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Kapitalerhöhung

Wenn Unternehmen nach Wachstum streben, sind oftmals zusätzliche Investitionen sinnvoll. Aus unterschiedlichen Gründen ist ein Bankkredit dabei nicht immer die beste Wahl. Eine Alternative für Unternehmen bietet die sogenannte Kapitalerhöhung. Was genau das ist, welche Arten es gibt und welche Vor- und Nachteile sie bietet, erfahren Sie in diesem Artikel. 

Was bedeutet Kapitalerhöhung?

Der Vorgang einer Kapitalerhöhung wird oftmals bei Aktiengesellschaften oder GmbHs eingesetzt. Es handelt sich hierbei um eine Maßnahme, mit der Unternehmen ihr Eigenkapital aufstocken können. Demnach ist eine Erhöhung eine Möglichkeit im Bereich der Eigenfinanzierung.

Bei der Hauptversammlung müssen Aktionäre zustimmen, damit der Vorgang realisiert werden kann. Handelt es sich dabei um eine Aktiengesellschaft, ist die Erhöhung im Aktiengesetz geregelt. Eine Option für eine Kapitalerhöhung ist beispielsweise die Ausgabe von weiteren Aktien, wodurch zusätzliche Finanzmittel gewonnen werden. Diese können die Unternehmen anschließend selbstständig einsetzen, um ihre Ziele zu erreichen.

Kapitalerhöhung Beispiel: Warum nutzen Unternehmen eine Erhöhung?

Erhöhungen des eigenen Kapitals können zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt werden. Solch eine Maßnahme der Kapitalzuführung ist beispielsweise eine Lösung, wenn Unternehmen Schulden tilgen wollen. 

Auch wenn es das Ziel ist, ein Wachstum des Unternehmens zu fördern, kann eine Erhöhung angebracht sein. Investitionen, wie neue Maschinen, Fahrzeuge oder Software, können dadurch finanziert werden. Eine weitere Option sind geplante Übernahmen. Durch solche Maßnahmen kann es zu steigenden Aktienkursen kommen, wodurch die eigentliche Erhöhung des Kapitals aufgeholt werden kann. Letztlich kann es das Ziel sein, die Bilanz zu verbessern.

Potenzielle Nachteile einer Kapitalerhöhung

Bei den möglichen Nachteilen ist der eigentliche Grund der Kapitalerhöhung zentral. Diese können beispielsweise als Hinweis auf Liquiditätsprobleme verstanden werden. Tendenziell ist Fremdkapital günstiger als Eigenkapital, weshalb es eher bevorzugt wird. Das gilt allerdings nur für Unternehmen mit einer vergleichsweise guten Bonität. 

Ein Nachteil bezieht sich auf Unternehmensaktionäre. Wenn neue Aktien herausgegeben werden, um das eigene Kapital zu erhöhen, besteht die Gefahr einer Verwässerung bei den Anteilen der vorhandenen Aktionäre. Sollten diese sich nicht dazu entscheiden, neue Aktien desselben Konzerns zu kaufen, verringert sich der Wert ihrer Aktien und ihr Anteil am Unternehmen selbst.

Welche Arten einer Kapitalerhöhung gibt es?

Wenn bei einer Aktiengesellschaft eine Kapitalerhöhung angestrebt wird, gibt es grundsätzlich zwei unterschiedliche Arten: eine effektive und eine nominelle Erhöhung.

Effektive Kapitalerhöhung

Die effektive Erhöhung kann ebenfalls in Unterarten eingeteilt werden: ordentliche, bedingte und genehmigte Erhöhung des Kapitals. 

Meist wird in Aktiengesellschaften eine sogenannte ordentliche Erhöhung des Kapitals durchgeführt. Hierbei geht es darum, dass ein Unternehmen neue Aktien herausgibt. Wenn auf der Hauptversammlung eine Zustimmung von mindestens 75 Prozent erreicht werden kann, kann eine Erhöhung beschlossen werden. Dabei gilt die Voraussetzung, dass der Preis der neuen Aktien nicht unterhalb des Nennwerts der Bestandsaktien liegen darf.

  • Eine optionale Möglichkeit bei einer Kapitalerhöhung bietet ein sogenanntes Bezugsrecht für die bisherigen Aktionäre, das sicherstellt, dass die Stimmrechte der bisherigen Aktionäre nicht weniger wert sind. Bei einer Erhöhung der Aktienanzahl würde es zu einem geringeren Stimmrecht bei jeder Einzelaktie kommen.
  • Wenn ein Aktionär dies verhindern möchte, kann er sein Bezugsrecht nutzen. Dieses kann vom Aktionär veräußert werden.

