen dient der Handel der Absicherung.
Diese Gruppe ist die Wichtigste der 3 Gruppen. Sie verfolgen keinen spekulativen Ansatz, sondern berücksichtigen wichtige geschäftliche Gründe. Analysten, die die Reporte bei ihren Entscheidungen mit einbeziehen, gehen davon aus, dass kommerzielle Händler ihre Entscheidungen auf Basis fundierter Analysen und Daten getroffen haben. Darüber hinaus haben sie die größten Positionen, was ihr Handeln besonders interessant macht.
Die dritte Händlergruppe umfasst die sogenannten Non-Reportables oder die nicht meldepflichtigen Positionen. Hierbei handelt es sich um kleine, nicht meldepflichtige Händler. Da sie nicht meldepflichtig sind, erfolgt die Positionsermittlung durch Berechnung. Es wird die Differenz aus den Positionen der nicht kommerziellen und kommerziellen Händler in Zusammenhang zum gesamten Open Interest gebildet.
Open Interest ist dabei die Gesamtzahl aller Kontrakte, die bei Börsenschluss noch offen sind. Dieser Wert wird einmal täglich am Schluss der jeweiligen Börse ermittelt. Die Daten werden an die CFTC weitergegeben.
Wie kann ich den COT Report lesen?
Die Berichte werden auf der offiziellen Webseite der Commodity Futures Trading Commission veröffentlicht. Die Darstellungen können anfangs recht komplex wirken. Zudem ist es nicht ganz einfach, die unterschiedlichen Berichte voneinander abzugrenzen, weshalb wir uns die Berichte im Folgenden genauer ansehen.
Die unterschiedlichen Arten von COT Report
Im Folgenden sehen wir uns genauer an, welche Arten von Berichten es gibt und welche Informationen sie enthalten. Die Unterscheidung kann wichtig sein, wenn Anleger mit einem COT Report arbeiten wollen, da Sie vermutlich nicht alle möglichen Daten benötigen.
Legacy Report
Wir starten mit dem gängigsten Bericht unter den Anlegern. Grundsätzlich erfolgt eine Unterteilung in eine Langversion, Long Format genannt, und eine Kurzversion, Short Format genannt. Diese Art ist vergleichsweise unkompliziert und verständlich geschrieben.
- Hier wird das Open Interest der wichtigsten Kontakte mit über 20 Händlern aufgeschlüsselt
- Alle drei oben genannten Händlergruppen werden berücksichtigt, auch wenn eine exakte Aufschlüsselung nicht stattfindet
Der Legacy Report ermöglicht einen genaueren Blick auf Long-, Short-, und Spreadpositionen. Anleger können Daten zu Futures und Optionen integrieren. Dieser Bericht kann eingesetzt werden, um sich einen Überblick zu verschaffen und mögliche Trendentwicklungen abschätzen zu können.
Disaggregated Report
Der Disaggregated Report ist vergleichsweise neu und wird seit dem Jahr 2009 herausgegeben. Auch hier können Sie eine Lang- und eine Kurzversion finden. Der Fokus liegt hier auf einer breiteren Aufschlüsselung der Marktteilnehmer. Hierzu erfolgt eine Klassifikation von vier Gruppierungen.
Es gibt in diesem Bericht 2 Arten von kommerziellen Händlern: die “Merchant/Producer” und die “Swap Dealers”. Hinzu kommen mit den “Managed Money” und den “Other Reportables” zwei nicht kommerzielle Händler.
- Swap Dealers: Es handelt sich um Finanzinstitute, die Swaps anbieten (wie beispielsweise auf Währungen). Diese werden durch Futures-Kontrakte abgesichert
- Managed Money: Hier geht es um Fonds mit einem Fondsmanager, der das Geld von Anlegern verwaltet
Die tiefere Aufschlüsselung soll einen besseren Überblick über die Interessen der unterschiedlichen Händlergruppen ermöglichen. Er ist detaillierter und liefert daher mehr Daten für Anleger, denen ein einfacher Überblick nicht reicht.
Eine weitere Unterscheidung liegt auf dem Fokus: Der Disaggregated Report fokussiert sich speziell auf Rohstoffmärkte. Der Bericht wird beispielsweise nicht für bekannte Aktienindizes veröffentlicht.
Traders in Financial Futures
Seit dem Jahr 1995 wird der Traders in Financial Futures regelmäßig veröffentlicht. Die Berichte konzentrieren sich auf verschiedene Finanzfutures. In der Kurzversion finden Sie einige Informationen zu den Futurekontrakten, in der Langversion sind Futures und Optionen sichtbar.
Auch hier erfolgt eine andere Klassifizierung in vier unterschiedliche Händlergruppen: Asset Manager/Institutional, Dealer, Leveraged Funds und Other Reportables.
Supplemental Report
Auch bei dieser Art werden Händlergruppen unterschieden: nicht-kommerzielle Händler, kommerzielle Händler und Index-Trader. Die Berichte fokussieren sich auf 13 Agrarrohstoff-Kontrakte. Es werden Options- und Futurespositionen berücksichtigt.
Fazit: COT Report als nützliche Informationsquelle für Anleger
Ein COT (Commitment of Traders Report) Report ist eine Reihe von Berichten, die jeden Freitag veröffentlicht werden. Sie berichten über spezielle Märkte und enthalten einige wichtige Informationen für Anleger.
Diese werden von der CFTC (Commodity Futures Trading Commission), die Terminmärkte in den USA überwacht, veröffentlicht. Grundsätzlich unterscheiden Berichte zwischen Händlergruppen, wobei häufig zwischen kommerziellen, nicht kommerziellen Händlern und den sogenannten Non-Reportables (nicht meldepflichtige Personen) unterschieden wird. Je nach Bericht werden weitere Klassifizierungen vorgenommen.
Es gibt vier unterschiedliche Arten der Berichte: Legacy Report, Disaggregated Report, Traders in Financial Futures und Supplemental Report. Letzterer konzentriert sich beispielsweise auf 13 Agrarrohstoff-Kontrakte und berücksichtigt Optionen und Futures.
Mithilfe der Berichte können Anleger Rückschlüsse auf das eigene finanzielle Handeln ziehen. Beispielsweise ist es besonders nützlich zu wissen, wie kommerzielle Händler sich an der Börse verhalten. Diese handeln im Auftrag eines Unternehmens oder einer Institution und wollen das eigene Handeln absichern. Daher gehen Analysten davon aus, dass fundierte Entscheidungen aufgrund vorliegender Daten getroffen wurden.