Mit großer Spannung fiebern Anleger der Veröffentlichung neuer US-Inflationsdaten entgegen. Zunächst dürfte jedoch am heutigen Mittwochabend auf die Fed-Mitschriften der jüngsten US-Notenbanksitzung geschaut werden. Auch den Startschuss zur US-Berichtssaison sollten Marktteilnehmer im Auge behalten. Die zuletzt dominierenden geopolitischen Risiken wegen des andauernden Nahostkonflikts könnten zudem jederzeit erneut Abwärtsrisiken initiieren.
DAX Chart
Quelle: Tradingview
Freude über starken US-Jobbericht weicht nüchternen Betrachtungsweise
Die Freude über den jüngsten US-Jobbericht ist auch hierzulande wieder einer nüchternen Betrachtungsweise gewichen. Unter dem Strich wurden in den Vereinigten Staaten außerhalb der Landwirtschaft 254.000 neue Stellen geschaffen und damit deutlich mehr als gedacht (140.000), wie das US-Arbeitsministerium am vergangenen Freitag mitteilte. Bestätigt wurden die positiven Jobdaten auch durch die Arbeitslosenquote, welche sich um 0,1 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent verringerte. Anleger interpretierten die Daten offensichtlich als Stärke der US-Konjunktur, auch wenn sich auf der Gegenseite die Chancen auf Zinssenkungen eingetrübt haben könnten.
Anleger erhoffen sich wichtige Hinweise durch Fed-Mitschriften
Spannend dürfte es heute um 20:00 Uhr mit Veröffentlichung der sogenannten „FOMC-Minutes“ werden. Anleger versprechen sich neue Hinweise darüber, wie es um die US-Geldpolitik bestellt ist. Vor zwei Wochen hatte die Fed erstmals seit März 2020 wieder an den Zinsschrauben nach unten gedreht und so die langersehnte Zinswende eingeläutet.
Fed-Chef Jerome Powell hatte in der vergangenen Woche für das laufende Jahr Zinssenkungen im Umfang von 50 Basispunkten in Aussicht gestellt. Wenn es nach dem Fed-Watch-Tool der CME Group geht, beträgt die Wahrscheinlichkeit für Anpassung des Zinssatzes um einen halben Prozentpunkt auf der kommenden Sitzung um 7. November 86,7 Prozent.
Ökonomen erwarten Rückgang der US-Teuerung – Kernrate könnte allerdings bei 3,20 Prozent verharren
Über Wohl und Wehe der Börsenwoche dürften womöglich die US-Inflationsdaten am Donnerstag entscheiden (14:30 Uhr).
Aktuellen Schätzungen zufolge wird mit einer Teuerungsrate von 2,30 Prozent für den September (gegenüber dem Vorjahresmonat) gerechnet, nach 2,50 Prozent im August.
Die für die Fed maßgebliche Kernrate der Inflation könnte allerdings bei 3,20 Prozent verharren.
Am Freitagmorgen (08:00 Uhr) rücken zunächst die finalen Inflationsraten für die Bundesrepublik Deutschland in den Blickpunkt. Erwartet wird eine Rate von 1,6 Prozent, nach 1,9 Prozent im Vormonat (im Vergleich zum Vorjahresmonat).
US-Erzeugerpreise lassen wichtige Inflationssignale erwarten – US-Großbanken geben Startschuss zur Berichtssaison ab
Weitere wichtige Inflationssignale könnten für gewöhnlich die US-Erzeugerpreise liefern (14:30 Uhr). Fachleute erwarten gegenüber dem Vormonat eine Abschwächung um 0,1 Prozentpunkte auf 0,2 Prozent.
Im Blick behalten sollten Anleger neben dem Verbrauchervertrauen (Reuters/Michigan) um 16:00 Uhr die Quartalszahlen von JPMorgan, Wells Fargo, der Bank of New York Mellon und BlackRock. Der Beginn der US-Berichtssaison dürfte auch in Frankfurt am Main sehnsüchtig erwartet werden.