Neben der ordentlichen Erhöhung steht die Alternative einer bedingten Kapitalerhöhung bereit. Hier geht es grundsätzlich um einen Umtausch von Aktien. Aktionäre bekommen vom Unternehmen das Angebot, Aktien umzutauschen. Dazu können beispielsweise Wandelanleihen oder Optionen genutzt werden. Durch fehlende Bezugsrechte kann es hier zu einem geringeren Wert der Aktien kommen.

Eine dritte Option sind sogenannte genehmigte Erhöhungen. Die Hauptversammlung kann beschließen, eine Kapitalerhöhung in den nächsten Jahren zu genehmigen. Im Rahmen der genehmigten Erhöhung gilt eine zeitliche Grenze von maximal 5 Jahren. Darüber hinaus darf die Erhöhung bis zu 50 Prozent des derzeitigen Eigenkapitals betragen.

  • Vorteile dieser Art sind eine erhöhte Flexibilität und finanzielle Spielräume. Es ist den Unternehmen möglich, hohe Summen an Eigenkapital zu erhalten. Da die Genehmigung für die kommenden 5 Jahre gilt, können die Betriebe auf flexible Veränderungen des Marktes reagieren, ohne neue Genehmigungen einholen zu müssen.
  • Dabei ist auch zu erwähnen, dass eine erhöhte Flexibilität mit einer gewissen Unsicherheit für Investoren einhergeht. Diese erfahren erst im weiteren zeitlichen Verlauf, wie sich eine Kapitalerhöhung auf die Aktien auswirkt.

Nominelle Kapitalerhöhung

Im Gegensatz zur effektiven Erhöhung erfolgt die nominelle Steigerung bei einer Aktiengesellschaft durch eine Innenfinanzierung. Das heißt, dass die Finanzierung aus eigenen Mitteln erfolgt. Eine Option hierfür bieten Rücklagen. 

Wenn eine nominelle Erhöhung durchgeführt werden soll, müssen einige Voraussetzungen geprüft werden. Diese kann nur erfolgen, wenn die Bilanz bereits geprüft ist. Diese Bilanz darf dabei nicht älter als acht Monate sein. 

Oftmals erfolgt die Realisierung durch Gratisaktien an die Aktionäre. Die Vorgehensweise ist mit einem Aktiensplit vergleichbar. Anleger besitzen dann zwar eine höhere Anzahl an Aktien, allerdings steigt der Gesamtwert dadurch nicht an. Ein möglicher Nachteil für Anleger besteht darin, dass Dividendenzahlungen verringert werden könnten. Das kann passieren, da der jährliche Betrag, der zur Ausschüttung eingesetzt werden kann, herabgesetzt wird.


Fazit: Warum Kapitalerhöhung einsetzen?

Kapitalerhöhungen werden von Unternehmen genutzt, um das Eigenkapital zu steigern. Um diese Vorgehensweise umsetzen zu können, ist eine gewisse Zustimmung bei der Hauptversammlung notwendig. 

Die Gründe für eine Erhöhung des Kapitals sind vielseitig: Betriebe können sich dazu entscheiden, nötige Investitionen zu tätigen und damit Umsatzwachstum anzustreben. Alternative Möglichkeiten sind die Schuldentilgung oder geplante Übernahmen, die ein höheres Eigenkapital erfordern.

Je nach Ursache, die zur Entscheidung einer Kapitalerhöhung geführt hat, müssen mögliche Risiken bedacht werden. Da Fremdkapital im Normalfall günstiger als Eigenkapital ist, können Anleger die Maßnahme auch auf potenzielle Liquiditätsprobleme zurückführen. Zudem besteht bei Aktionären die Gefahr einer Verwässerung von Anteilen, wenn keine Bezugsrechte berücksichtigt werden.

Effektive Kapitalerhöhungen lassen sich aufteilen in ordentliche, bedingte und genehmigte Steigerungen. Bei der ordentlichen Erhöhung geht es beispielsweise um die Ausgabe neuer Aktien. Hierbei werden Bezugsrechte eingesetzt, die sicherstellen, dass die Stimmrechte der Aktionäre nicht an Wert verlieren. Bedingte Erhöhungen funktionieren durch ein Angebot für einen Aktientausch. Genehmigte Steigerungen gehen mit einer höheren Flexibilität des Konzerns einher, da sich eine einmal erteilte Genehmigung der Hauptversammlung auf 5 Jahre bezieht. 

Eine nominelle Kapitalerhöhung wird durch Innenfinanzierung realisiert, was oftmals durch die Vergabe von Gratisaktien geschieht. Dabei erhöht sich der Gesamtwert für die Aktionäre nicht, auch wenn sich die Anzahl der Aktien erhöht. Dieser Vorgang kann sich auf die Höhe der nächsten Dividende auswirken.

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