Einen Tag vor Heiligabend dürften Anleger am deutschen Aktienmarkt voraussichtlich keine größeren Risiken mehr eingehen. Vereinzelt kommt es in den USA noch zur Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten, welche Impulse auch für den Handel hierzulande hervorbringen könnten.
Am heutigen Dienstag (23. Dezember) findet nach wie vor ein regulärer Handel statt. Vom 24. bis zum 26. Dezember bleiben die Börsenpforten in Frankfurt am Main feiertagsbedingt geschlossen.
DAX
Hoffnung auf mögliche Jahresendrallye schwindet – Unsicherheit über geldpolitischen Kurs der Fed belastet
Die Hoffnungen auf eine mögliche Jahresendrallye schwinden zusehends. Trotz nach wie vor bestehender Zinssenkungsfantasien in den USA halten sich Anleger mit ganz großen Engagements nach wie vor zurück. Solange Investoren in puncto US-Zinssenkungen im Nebel stochern, dürfte der Risikoappetit überschaubar bleiben.
„Fed-Watch-Tool“ der CME Group: Rund 20 Prozent der Marktteilnehmer rechnen mit Zinsschritt in Höhe eines Viertelprozentpunkts am 28. Januar 2026
Angesichts eines sich weiter abschwächenden Arbeitsmarkts und rückläufigen Teuerungsdaten in den USA rechnen laut Angaben des „Fed-Watch-Tools“ der CME Group lediglich 19,9 Prozent der Marktteilnehmer mit einem Zinssenkungsschritt in Höhe eines Viertelprozentpunkts auf der nächsten planmäßigen Sitzung am 28. Januar 2026. Dagegen stehen 80,1 Prozent für eine Zinspause.
Trotz Abschwächung des Jobmarkts und rückläufiger Inflationsdaten in den USA – Zinssenkungsspekulationen bleiben überschaubar
Bereits in der vergangenen Woche wurden wichtige US-Konjunkturwerte publik. Im Oktober kam es zu einem Stellenabbau außerhalb der Landwirtschaft in Höhe von 105.000 Einheiten. Im November wurden lediglich 64.000 neue Jobs geschaffen. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote kletterte im vergangenen Monat von 4,4 auf 4,6 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit vier Jahren.
Die US-Inflation lag mit 2,7 Prozent deutlich unter den im Vorfeld getätigten Schätzungen (3,1 Prozent).
Begründet wurde der jüngste Zinsschritt der Fed (25 Basispunkte) vom 10.12.2025 mit Schwächesignalen vom Jobmarkt. Zudem signalisierte Jerome Powell eine mögliche Pause des Lockerungskurses und verwies dabei auf klarere Hinweise vom Jobmarkt. Gleichzeitig bleibe die Inflation „etwas erhöht“. „Wir sind gut positioniert, um abzuwarten, wie sich die Wirtschaft entwickelt“, hieß es.
Wirtschaftsdatenkalender bleibt in dieser Woche äußerst dünn
Aus Sicht des Wirtschaftsdatenkalenders könnte es am heutigen Dienstagnachmittag mögliche Impulse durch die Veröffentlichung der Auftragseingänge für langlebige Güter in den USA und der BIP-Wachstumsrate (zweite Schätzung) geben, welche für 14:30 Uhr erwartet werden.
Gold und Silber profitieren unter anderem wegen geopolitischer Risiken
Seit Jahresbeginn konnte der Goldpreis (Feinunze) um über 70 Prozent an Wert hinzugewinnen. Im gleichen Zeitraum kommt das Edelmetall Silber auf ein Plus von über 140 Prozent. Neben der Aussicht auf sinkende Zinsen in den USA dürften vor allem geopolitische Unwägbarkeiten (Konflikt) Anleger in die Edelmetalle bewegt haben.
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