Nach der Rekordjagd kehrt die Erkenntnis zurück, dass geopolitische Risiken jederzeit wieder zum dominierenden Marktthema werden können. Zwischen Nahostrisiken und Inflationssorgen ringt der Markt um eine klare Orientierung. Auch wenn sich die Börse an das permanente Krisenrauschen aus Drohkulisse und Diplomatie gewöhnt hat, sind die jüngsten Energiepreisspitzen Anlegern ein Dorn im Auge. Diese nähren die Sorge, dass die Teuerung erneut an Schwung gewinnen und den Notenbanken zusätzlichen Handlungsdruck bescheren könnte. Auf der einen Seite locken zwar weitere Rekordstände, andererseits bleibt der Griff an den Kassenhebel angesichts fulminanter Kurshöhen verlockend. Dass Investoren in diesem Zusammenhang erneut tief durchatmen und sämtliche Fakten sortieren, dürfte nicht allzu überraschend kommen.
Im Fokus der Anleger stehen aus Sicht des Wirtschaftskalenders am Mittwoch insbesondere die Mitschriften der jüngsten Fed-Notenbanksitzung (Fed Minutes). Auch am Freitag könnte es mit verschiedenen Einkaufsmanagern wichtige Impulse geben.
DAX

Geopolitische Risiken im Nahen Osten flammen wieder auf
Die geopolitischen Risiken im Nahen Osten haben Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder eingeholt. Nach den Worten von Trump streben die USA keine Verlängerung der Vereinbarung über die Waffenruhe mit dem Iran an. Der 17. August wäre der Stichtag gewesen, bis der Iran als auch die USA ein finales Friedensabkommen hätten erzielen sollen. Am 17. Juni wurde dafür ein Papier unterzeichnet, welches eine Frist von 60 Tagen dafür vorsah.
Trump droht dem Oman mit Militärschlag
US-Präsident Donald Trump hatte dem Oman zudem jüngst mit einem Militärschlag gedroht. „Wenn Oman uns in die Quere kommt, werden wir sie in Grund und Boden bombardieren“, so Trump gegenüber dem US-Sender Fox News. Der Oman gilt nicht als aktive Kriegspartei. Allerdings gebe es derzeit Verhandlungen mit dem Iran über die Regeln in der Straße von Hormus.
Einkaufsmanager (S&P Global) dies- und jenseits des Atlantiks am Freitag im Blick
Erste Schätzungen zu den Einkaufsmanagern aus dem Hause S&P Global für die Sektoren des „verarbeitenden Gewerbes“, „Dienstleistung“ und „Gesamt“ werden für 09:30 Uhr erwartet. Die Pendants für die Eurozone (11:00 Uhr) und die USA (15:45 Uhr) könnten ebenfalls wichtige Impulse senden.
US-Berichtssaison: Quartalsergebnisse von Unternehmen aus den zweiten und dritten Reihen könnten auch hierzulande für Impulse sorgen
In der mittlerweile auslaufenden Berichtssaison könnte es jenseits des Atlantiks allerdings noch spannende Impulse geben. Am Donnerstag werden die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsquartals von Alibaba (ISIN: US01609W1027), Deere & Co (ISIN: US2441991054) und Walmart (ISIN:US9311421039) erwartet. Letztere Zahlen dürfte nicht zuletzt Impulse in Bezug auf den Einzelhandelssektor geben.



