Wirtschaftsindikatoren sind nützlich für Unternehmen, Regierungen und Investoren. Sie messen Aspekte der Gesundheit einer Wirtschaft. Was genau Wirtschaftsindikatoren sind, welche konkreten Beispiele es gibt und wer sie erhebt, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Indikator Definition Wirtschaft
Wirtschaftsindikatoren werden auch als makroökonomische Kennzahlen oder Konjunkturindikatoren bezeichnet. Diese werden verwendet, um Prognosen der Wirtschaft zu erstellen. Solche Kennzahlen werden global in Berichten und wirtschaftlichen Reports verwendet. Zu solchen gehören:
- Jahresabschlüsse
- Verkaufsberichte
- Umfragen und Statistiken
- Quartalszahlen
Wirtschaftliche Indikatoren sind vielseitig. Sie können Informationen beinhalten, die für ein Unternehmen, aber auch für Regierungen und Investoren interessant sind. Es handelt sich um Parameter, die die Gesundheit der Wirtschaft eines Landes messen.
Gerade in den Bereichen Wirtschaftsforschung und Wirtschaftspolitik werden die Kennzahlen verwendet. Veränderungen einer Konjunktur sollen rechtzeitig erkannt werden. Die Zahlen werden herangezogen, um fundierte, faktenbasierte Entscheidungen für die Zukunft zu fällen.
Bewegungen der Wirtschaft werden als Konjunkturzyklen oder Konjunkturschwankungen bezeichnet. Mithilfe von Konjunkturindikatoren können diese Schwankungen berechnet und aktuelle Trends in Bezug auf die Wirtschaft verstanden werden.
Grundsätzlich lassen sich Wirtschaftsindikatoren in zwei Gruppen einteilen:
- Frühindikatoren: Solche Kennzahlen werden benutzt, um einzuschätzen, wohin sich eine Wirtschaft entwickeln könnte. Sie dienen oft der Umsetzung politischer Maßnahmen, da sie oftmals die erste Phase eines neuen Wirtschaftszyklus darstellen. Ein konkretes Beispiel ist der Zinssatz.
- Nachlaufindikatoren: Sie stellen die vergangene Entwicklung einer Volkswirtschaft in bestimmten Bereichen dar und beziehen sich daher auf die Vergangenheit. Ein konkretes Beispiel ist das Bruttoinlandsprodukt.
Wodurch zeichnen sich gute Wirtschaftsindikatoren aus?
Wirtschaftsindikatoren sind oft die Basis für wichtige Entscheidungen, weshalb sie bestimmte Kriterien erfüllen müssen. Es muss sich um repräsentative Informationen, mit genauen Definitionen handeln, die zuverlässig und nachvollziehbar sind.
Zudem müssen sie in den immer gleichen Abständen erhoben werden, um aussagekräftige Daten liefern zu können. Dies kann monatlich, vierteljährlich, quartalsweise oder jährlich geschehen. Durch die langfristige Erhebung werden Vergleiche möglich, die Aussagen über Trends ermöglichen.
Wer berechnet Wirtschaftsindikatoren?
Es gibt nicht ein einziges Institut, dass solche Daten veröffentlicht. Die Kennzahlen werden von wirtschaftlichen Institutionen, Regierungen, Statistikern, Zentralbanken oder Verbänden veröffentlicht.
Ein konkretes Beispiel für Deutschland ist das Statistische Bundesamt. Es veröffentlicht Zahlen zu verschiedenen Branchen, wie beispielsweise die Veränderung der Industrieproduktion und gibt damit konkrete Hinweise auf wichtige wirtschaftliche Trends.
Wirtschaftsindikatoren Beispiele
In diesem Abschnitt zeigen wir einige Beispiele für besonders wichtige Wirtschaftsindikatoren:
- Arbeitslosenquote: In Deutschland wird die Arbeitslosenquote durch die Bundesagentur für Arbeit erhoben. Sie zeigt die relative Unterauslastung des Angebotes an Arbeitskräften. Dazu werden registrierte Arbeitslose zu den Erwerbspersonen in Beziehung gesetzt.
- BIP (Bruttoinlandsprodukt): Das BIP wird auch als Wirtschaftswachstum bezeichnet und zeigt, wie viel in einem Land über einen bestimmten Zeitraum hinweg wirtschaftlich geleistet wurde. Er wird preisbereinigt und auf Basis des Vorjahres berechnet.
- Inflationsrate: Die Inflation ist der Anstieg des Preisniveaus. Ermittelt wird diese Kennzahl durch den Verbraucherpreisindex für Deutschland, monatlich durch das Statistische Bundesamt veröffentlicht. Es handelt sich um die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex im Vergleich zum Vorjahr.
- Industrieproduktion: Es handelt sich hierbei um ein Maß für die Produktion eines bestimmten Sektors einer Volkswirtschaft. Zum industriellen Sektor zählen beispielsweise Bergbau, verarbeitendes Gewerbe oder Versorgungskonzerne.
Fazit: Was ist ein Indikator Wirtschaft?
Wirtschafts- oder Konjunkturindikatoren sind Messzahlen, die Informationen über die Gesundheit einer Wirtschaft eines Landes geben. Sie sind besonders in den Bereichen Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsforschung wichtig, können aber auch von Unternehmen und Investoren berücksichtigt werden.
Sie sollen fundierte Entscheidungen ermöglichen, weshalb sie repräsentativ, zuverlässig und nachvollziehbar sein müssen. Dazu gehören auch regelmäßige Messungen in denselben Abständen. Konjunkturindikatoren werden beispielsweise von Zentralbanken, Regierungen oder wirtschaftlichen Instituten veröffentlicht.
Konkrete Beispiele für wichtige Wirtschaftsindikatoren sind die Arbeitslosenquote, das BIP- oder Bruttoinlandsprodukt, die Inflationsrate oder die Industrieproduktion. Die Arbeitslosenquote wird beispielsweise von der Bundesagentur für Arbeit erhoben.