
von Hamish McKenzie war eines der Bücher, auf die ich mich allein aufgrund des Namens und Covers bereits sehr gefreut habe. Der Insane Mode ist sowas wie der Power-Knopf eines Tesla Sportwagens. Und die Geschichte hinter Elon Musk und Tesla fasziniert mich bereits seit Jahren.
Dem Klappentext nach handelt dieses Buch von einem Tesla Insider, der die Geschichte des wohlmöglich revolutionärsten Autohersteller und des Mannes hinter dieser Erfolgsstory zu Papier gebracht hat. Denn es ist eben nicht nur die Geschichte einer wahrhaft bahnbrechenden Automarke, es ist die Geschichte eines Visionärs und einer neuen Ära des Unternehmertums. Am Ende stellt sich allerdings heraus, dass es doch nur ein Journalist ist, der ein paar Interviews geführt hat. Für mich hat das mit einem Insider relativ wenig zu tun und ich hatte mir etwas anderes erhofft. Wer tiefe Insides erwartet, wird enttäuscht.

Der Mehrwert dieses Buches liegt nicht in der Tesla-Story an sich, sondern in einer interessanten Aufarbeitung der gesamten Branche. Es ist dennoch aufschlussreich hinsichtlich Tesla, aber es fehlt die gewisse Insider Note.
Solche Zitate sind dann eher die Ausnahme als die Regel. Tesla Gründer Elon Musk ist für diese Aussprüche bekannt und wird als CEO für Kriegszeiten beschrieben. Ein Leader, der eine Firma in Zeiten existenzieller Bedrohung – und der waren und sehen seine Unternehmen sich regelmäßig ausgesetzt – führen und weiterentwickeln kann.
Wer ausschließlich an Tesla interessiert ist, wird mit einigen kleineren Ausnahmen nur eine Aneinanderreihung von Nacherzählungen und Presseartikeln in diesem Buch finden. Wer sich noch nicht intensiv mit dem Unternehmen beschäftigt hat, der bekommt eine sehr gut aufbereitete, historische und chronologische Betrachtung der Tesla Geschichte. Es werden beinahe alle politischen, journalistischen, naturwissenschaftlichen und gesellschaftlichen Unwägbarkeiten beschrieben, denen sich Tesla bis heute ausgesetzt sieht. Ein Unternehmen im Kreuzfeuer diverser Akteure da draußen, die mit der Pionierleistung des CEOs nicht einverstanden sind.
„Ich gründe Firmen nicht, um Firmen zu gründen, sondern um Dinge zu erledigen“
Elon Musk

Wirklich spannend wurde es für mich erst zum Schluss des Buches, als der Autor begann befreiter zu schreiben. In dem Moment, als er sich von Tesla löste und über Themen der Zukunft wie selbstfahrende – eventuell sogar fliegende – Taxis berichtete, Städtebaukonzepte, eine neue Renaissance und das Miteinander in einer vernetzten Welt, CO2-Begrenzungen etc. wurde das Buch richtig interessant.
Ab diesem Punkt handelte das Buch nicht mehr ausschließlich von Elon Musk und Tesla, wie man beim Namen und Cover vielleicht vermuten könnte. Stattdessen werden auch etliche andere mutige Startups und gestandene Unternehmen begleitet, die auf der Technologie oder dem Zeitgeist von Tesla aufsetzen und ebenfalls zur Transformation der gesamten Branche beitragen.
Das ist für mich der eigentlich interessante Mehrwert dieses Buches und der Grund, warum ich es abschließend doch als gutes Buch einstufen würde. Insbesondere für Investoren ist es wichtig, sich über die Trends der Zukunft bewusst zu werden und da ist Tesla nur ein Unternehmen. Natürlich prägt es die gesamte Branche rund um die Elektromobilität, aber es gibt noch etliche weitere Akteure am Markt, die diese disruptiven Technologien vorantreiben.
