Im Fokus der Handelswoche stehen neben den Entwicklungen im Nahostkonflikt insbesondere die geldpolitischen Entscheidungen der Federal Reserve (Fed) als auch Europäische Zentralbank (EZB).
Die geopolitischen Unwägbarkeiten dürften Anleger allerdings nach wie vor verstärkt beschäftigen. Insbesondere der Werdegang des Ölpreises sollte weiterhin mit Argusaugen beobachtet werden. Temporär abgelenkt von den Entwicklungen im Nahen Osten könnten Investoren insbesondere von der anstehenden US-Notenbanksitzung. Die Fed-Sitzung wirft mittlerweile ihre Schatten voraus und könnte das Marktgeschehen zunehmend überlagern.
Nahostkonflikt hält weiter an – Straße von Hormus weiter im Fokus
Die bestimmende Thematik am deutschen Aktienmarkt dürfte auch zur Wochenmitte zunächst der Nahostkonflikt bleiben. Je länger der Konflikt andauert, desto größer wird die Sorge vor einer Verfestigung an den Börsen.
Einige Anleger fürchten, dass die Entwicklung einen Kipppunkt erreichen könnte, an dem die Auswirkungen nicht mehr nur vorübergehend sind, sondern ernsthafte Schäden für Konjunktur, Lieferketten und Unternehmensgewinne nach sich ziehen.
Jüngst durften einzelne Schiffe mit Zustimmung des Iran die Straße von Hormus passieren. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt auch Geleitschutz für Tanker angekündigt und in diesem Zusammenhang die NATO für ihre Zurückhaltung kritisiert.
Fed-Leitzinsentscheid am Abend voraus – EZB, BoJ und BoE entscheiden am Donnerstag über ihr Zinsniveau
Aus Sicht des Wirtschaftsdatenkalenders könnte es vor dem mit Spannung erwarteten Fed-Leitzinsentscheid noch mal Impulse geben. Erwartet werden die US-Erzeugerpreise (13:30 Uhr), welche Inflationssignale und damit nicht zuletzt auch geldpolitische Hinweise abgeben könnten.
Anleger hoffen auf geldpolitische Impulse durch Jerome Powell
Am Abend rückt der Fed-Leitzinsentscheid in den Blickpunkt (19:00 Uhr). Eine Zinsveränderung durch den US-Währungshüter würde allerdings eine große Überraschung darstellen. Lediglich 1,1 Prozent der Marktteilnehmer rechnen laut Angaben des „Fed-Watch-Tools“ der CME Group derzeit mit einem Zinsschritt nach oben (25 Basispunkte). Dagegen stehen 98,9 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine Zinspause. Das Zinsband liegt nach wie vor bei 3,50 bis 3,75 Prozent.
Jerome Powell wird um 19:30 Uhr vor der Öffentlichkeit erwartet.
Angesichts des Nahostkonflikts und dem damit im Zusammenhang stehenden Ölpreisanstieg bzw. den nicht absehbaren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft sorgen sich Marktteilnehmer zusehends vor einem Inflationsanstieg. In diesem Kontext könnte die Fed möglicherweise gezwungen sein, das Leitzinsniveau länger als erwartet unverändert zu belassen oder sogar wieder zu erhöhen.
EZB dürfte Leitzinsniveau voraussichtlich unverändert lassen
Die Europäische Zentralbank (EZB) will am Donnerstag (14:15 Uhr) das zukünftige Leitzinsniveau bekanntgeben. Allerdings wird auch hier mit keiner Veränderung des sogenannten Einlagenzinssatzes gerechnet, welches derzeit bei 2,0 Prozent notiert.
Ihre Aufmerksamkeit sollten Anleger eine halbe Stunde später allerdings auf die EZB-Pressekonferenz mit Präsidentin Christine Lagarde richten (14:45 Uhr).
Zu beachten gilt, dass auch die Bank of Japan (BoJ/04:00 Uhr)) sowie die Bank of England (BoE/13:00 Uhr)) am Donnerstag jeweils über die zukünftige Geldpolitik entscheiden.
DAX

Ölpreis (WTI)




